Fakten im Überblick
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause hat das 191. Oktoberfest am Samstag um Punkt 12 Uhr mit zwei Schlägen eröffnet.
Die erste Maß Bier überreichte der Grünen-Politiker traditionell an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder.
Das Oktoberfest auf der Theresienwiese dauert bis zum 4. Oktober und erwartet erneut mehr als sechs Millionen Besucher.
Zwei kräftige Schläge, dann saß der Zapfhahn: Mit einem nahezu perfekten Einstand hat Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause das 191. Oktoberfest eröffnet. Pünktlich um 12 Uhr griff der Grünen-Politiker am Samstag in der Festhalle Schottenhamel zum Schlegel und verkündete anschließend den traditionellen Ruf „O’zapft is! Auf eine friedliche Wiesn!“ Damit durfte das Bier auch in den übrigen Festzelten auf der Theresienwiese ausgeschenkt werden. Die erste Maß reichte Krause traditionsgemäß an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder. Für den neuen Rathauschef war es der erste Fassanstich als Oberbürgermeister – und ausgerechnet bei seiner Premiere erreichte er mit zwei Schlägen die Bestmarke seiner erfahrenen Vorgänger.
Wie viele Schläge Krause benötigen würde, war vor dem Auftakt zu einer der kleinen, aber traditionsreichen Wiesn-Fragen geworden. Sein Vorgänger Dieter Reiter hatte den Anstich regelmäßig mit nur zwei Schlägen geschafft, auch der frühere Oberbürgermeister Christian Ude erreichte diese Marke. Krause wollte nichts dem Zufall überlassen und hatte eigens für seinen Auftritt trainiert. Das zahlte sich aus. Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie schwierig die Aufgabe sein kann: Thomas Wimmer, der 1950 den heute traditionellen offiziellen Fassanstich begründete, benötigte damals 17 Schläge. Krause gelang nun auf Anhieb, wofür Münchner Oberbürgermeister über Jahrzehnte Übung benötigten.
Mit dem Anstich beginnt für München eine Zeit, in der sich die bayerische Landeshauptstadt für gut zwei Wochen verändert. Millionen Menschen aus Deutschland und aller Welt strömen auf die Theresienwiese, Hotels und Gastronomie profitieren vom internationalen Besucherandrang, in den Festzelten fließen Millionen Liter Bier. Im vergangenen Jahr kamen rund sechseinhalb Millionen Besucher und tranken etwa sechseinhalb Millionen Maß. 2026 kostet der Liter Festbier bis zu 15,90 Euro. Trotz der gestiegenen Preise wird auch in diesem Jahr mit deutlich mehr als sechs Millionen Gästen gerechnet. Die Wiesn läuft bis zum 4. Oktober.
Für Krause besitzt der diesjährige Auftakt noch eine weitere politische Pointe. 2023 hatte er als Grünen-Politiker im Münchner Stadtrat die Wiesn spöttisch als „weltweit größte offene Drogenszene“ bezeichnet. Mit der provokanten Formulierung wollte er damals im Zusammenhang mit der Cannabis-Debatte auf die gesellschaftlich unterschiedliche Bewertung von Alkohol und Cannabis aufmerksam machen. Bei Teilen der Wiesnwirte sorgte der Satz für deutlichen Ärger. Drei Jahre später steht Krause nun selbst als Oberbürgermeister an der Spitze der Stadt und trägt damit politische Verantwortung für das größte Volksfest der Welt. Sein erster offizieller Auftritt am Fass verlief jedenfalls ohne Schwierigkeiten.
Neben Bier, Fahrgeschäften und Tracht steht die Sicherheit erneut besonders im Mittelpunkt. Die Polizei spricht angesichts der internationalen Krisen von einer hohen abstrakten Gefährdungslage, konkrete Hinweise auf eine Gefahr für das Oktoberfest liegen jedoch nicht vor. Rund 600 Polizeikräfte sollen die Wiesn sichern. Neu ist außerdem der verstärkte Einsatz KI-unterstützter Kameratechnik beim Besuchermanagement. Damit sollen besonders große Menschenansammlungen früh erkannt werden, sodass die Verantwortlichen bei einer Überfüllung schneller reagieren und Zugänge gegebenenfalls vorübergehend schließen können. Auch große Taschen, Messer und Drohnen unterliegen Einschränkungen.
Bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen füllte sich die Theresienwiese bereits zum Auftakt. Schon vor der Öffnung warteten Besucher darauf, in die begehrten Festzelte zu gelangen. Für München beginnen damit 16 Tage zwischen Brauchtum, internationalem Tourismus und millionenschwerem Wirtschaftsfaktor. Am Ende aber braucht auch das größte Volksfest der Welt einen ganz einfachen Startschuss: einen Holzhammer, ein Bierfass und den Oberbürgermeister. Dominik Krause benötigte dafür bei seiner Premiere genau zwei Schläge.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Zwei Schläge und eine neue Rolle
Für Dominik Krause war dieser Fassanstich mehr als eine folkloristische Pflichtübung. Wer Münchens Oberbürgermeister ist, repräsentiert beim Oktoberfest eine Stadt, die Gastgeberin für Millionen Menschen aus aller Welt ist. Gleichzeitig muss das Rathaus Sicherheit, Verkehr, Infrastruktur und die Interessen von Anwohnern, Wirten und Besuchern miteinander vereinbaren. Dass ausgerechnet Krause, der die Wiesn vor wenigen Jahren mit einem provokanten Spruch kritisierte, nun selbst das erste Fass anzapft, zeigt den Rollenwechsel vom Stadtrat zum Oberbürgermeister. Politisch lässt sich aus zwei gelungenen Hammerschlägen wenig ableiten. Symbolisch ist die Premiere dennoch bemerkenswert: Der neue Rathauschef hat eine der sichtbarsten Münchner Traditionen übernommen – und sie technisch ohne Fehlstart absolviert. In den kommenden zwei Wochen dürfte weniger die Zahl seiner Schläge als die Organisation eines sicheren und möglichst störungsfreien Oktoberfests im Mittelpunkt stehen.
Historischer Hintergrund
Das Oktoberfest geht auf das Jahr 1810 zurück. Anlass war die Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Die Münchner Bevölkerung wurde zu einem Pferderennen auf einer Wiese vor den damaligen Stadttoren eingeladen. Aus dem Fest entwickelte sich über Generationen die heutige Wiesn; die Theresienwiese trägt ihren Namen nach der damaligen Braut. Die Tradition des offiziellen Fassanstichs durch den Münchner Oberbürgermeister ist deutlich jünger. 1950 zapfte Oberbürgermeister Thomas Wimmer im Schottenhamel das erste Fass an. Seitdem gehört „O’zapft is!“ zu den bekanntesten Ritualen des Oktoberfests.
Zukunftsprognose
Für München beginnt mit der Wiesn erneut eine wirtschaftlich und organisatorisch bedeutende Phase. Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel, Verkehrsbetriebe und zahlreiche Dienstleister profitieren vom Besucherandrang. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheits- und Besucherlenkung. Der erstmalige Einsatz zusätzlicher KI-gestützter Technik zur Erkennung großer Menschenansammlungen könnte deshalb auch für andere Großveranstaltungen interessant werden. Direkte Auswirkungen auf Aktien, Rohstoffe oder Währungen sind vom Oktoberfest nicht zu erwarten. Regional besitzt die Veranstaltung dagegen erhebliche wirtschaftliche Bedeutung und stärkt München international als Tourismusstandort.
Wer ist Dominik Krause?
Dominik Krause ist Politiker der Grünen und neuer Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt München. 2026 eröffnete er erstmals in diesem Amt das Oktoberfest. Bei seiner Premiere benötigte er für den traditionellen Fassanstich lediglich zwei Schläge.
Warum bekommt Markus Söder die erste Maß?
Nach der Wiesn-Tradition reicht der Münchner Oberbürgermeister die erste Maß nach dem erfolgreichen Anstich an den amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten. 2026 ging sie damit an Markus Söder. Erst nach dem offiziellen Anstich und den traditionellen Böllerschüssen wird der Bierausschank in den anderen Festzelten freigegeben.
Warum sind zwei Schläge etwas Besonderes?
Beim Anstich muss der Zapfhahn mit einem Holzschlegel möglichst sauber in das Fass getrieben werden. Zwei Schläge gelten als Bestmarke. Auch die früheren Münchner Oberbürgermeister Christian Ude und Dieter Reiter schafften den Anstich mit zwei Schlägen. Beim ersten offiziellen Anstich 1950 benötigte Thomas Wimmer dagegen 17.
OZD-Extra – Vom Cannabis-Spruch zum Wiesn-Gastgeber
Die vielleicht ungewöhnlichste Geschichte der diesjährigen Eröffnung begann bereits 2023. Damals saß Krause noch für die Grünen im Münchner Stadtrat und bezeichnete die Wiesn im Rahmen der Cannabis-Debatte provokant als „weltweit größte offene Drogenszene“. Der Spruch richtete sich gegen die unterschiedliche gesellschaftliche Bewertung von Alkohol und Cannabis, sorgte bei Wiesnwirten aber für Ärger. 2026 trägt Krause als Oberbürgermeister selbst Verantwortung für das Volksfest. Seine Premiere am Fass jedenfalls gelang ohne Diskussion: zwei Schläge – und das Bier floss.
Gewinnspiel
Wie viele Schläge benötigte Oberbürgermeister Dominik Krause für seinen ersten Wiesn-Anstich?
A: Einen Schlag
B: Zwei Schläge
C: Vier Schläge
D: Sieben Schläge
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.