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Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Wahlbeteiligung steigt deutlich

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern haben bis 14 Uhr 40,7 Prozent in den Wahllokalen abgestimmt – deutlich mehr als 2021.

Fakten im Überblick

Bis 14.00 Uhr hatten 40,7 Prozent der rund 1,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme im Wahllokal abgegeben – 2021 waren es 32,5 Prozent.

Die jüngste ZDF-Projektion vor der Wahl sah SPD und AfD mit 37 beziehungsweise 36 Prozent eng beieinander; sie war ausdrücklich keine Prognose des Wahlergebnisses.

Gewählt wird der 9. Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, die Wahllokale sind von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

In Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich bei der Landtagswahl eine deutlich höhere Beteiligung ab als vor fünf Jahren. Bis 14.00 Uhr hatten nach Angaben von Landeswahlleiter Christian Boden 40,7 Prozent der rund 1,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme in einem Wahllokal abgegeben. Bei der Landtagswahl 2021 waren es zum gleichen Zeitpunkt lediglich 32,5 Prozent gewesen. Damit liegt der Zwischenstand 8,2 Prozentpunkte höher. Die endgültige Wahlbeteiligung hatte 2021 allerdings 70,8 Prozent betragen.

Ein direkter Vergleich mit 2021 ist nur eingeschränkt möglich, weil die damalige Landtagswahl parallel zur Bundestagswahl stattfand. Dennoch deutet auch der Blick weiter zurück auf eine starke Mobilisierung hin: Bei der Landtagswahl 2016 hatte die Beteiligung um 14.00 Uhr laut der AFP-Ausgangsmeldung ebenfalls lediglich 32,8 Prozent betragen. Bis zur Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr können die Wahlberechtigten über die Zusammensetzung des 9. Landtags entscheiden. Der 20. September war von der Landesregierung als regulärer Wahltermin festgelegt worden.

Für eine ungewöhnliche Szene sorgte am Morgen Rostock. Weil der Zugang zu einem Wahllokal in einer Schule zunächst nicht möglich war, konnten einige Bürger ihre Stimme vorübergehend in einem Bus der Rostocker Straßenbahn AG abgeben. „Für den Fall, dass ein Wahllokal nicht zur Verfügung steht, ist der Einsatz eines Busses vorgesehen“, erklärte ein Sprecher der Hansestadt laut AFP. Nach etwa einer halben Stunde konnte das eigentliche Wahllokal genutzt werden. Die Episode blieb damit eine organisatorische Besonderheit zum Auftakt des Wahlsonntags.

Politisch steht die Wahl vor allem im Zeichen des engen Abstands zwischen SPD und AfD in den Erhebungen vor dem Wahltag. Die jüngste Projektion der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF vom 18. September sah die SPD bei 37 Prozent und die AfD bei 36 Prozent. Das ZDF weist ausdrücklich darauf hin, dass solche Projektionswerte keine Prognose des tatsächlichen Wahlausgangs darstellen. Frühere Erhebungen hatten teilweise die AfD vor der SPD gesehen. Wie die Kräfteverhältnisse tatsächlich aussehen, entscheidet erst die Auszählung nach 18.00 Uhr.

Seit 2021 regieren SPD und Linke gemeinsam in Schwerin. Bei der damaligen Wahl erreichte die SPD 39,6 Prozent, die AfD 16,7 Prozent, die CDU 13,3 Prozent, die Linke 9,9 Prozent und die Grünen 6,3 Prozent. Die Projektionen vor der aktuellen Wahl deuteten darauf hin, dass die bisherige Koalition ihre parlamentarische Mehrheit verlieren könnte. Gleichzeitig bewegten sich die Grünen und das BSW in den Befragungen nahe beziehungsweise unter der Fünfprozenthürde. Schon geringe Abweichungen vom Umfragewert können deshalb die späteren rechnerischen Koalitionsmöglichkeiten verändern.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Abstimmung durch die zeitgleiche Abgeordnetenhauswahl in Berlin. Damit werden an einem Sonntag in zwei Bundesländern neue Parlamente gewählt. Die Ergebnisse dürften anschließend auch von den Bundesparteien ausgewertet werden. Welche konkreten bundespolitischen Folgen daraus entstehen, lässt sich vor dem endgültigen Ergebnis jedoch nicht belastbar bestimmen. Zunächst entscheiden die Wählerinnen und Wähler in Mecklenburg-Vorpommern über die Zusammensetzung ihres Landesparlaments in Schwerin.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Hohe Beteiligung, offene politische Folgen

40,7 Prozent bis 14.00 Uhr gegenüber 32,5 Prozent im Jahr 2021 sind ein deutlicher Unterschied. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, welche Partei von der höheren Beteiligung profitiert. Zusätzliche Wählerstimmen können sich auf verschiedene Parteien verteilen, und auch die Briefwahl muss für das Gesamtbild berücksichtigt werden.

Politisch besonders relevant dürfte am Abend nicht nur das Verhältnis zwischen SPD und AfD sein. Auch das Abschneiden kleinerer Parteien rund um die Fünfprozenthürde beeinflusst die Sitzverteilung erheblich. Die jüngsten Projektionswerte lagen für die Grünen bei fünf und für das BSW bei vier Prozent. Aufgrund der üblichen statistischen Unsicherheit solcher Befragungen war ihr tatsächlicher Einzug vor dem Wahltag offen.

Die realistische Prognose für den Wahlabend beschränkt sich deshalb auf den Ablauf: Nach 18.00 Uhr werden erste Ergebnisse und Hochrechnungen ein klareres Bild der Kräfteverhältnisse liefern. Erst danach lässt sich seriös beurteilen, welche parlamentarischen Mehrheiten rechnerisch möglich sind.

Historischer Hintergrund

Mecklenburg-Vorpommern entstand 1990 im Zuge der deutschen Wiedervereinigung als Bundesland neu. Der Landtag hat seinen Sitz im Schweriner Schloss. Die SPD prägt die Landesregierung seit vielen Jahren und regiert seit 2021 gemeinsam mit der Linken.

Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die SPD 39,6 Prozent und wurde stärkste Kraft. Die AfD kam damals auf 16,7 Prozent, die CDU auf 13,3 Prozent. Linke und Grüne erhielten 9,9 beziehungsweise 6,3 Prozent.

Am 20. September 2026 wird turnusgemäß der 9. Landtag gewählt. Die Wahlperiode des bisherigen Parlaments hatte am 26. Oktober 2021 begonnen. Mecklenburg-Vorpommern ist in 36 Landtagswahlkreise eingeteilt.

Zukunftsprognose

Die Zusammensetzung des neuen Landtags wird darüber entscheiden, welche Regierungsbündnisse rechnerisch möglich sind. Die Umfragen vor dem Wahltag deuteten auf veränderte Mehrheitsverhältnisse hin, lieferten aber wegen des engen Abstands zwischen Parteien und der Lage mehrerer kleinerer Parteien nahe der Fünfprozenthürde keine Gewissheit.

Wirtschaftspolitisch wird eine neue Landesregierung unter anderem Entscheidungen zu Infrastruktur, Energie, Tourismus, Landwirtschaft, Häfen und Unternehmensansiedlungen treffen. Mecklenburg-Vorpommerns Lage an der Ostsee und seine Verbindungen nach Skandinavien und in den Ostseeraum verleihen diesen Themen auch internationale Bedeutung.

Unmittelbare Auswirkungen der Landtagswahl auf Aktien, Rohstoffe oder Währungen sind nicht zu erwarten. Für Unternehmen mit Investitionen im Bundesland können spätere Entscheidungen der Landesregierung etwa bei Energie, Bauprojekten, Verkehr und Förderprogrammen jedoch relevant werden.

Was wird in Mecklenburg-Vorpommern gewählt?

Die Bürgerinnen und Bürger bestimmen die Zusammensetzung des 9. Landtags von Mecklenburg-Vorpommern. Das Landesparlament hat seinen Sitz in Schwerin.

Was bedeutet die Fünfprozenthürde?

Parteien müssen grundsätzlich mindestens fünf Prozent der maßgeblichen Stimmen erreichen, um über ihre Landesliste bei der Sitzverteilung berücksichtigt zu werden. Deshalb ist das Abschneiden kleinerer Parteien für die spätere Zusammensetzung des Landtags besonders relevant.

Warum ist die Wahlbeteiligung von 2021 nur eingeschränkt vergleichbar?

Die Landtagswahl 2021 fand gleichzeitig mit der Bundestagswahl statt. Solche parallelen Abstimmungen können die Mobilisierung beeinflussen. Die endgültige Beteiligung erreichte damals 70,8 Prozent.

OZD-Extra – Wählen im Bus in Rostock

Ein ungewöhnlicher Zwischenfall sorgte am Morgen in Rostock für Aufmerksamkeit. Weil ein Wahllokal in einer Schule zunächst nicht zugänglich war, kam ein für solche Situationen vorgesehener Bus zum Einsatz.

Damit konnte die Stimmabgabe weiterlaufen, während das Problem am eigentlichen Wahllokal behoben wurde. Nach etwa einer halben Stunde war der Zugang zur Schule wieder möglich. Der Vorfall zeigt, welche organisatorischen Ersatzlösungen für den Fall vorgesehen sind, dass ein Wahlraum kurzfristig nicht genutzt werden kann.

Gewinnspiel

Wie hoch lag die Wahlbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag bis 14.00 Uhr?

A: 32,5 Prozent
B: 36,8 Prozent
C: 40,7 Prozent
D: 47,2 Prozent

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.