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Papstbesuch wird zum europäischen Gipfeltreffen: Macron lädt alle EU-Staats- und Regierungschefs ein

Emmanuel Macron lädt Europas Staats- und Regierungschefs nach Metz. Papst Leo XIV. will dort über Europas Wurzeln, Frieden und Einheit sprechen.

Fakten im Überblick

Papst Leo XIV. reist vom 25. bis 28. September 2026 nach Paris, Lourdes und Metz.

Frankreich hat die EU-Staats- und Regierungschefs zur europäischen Begegnung mit dem Papst am Montag in Metz eingeladen.

Der Vatikan kündigt die Veranstaltung unter dem Motto „An den Wurzeln Europas für Frieden und Einheit“ an.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will dem bevorstehenden Besuch von Papst Leo XIV. eine deutlich europäische Dimension geben. Zu der politischen Begegnung mit dem Pontifex am Montag im ostfranzösischen Metz wurden sämtliche Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union eingeladen. „Die Einladungen sind verschickt, die Antworten treffen noch ein“, erklärte das französische Präsidialamt am Dienstag in Paris. „Wir wollten ein europäisches Format“, betonte der Élysée. Der Vatikan führt den Termin im Robert-Schuman-Kongresszentrum offiziell unter dem Motto „An den Wurzeln Europas für Frieden und Einheit“.

Die Wahl von Metz besitzt hohe Symbolkraft. Die Stadt in der französischen Region Grand Est ist eng mit Robert Schuman verbunden, einem der entscheidenden Wegbereiter der europäischen Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg. Leo XIV. soll dort am Montag zunächst an einem interreligiösen Treffen teilnehmen und anschließend eine politische Rede über Europa, Frieden und Versöhnung halten. Um 16.00 Uhr ist zudem eine Messe in der Kathedrale Saint-Étienne vorgesehen, bevor der Papst am Abend nach Rom zurückfliegt.

Zuvor hatte es Spekulationen über eine mögliche Teilnahme des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegeben. Das französische Präsidialamt stellte jedoch das EU-Format in den Mittelpunkt. Gleichzeitig wies der Élysée Berichte zurück, Macron habe sich erfolglos um zusätzliche protokollarische Termine mit dem Papst bemüht. „Wir schlagen jedes Mal ein Package vor, das dann angepasst wird“, hieß es. Auch eine Truppenparade am Invalidendom oder eine Zeremonie am Grabmal des Unbekannten Soldaten sind nicht Teil des endgültigen Programms. „Wir haben auf gar nichts bestanden, das war in 30 Sekunden geregelt“, erklärte der Élysée.

Der Vatikan bezeichnet die Reise ausdrücklich als apostolische Reise. Sie beginnt am Freitag, dem 25. September, mit der Ankunft von Leo XIV. am Flughafen Paris-Orly. Um 11.00 Uhr ist der Besuch bei Macron im Élysée-Palast vorgesehen, anschließend trifft der Papst Vertreter staatlicher Institutionen, der Zivilgesellschaft und des diplomatischen Korps. Am Nachmittag besucht er den Hauptsitz der Unesco in Paris, bevor er in der wiederaufgebauten Kathedrale Notre-Dame eine Vesper mit Bischöfen, Priestern, Diakonen und Ordensleuten feiert. Am Abend folgt eine Gebetsvigil mit Jugendlichen im Stade de France in Saint-Denis.

Am Samstag stehen soziale und kirchliche Begegnungen im Mittelpunkt. Leo XIV. besucht zunächst das Integrationszentrum Maison Bakhita und trifft anschließend am Institut Catholique de Paris unter anderem Katechumenen und Neugetaufte. Um 15.00 Uhr feiert er eine große Messe auf der Place de la Concorde. Danach reist er weiter nach Lourdes. Anders als in ersten Darstellungen des Programms findet der Lourdes-Teil damit bereits ab Samstagabend statt.

Am Sonntag konzentriert sich das Programm vollständig auf den weltbekannten katholischen Wallfahrtsort Lourdes in Südwestfrankreich. Vorgesehen sind unter anderem ein Treffen mit den französischen Bischöfen, eine Messe und Begegnungen mit Kranken und Betreuern. Reuters berichtet zudem, dass Leo XIV. während seines Aufenthalts mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche zusammentreffen soll. Der Besuch findet vor dem Hintergrund der anhaltenden Aufarbeitung des französischen Missbrauchsskandals statt. Eine unabhängige Untersuchung hatte 2021 das Ausmaß des Missbrauchs über mehrere Jahrzehnte offengelegt.

Den politischen Schlusspunkt setzt Metz. Dort richtet sich der Blick über Frankreich hinaus auf Europa. Die Einladung aller EU-Staats- und Regierungschefs verleiht der Rede des Papstes zusätzliches diplomatisches Gewicht. Angesichts des Kriegs in der Ukraine, internationaler Spannungen und innereuropäischer Konflikte dürfte der Aufruf zu Frieden und Einheit besondere Aufmerksamkeit erhalten. Welche europäischen Regierungschefs tatsächlich nach Metz reisen, war am Dienstag noch offen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Metz wird zur europäischen Bühne

Die Entscheidung, die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union nach Metz einzuladen, verleiht dem Abschluss des Papstbesuchs eine politische Dimension. Gleichzeitig bleibt der Vatikan bei seiner Einordnung eindeutig: Leo XIV. unternimmt eine apostolische Reise, deren Programm überwiegend aus religiösen, sozialen und kirchlichen Begegnungen besteht.

Gerade Metz ist als Ort bewusst symbolträchtig. Robert Schuman steht für eine Phase europäischer Geschichte, in der aus den Erfahrungen von Krieg und Zerstörung neue Formen der Zusammenarbeit entwickelt wurden. Der offizielle Titel „An den Wurzeln Europas für Frieden und Einheit“ greift diese historische Verbindung ausdrücklich auf.

Welche politische Wirkung die Rede entfaltet, lässt sich vorab nicht bestimmen. Bedeutung erhält sie zunächst dadurch, dass religiöse, historische und europapolitische Symbolik an einem Ort zusammenkommen.

Für Macron bietet der Besuch zugleich die Möglichkeit, Frankreich als Gastgeber einer europäischen Begegnung zu präsentieren. Ob daraus über die Symbolik hinaus politische Impulse entstehen, wird vom Inhalt der Papstrede und von der tatsächlichen Beteiligung der eingeladenen Regierungschefs abhängen.

Historischer Hintergrund

Robert Schuman, nach dem das Kongresszentrum in Metz benannt ist, gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der europäischen Einigung. Der französische Außenminister stellte am 9. Mai 1950 den später nach ihm benannten Schuman-Plan vor. Frankreich und die Bundesrepublik Deutschland sollten ihre Kohle- und Stahlproduktion gemeinsam kontrollieren.

Aus diesem Ansatz entwickelte sich die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Sie gilt als einer der entscheidenden institutionellen Vorläufer der heutigen Europäischen Union. Der 9. Mai wird deshalb heute als Europatag begangen.

Die Wahl von Metz für die Abschlussrede des Papstes verbindet damit die deutsch-französische Geschichte, die europäische Integration und die aktuelle Friedensfrage. Die Stadt liegt in Lothringen, einer Region, deren Zugehörigkeit zwischen Deutschland und Frankreich historisch mehrfach wechselte.

Auch die Reise selbst besitzt historische Bedeutung. Es ist der erste Papstbesuch dieser Größenordnung in Frankreich seit fast zwei Jahrzehnten. Der Vatikan bestätigt für Leo XIV. vom 25. bis 28. September Stationen in Paris, Saint-Denis, Lourdes und Metz.

Zukunftsprognose

Politisch dürfte vor allem die Rede in Metz internationale Beachtung finden. Das offizielle Thema Frieden und europäische Einheit berührt zentrale Herausforderungen der EU, darunter den Krieg in der Ukraine, die europäische Sicherheitsordnung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Welche konkreten politischen Aussagen Leo XIV. machen wird, ist vor der Rede offen.

Gesellschaftlich könnte der Besuch insbesondere durch die großen Gottesdienste und Jugendveranstaltungen sichtbar werden. Zugleich rückt der Termin in Lourdes die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche erneut in den Mittelpunkt. Betroffenenvertreter verbinden mit dem Besuch Erwartungen an weitere Reformen.

International stärkt die Einladung der EU-Regierungschefs die diplomatische Bedeutung des Metz-Termins. Die tatsächliche politische Reichweite hängt jedoch davon ab, welche Spitzenpolitiker teilnehmen und welche Botschaften der Papst formuliert.

Unmittelbare Auswirkungen auf Börsen, Aktien, Rohstoffe oder Währungen sind durch den Papstbesuch nicht zu erwarten. Politisch relevante Aussagen zu Krieg, Frieden oder internationalen Konflikten könnten jedoch europaweit Aufmerksamkeit erzeugen.

Wer ist Papst Leo XIV.?

Leo XIV. ist seit 2025 Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und der 267. Papst. Sein bürgerlicher Name lautet Robert Francis Prevost, geboren wurde er in Chicago.

Wer war Robert Schuman?

Robert Schuman war ein französischer Politiker und Außenminister. Mit dem Schuman-Plan von 1950 gab er einen entscheidenden Impuls für die europäische Integration. Er gilt deshalb als einer der Gründerväter des heutigen Europas.

Warum ist Metz für den Papstbesuch wichtig?

Metz verbindet französische, deutsche und europäische Geschichte. Der Papst beendet dort seine Frankreichreise und nimmt an einer Begegnung unter dem Motto „An den Wurzeln Europas für Frieden und Einheit“ teil.

Was bedeutet „apostolische Reise“?

Eine apostolische Reise ist ein offizieller Besuch des Papstes mit überwiegend kirchlichem und pastoralem Charakter. Politische Begegnungen können Teil des Programms sein, stehen aber neben Gottesdiensten, Gesprächen mit Gläubigen und anderen religiösen Terminen.

OZD-Extra – Von Notre-Dame bis Lourdes: Vier Tage voller Symbolorte

Das offizielle Programm führt Leo XIV. innerhalb von vier Tagen an einige der bekanntesten religiösen und politischen Orte Frankreichs. In Paris besucht er den Élysée-Palast, die Unesco und Notre-Dame. In Saint-Denis trifft er Jugendliche im Stade de France. Anschließend reist er zum Wallfahrtsort Lourdes und beendet seinen Besuch schließlich in Metz.

Besondere internationale Aufmerksamkeit dürfte auch sein Auftritt bei der Unesco erhalten. Reuters zufolge will der Papst während der Frankreichreise neben Frieden und Menschenwürde auch globale Zukunftsfragen wie die Regulierung künstlicher Intelligenz ansprechen.

Der Abschluss in Metz schlägt schließlich die Brücke zwischen Religion und europäischer Politik: ausgerechnet in jener Region, deren wechselvolle Geschichte besonders deutlich zeigt, warum die Aussöhnung zwischen europäischen Staaten nach 1945 zu einem zentralen politischen Projekt wurde.

Gewinnspiel

In welcher französischen Stadt will Papst Leo XIV. seine europapolitische Rede halten?

A: Marseille
B: Lyon
C: Metz
D: Bordeaux

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.