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Sachsen-Anhalt: Endgültiges Ergebnis bestätigt AfD-Wahlsieg mit 43,8 Prozent

Das amtliche Endergebnis steht fest: Die AfD gewinnt Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent. Doch im neuen Landtag fehlt ihr die absolute Mehrhei

Fakten im Überblick

Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt endgültig mit 43,8 Prozent, die CDU erreicht 17,2 Prozent.

Im neuen Landtag hält die AfD 39 von insgesamt 83 Mandaten und verfügt damit nicht über eine absolute Mehrheit.

Der neu gewählte Landtag kommt am 6. Oktober 2026 in Magdeburg zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.

Mehr als zwei Wochen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist das Ergebnis endgültig: Der Landeswahlausschuss bestätigte am Dienstag in Magdeburg den deutlichen Wahlsieg der AfD. Sie erreichte bei der Abstimmung vom 6. September 43,8 Prozent der Stimmen. Die CDU kam auf 17,2 Prozent. Die endgültigen Zahlen unterscheiden sich nur geringfügig vom vorläufigen Ergebnis, die Sitzverteilung bleibt unverändert. Nach Angaben der Landeswahlleitung verlief die Wahl ordnungsgemäß und ohne nennenswerte Störungen.

Hinter AfD und CDU folgen die SPD mit 9,3 Prozent, die Grünen mit 8,9 Prozent und die Linke mit 8,6 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht zieht bei seiner ersten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 5,3 Prozent in das Parlament ein. Die FDP scheitert mit 2,6 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,8 Prozent.

Im neuen Landtag verfügt die AfD über 39 Mandate. Die CDU erhält 15 Sitze, SPD, Grüne und Linke jeweils acht. Das BSW stellt fünf Abgeordnete. Insgesamt gehören dem Parlament damit 83 Abgeordnete an. Auffällig ist die parlamentarische Ausgangslage: AfD und BSW verfügen zusammen über 44 Mandate. CDU, SPD, Grüne und Linke kommen gemeinsam auf 39 Sitze.

Am 6. Oktober tritt der Landtag erstmals zusammen. Eva von Angern von der Linken soll die konstituierende Sitzung als Alterspräsidentin eröffnen und zunächst leiten. Zu den ersten wichtigen Entscheidungen gehört die Wahl des Landtagspräsidenten oder der Landtagspräsidentin. Als stärkste Fraktion besitzt die AfD zunächst das Vorschlagsrecht. Das BSW hat angekündigt, einen AfD-Kandidaten für dieses Amt unterstützen zu wollen.

Deutlich komplizierter ist die Frage nach einer neuen Landesregierung. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund verfügt mit seinen 39 Abgeordneten nicht über die für eine eigene Mehrheit erforderliche Mandatszahl. CDU, SPD, Grüne und Linke lehnen eine Zusammenarbeit mit der AfD ab. Zwischen AfD und BSW finden dagegen Gespräche statt. Nach bisherigem Stand schließt das BSW eine Koalition mit der AfD aus, spricht aber über Möglichkeiten punktueller Zusammenarbeit.

Eine zusätzliche politische und rechtliche Dimension erhält die Regierungsbildung durch die Einstufung des AfD-Landesverbandes. Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt stuft ihn seit 2023 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Nach Angaben des Landesamtes richtet sich die politische Agitation des Landesverbandes gegen wesentliche Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, darunter Menschenwürde und Demokratieprinzip. Die AfD weist die Einstufung zurück und hat dagegen geklagt; das entsprechende Verfahren ist derzeit ausgesetzt.

Das endgültige Wahlergebnis beantwortet damit zwar die Frage nach der Stärke der Parteien, nicht aber die nach der künftigen Regierung. Entscheidend wird sein, ob sich im neuen Landtag eine Mehrheit für einen Ministerpräsidenten und eine tragfähige Regierung findet. Welche Konstellation daraus entsteht, ist derzeit offen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Das Ergebnis steht fest, die Mehrheitsfrage bleibt offen

Das endgültige Wahlergebnis schafft Klarheit über die Kräfteverhältnisse: Die AfD ist mit 43,8 Prozent und 39 Mandaten mit Abstand stärkste Kraft. Gleichzeitig verfügt sie nicht über die absolute Mehrheit im 83 Sitze umfassenden Landtag.

Damit müssen zwei Ebenen voneinander getrennt werden. Der Wahlsieg gibt der AfD die mit Abstand größte Fraktion und entsprechende parlamentarische Rechte. Für die Wahl eines Ministerpräsidenten und die Bildung einer stabilen Regierung gelten jedoch die Mehrheitsregeln des Landtags.

Besonders wichtig wird deshalb die Position des BSW. Seine fünf Mandate können bei Abstimmungen entscheidend sein. Bislang schließt das BSW eine Koalition mit der AfD aus, führt aber Gespräche über mögliche punktuelle Zusammenarbeit.

Wie daraus eine dauerhaft handlungsfähige Landesregierung entstehen kann, ist nach Feststellung des endgültigen Ergebnisses weiterhin ungeklärt. Die konstituierende Sitzung am 6. Oktober wird zunächst die parlamentarischen Strukturen schaffen; die Regierungsfrage kann darüber hinaus weitere Verhandlungen erfordern.

Historischer Hintergrund

Sachsen-Anhalt wurde nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 als Bundesland neu gegründet. Die CDU prägte über lange Phasen die Landespolitik. Bei der Landtagswahl 2021 erreichte sie noch 37,1 Prozent und 40 Mandate. Die AfD kam damals auf 20,8 Prozent und 23 Sitze.

Die Wahl 2026 hat dieses Kräfteverhältnis grundlegend verändert. Die AfD verfügt nun über 39 Mandate, während die CDU auf 15 zurückfällt. Die AfD gewann 38 der 41 Direktmandate; drei gingen an die Linke.

Der neue Landtag wird zugleich deutlich kleiner. Statt 97 Abgeordneten wie nach der Wahl 2021 umfasst er 83 Mandate. Die FDP, die bislang sieben Sitze hatte, ist nicht mehr vertreten. Das BSW zieht dagegen erstmals mit fünf Abgeordneten ein.

Politisch besonders relevant ist die seit 2023 bestehende Einstufung des AfD-Landesverbandes als gesichert rechtsextremistische Bestrebung durch den Landesverfassungsschutz. Die Behörde begründet dies mit Erkenntnissen über Bestrebungen gegen zentrale Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Die AfD bestreitet diese Bewertung und geht juristisch dagegen vor.

Zukunftsprognose

Die erste konkrete Etappe ist die konstituierende Sitzung am 6. Oktober in Magdeburg. Dort müssen zentrale Parlamentsämter besetzt und die organisatorischen Grundlagen für die neue Legislaturperiode geschaffen werden.

Für die Regierungsbildung ist entscheidend, welche Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten antreten und welche Unterstützung sie im Landtag erhalten. Mit 39 von 83 Mandaten kann die AfD eine Regierung nicht allein auf eine absolute Mehrheit ihrer eigenen Fraktion stützen. Aussagen darüber, welche Regierungsform am Ende entsteht, wären zum jetzigen Zeitpunkt spekulativ.

Gesellschaftlich dürfte die Debatte über den Umgang mit der AfD weitergehen. Dabei treffen das eindeutige Wahlergebnis, die Abgrenzungsbeschlüsse anderer Parteien und die Einstufung des Landesverbandes durch den Verfassungsschutz aufeinander.

Wirtschaftlich werden Unternehmen und Investoren vor allem darauf achten, ob Sachsen-Anhalt zeitnah eine arbeitsfähige Regierung erhält und welche konkreten Entscheidungen sie bei Investitionen, Energie, Infrastruktur und Industriepolitik trifft. Allein aus dem Wahlergebnis lassen sich keine belastbaren unmittelbaren Folgen für Aktien, Rohstoffe oder den Euro ableiten.

Wie sieht das endgültige Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt aus?

Die AfD erreicht 43,8 Prozent, die CDU 17,2 Prozent, die SPD 9,3 Prozent, die Grünen 8,9 Prozent, die Linke 8,6 Prozent und das BSW 5,3 Prozent. Die FDP verpasst mit 2,6 Prozent den Einzug in den Landtag.

Wie viele Sitze hat die AfD?

Die AfD verfügt im neuen Landtag über 39 von insgesamt 83 Mandaten. Für eine eigene absolute Mehrheit reicht das nicht.

Was bedeutet „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“?

Dabei handelt es sich um eine Einstufung des Verfassungsschutzes. Der Landesverfassungsschutz Sachsen-Anhalt erklärte 2023, seine Prüfung habe zahlreiche Erkenntnisse ergeben, wonach sich die politische Agitation des AfD-Landesverbandes gegen wesentliche Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung richte. Die AfD bestreitet die Bewertung und hat dagegen Rechtsmittel eingelegt.

Was passiert am 6. Oktober?

Dann kommt der neue Landtag in Magdeburg erstmals zusammen. Die konstituierende Sitzung beginnt um 11.00 Uhr. Unter anderem wird über die Besetzung des Landtagspräsidiums entschieden.

OZD-Extra – 39 zu 39: Eine ungewöhnliche Sitzverteilung

Die Sitzverteilung im neuen Landtag weist eine bemerkenswerte Konstellation auf. Die AfD besitzt 39 Mandate. CDU, SPD, Grüne und Linke kommen zusammengerechnet ebenfalls auf exakt 39 Sitze. Dazwischen steht das BSW mit fünf Abgeordneten.

Diese Arithmetik erklärt, warum die fünf BSW-Mandate bei bestimmten parlamentarischen Abstimmungen besonderes Gewicht erhalten können. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass daraus eine feste Regierungsmehrheit entsteht. Das BSW hat eine Koalition mit der AfD bislang ausgeschlossen.

Eine weitere Besonderheit ist die Zahl der Direktmandate. Die AfD gewann 38 der insgesamt 41 Wahlkreise. Die verbleibenden drei Direktmandate gingen an die Linke. Die CDU, die 2021 noch alle 40 damaligen Wahlkreise gewonnen hatte, errang diesmal kein Direktmandat.

Gewinnspiel

Wie viele Sitze hat die AfD nach dem endgültigen Wahlergebnis im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt?

A: 29
B: 34
C: 39
D: 44

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.