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Jahrelang durch Brandenburg gestreift: Elch Bert stirbt nach schweren inneren Verletzungen

Elch Bert war Deutschlands wohl bekanntester wilder Elch und lieferte Forschern jahrelang einzigartige Daten. Nun ist das Tier in Brandenburg gestorben.

Fakten im Überblick

Elch Bert starb im Alter von zehn Jahren auf einer Rinderweide in Brandenburg an schweren inneren Verletzungen.

Der aus Polen eingewanderte Elch lebte seit 2019 dauerhaft im Naturpark Nuthe-Nieplitz südwestlich von Berlin.

Sein GPS-Halsband lieferte Forschern über Jahre außergewöhnlich umfangreiche Daten über das Leben eines freilebenden Elchs in Deutschland.

Brandenburg hat eines seiner ungewöhnlichsten Wildtiere verloren: Bert, Deutschlands wohl bekanntester Elch, ist tot. Der zehnjährige Elchbulle verendete am vergangenen Wochenende auf einer Rinderweide infolge schwerer innerer Verletzungen, wie die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde am Donnerstag mitteilte. Was genau diese Verletzungen verursachte, lässt sich bislang nicht eindeutig feststellen. Damit endet die außergewöhnliche Geschichte eines Tieres, das einst aus Polen nach Deutschland kam, sich dauerhaft in Brandenburg niederließ und über Jahre von Wissenschaftlern mithilfe eines GPS-Halsbands begleitet wurde. Für viele Menschen in der Region war Bert längst mehr als ein Forschungsobjekt. Die Hochschule bezeichnete den imposanten Elch als „regelrechtes Maskottchen“.

Die Umstände seines Todes geben den Wissenschaftlern Rätsel auf. Während der Brunftzeit hielt sich Bert wie schon in den vergangenen Jahren auf einer Rinderweide auf. Dort war es zuvor vereinzelt zu Kontakten zwischen ihm und Rindern gekommen. Gleichzeitig befand sich in den Tagen vor seinem Tod ein weiterer Elchbulle in Berts Streifgebiet. Während der Brunft können Begegnungen zwischen männlichen Elchen in körperliche Auseinandersetzungen übergehen. Ob Bert bei einem solchen Kampf verletzt wurde, ob ein Kontakt mit Rindern eine Rolle spielte oder eine andere Ursache hinter den schweren inneren Verletzungen steckt, konnte nicht geklärt werden.

Der GPS-Sender lieferte schließlich den ersten Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmte. Ab Samstagmorgen registrierten die Forscher keine Ortsveränderung mehr. Am folgenden Tag übermittelte das Halsband ein Signal, das auf den Tod des Tieres hindeutete. Wissenschaftler machten sich daraufhin auf die Suche, bargen den Kadaver und brachten ihn zur Untersuchung an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Dort wurden die schweren inneren Verletzungen festgestellt, eine eindeutige Ursache ließ sich jedoch nicht mehr bestimmen.

Berts Geschichte begann weit entfernt von seinem späteren Zuhause. Der Elch wurde 2016 im Nordosten Polens geboren. Im Februar 2018 wurde er erstmals im südlichen Brandenburg nachgewiesen. Von diesem Zeitpunkt an begleiteten Fachleute der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde seine Bewegungen anhand der übermittelten GPS-Daten. Anfangs legte der junge Elch größere Strecken zurück. Im Frühjahr 2019 änderte sich sein Verhalten: Bert ließ sich im Naturpark Nuthe-Nieplitz südwestlich von Berlin nieder und machte die Landschaft zu seinem dauerhaften Streifgebiet.

Damit wurde er für die Forschung zu einem außergewöhnlichen Fall. Nach Angaben der Hochschule war Bert der bislang einzige bekannte Elch, der dauerhaft in einem festen Streifgebiet in Deutschland heimisch war. Während andere Elche gelegentlich aus Polen oder anderen östlichen Regionen nach Deutschland einwandern und später weiterziehen, blieb Bert. Jahr für Jahr bewegte er sich durch Brandenburgs Wälder, Wiesen und Kulturlandschaften. Seine Anwesenheit wurde zu einem kleinen Naturereignis – und sein Name weit über die Region hinaus bekannt.

Wissenschaftlich hinterlässt Bert einen besonderen Datenschatz. Seine GPS-Aufzeichnungen dokumentieren nahezu lückenlos einen außergewöhnlich langen Abschnitt im Leben eines frei lebenden Elchs. Für die Forscher liefern sie wertvolle Hinweise darauf, wie sich die größte Hirschart der Welt in einer dicht besiedelten mitteleuropäischen Kulturlandschaft bewegt, welche Lebensräume sie nutzt und wie sie auf Straßen, Landwirtschaft, Siedlungen und andere Tiere reagiert. Gerade mit Blick auf weitere Elche, die aus Osteuropa nach Deutschland gelangen könnten, gewinnen diese Erkenntnisse zusätzliche Bedeutung.

Berts Tod beendet deshalb nicht die Geschichte, die mit seiner Einwanderung nach Brandenburg begann. Seine jahrelangen Bewegungsdaten bleiben erhalten und können der Forschung weiterhin helfen, das Verhalten von Elchen in Deutschland besser zu verstehen. Aus dem jungen Elch, der 2018 aus Polen nach Brandenburg kam, wurde ein dauerhaft ansässiges Wildtier, ein Forschungsfall und schließlich ein regionales „Maskottchen“. Nun bleibt von Bert neben vielen Begegnungen und Erinnerungen vor allem ein außergewöhnlich detailliertes wissenschaftliches Protokoll eines Elchlebens mitten in Deutschland.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Bert war mehr als ein ungewöhnlicher Besucher

Ein Elch aus Polen wandert nach Brandenburg, bleibt dort und wird über Jahre von Forschern begleitet: Berts Geschichte wirkt außergewöhnlich, weil sie zeigt, wie dynamisch sich Europas Tierwelt über nationale Grenzen hinweg bewegt.

Seine Bedeutung lag dabei nicht allein in seiner Bekanntheit. Bert lieferte etwas, das für die Wildtierforschung besonders wertvoll ist: langfristige Daten aus einem natürlichen Lebensraum. Straßen, Felder, Weiden, Wälder und menschliche Siedlungen gehören in Brandenburg eng zusammen. Dass ein Elch sich über Jahre in dieser Kulturlandschaft behaupten konnte, macht seinen Fall wissenschaftlich besonders interessant.

Sein Tod zeigt zugleich, dass Wildnis und menschlich geprägte Landschaft keine getrennten Welten sind. Bert bewegte sich zwischen Landwirtschaft und Naturgebieten, begegnete Nutztieren und offenbar auch Artgenossen.

Ob künftig weitere Elche dauerhaft in Deutschland leben werden, lässt sich aus einem einzelnen Tier nicht ableiten. Sollten jedoch häufiger Tiere aus den östlichen Populationen einwandern, werden Berts Daten eine wichtige Grundlage dafür liefern, ihre Lebensweise und die möglichen Konflikte mit Verkehr, Landwirtschaft und Menschen besser einzuschätzen.

Historischer Hintergrund

Elche waren historisch auch in Gebieten verbreitet, die heute zu Deutschland gehören. Durch Jagd und die Veränderung ihrer Lebensräume verschwanden sie jedoch über lange Zeit aus weiten Teilen Mitteleuropas.

Heute liegen größere europäische Elchbestände vor allem in Skandinavien, im Baltikum, in Polen und weiter östlich. Von dort gelangen einzelne Tiere immer wieder nach Deutschland.

Brandenburg spielt dabei wegen seiner Lage an der Grenze zu Polen eine besondere Rolle. Große Waldgebiete, Feuchtgebiete und dünner besiedelte Landschaften bieten wandernden Wildtieren vergleichsweise geeignete Lebensräume.

Bert wurde 2016 in Nordostpolen geboren und tauchte 2018 im südlichen Brandenburg auf. Ein Jahr später etablierte er im Naturpark Nuthe-Nieplitz sein dauerhaftes Streifgebiet.

Zukunftsprognose

Für die Wildtierforschung werden Berts GPS-Daten auch nach seinem Tod von Bedeutung bleiben. Sie ermöglichen Wissenschaftlern, Bewegungsmuster eines frei lebenden Elchs über einen ungewöhnlich langen Zeitraum auszuwerten.

Ökologisch stellt sich die Frage, ob Elche künftig häufiger aus Polen nach Brandenburg und in andere Regionen Ostdeutschlands einwandern. Einzelne Beobachtungen bedeuten allerdings noch nicht, dass sich in Deutschland dauerhaft eine größere Population etabliert.

Gesellschaftlich könnten häufigere Elchvorkommen neue Anforderungen an Wildtiermanagement und Information stellen. Besonders relevant wären Begegnungen mit Straßenverkehr, Landwirtschaft und Nutztieren.

International unterstreicht Berts Geschichte, dass Wildtiere keine Staatsgrenzen kennen. Für Forschung und Naturschutz gewinnen deshalb grenzüberschreitende Beobachtung und Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen an Bedeutung.

Wer war Elch Bert?

Bert war ein 2016 in Nordostpolen geborener Elchbulle. Er wanderte nach Deutschland ein und wurde im Februar 2018 erstmals im südlichen Brandenburg nachgewiesen. Ab 2019 lebte er dauerhaft im Naturpark Nuthe-Nieplitz.

Warum war Bert so besonders?

Nach Angaben der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde war Bert der bislang einzige bekannte Elch, der dauerhaft ein festes Streifgebiet in Deutschland bewohnte. Dadurch konnten Forscher sein Verhalten über Jahre beobachten.

Wie wurde Bert überwacht?

Der Elch trug ein GPS-Halsband. Dieses übermittelte regelmäßig Positionsdaten und ermöglichte den Wissenschaftlern, seine Wanderungen und die Nutzung seines Lebensraums nachzuvollziehen. Das Halsband lieferte schließlich auch Hinweise darauf, dass Bert gestorben war.

Was ist die Elchbrunft?

Die Brunft ist die Paarungszeit der Elche. In dieser Phase suchen Bullen nach Weibchen und konkurrieren untereinander. Treffen rivalisierende Elchbullen aufeinander, kann es zu körperlichen Auseinandersetzungen kommen.

OZD-Extra – Ein GPS-Signal verriet Berts Tod

Ausgerechnet die Technik, mit der Wissenschaftler Bert jahrelang durch Brandenburg begleitet hatten, lieferte am Ende den entscheidenden Hinweis.

Ab Samstagmorgen bewegte sich das GPS-Signal des Elchs nicht mehr. Zunächst bedeutete das lediglich, dass keine Ortsveränderung registriert wurde. Einen Tag später sendete das Halsband jedoch ein Signal, das auf den Tod des Tieres hindeutete.

Die Forscher konnten Bert daraufhin finden und seinen Kadaver bergen. Die anschließende Untersuchung am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin ergab schwere innere Verletzungen.

Was diese verursacht hatte, bleibt offen. Möglich sind unterschiedliche Szenarien: Bert hielt sich auf einer Rinderweide auf, gleichzeitig befand sich ein weiterer Elchbulle in seinem Revier. Einen eindeutigen Beleg für eine bestimmte Todesursache gibt es jedoch nicht.

So endet Berts wissenschaftlich dokumentierter Lebensweg mit einer offenen Frage – und mit einem Datensatz, der der Wildtierforschung noch lange erhalten bleiben dürfte.

Gewinnspiel

In welchem Bundesland lebte Elch Bert über Jahre dauerhaft?

A: Brandenburg

B: Bayern

C: Hessen

D: Saarland

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.