Fakten im Überblick
Weltmeister Spanien gewinnt zum Nations-League-Auftakt in London mit 3:2 gegen England und bleibt damit seit 39 Spielen ungeschlagen.
Harry Kane vergibt nach der Pause beim Stand von 2:1 für England einen Foulelfmeter, als er mit dem Standbein wegrutscht und die Latte trifft.
Die spanischen Einwechselspieler Alex Baena und Mikel Oyarzabal drehen die Partie nach der Pause endgültig zugunsten des Weltmeisters.
Harry Kane rutschte weg, der Ball krachte an die Latte – und ein Spiel, das England kurz zuvor noch fest in der Hand zu haben schien, kippte vollständig. Weltmeister Spanien hat den Nations-League-Auftakt im Londoner Wembley-Stadion nach einem intensiven Fußballabend mit 3:2 (1:2) gewonnen. Das Team von Trainer Luis de la Fuente drehte dabei einen Pausenrückstand und verlängerte seine beeindruckende Serie auf 39 Spiele ohne Niederlage. Für Englands deutschen Teammanager Thomas Tuchel bedeutete die Niederlage dagegen nur zwei Monate nach dem Halbfinal-Aus bei der Weltmeisterschaft den nächsten Rückschlag.
Dabei begann der Abend für die Three Lions denkbar schlecht. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als sich Innenverteidiger Marc Guéhi einen folgenschweren Fehler leistete. Spaniens Lamine Yamal nutzte die Gelegenheit und brachte den Weltmeister früh mit 1:0 in Führung.
Spanien bestimmte anschließend zunächst das Geschehen. In der 16. Minute musste sich Englands überraschend aufgestellter Torhüter James Trafford gegen WM-Finalheld Ferran Torres auszeichnen. Tuchel hatte dem 23-Jährigen von Leeds United den Vorzug vor Jordan Pickford gegeben – eine der auffälligsten Personalentscheidungen des Abends.
England brauchte lange, um sich aus der spanischen Umklammerung zu lösen. Dann änderte sich die Partie innerhalb von fünf Minuten vollständig.
Anthony Gordon erzielte in der 36. Minute den Ausgleich. Nur vier Minuten später war Kane zur Stelle und brachte England mit 2:1 in Führung. Plötzlich lag Spanien zurück, obwohl die Mannschaft von de la Fuente die Anfangsphase klar geprägt hatte.
Kurz vor der Pause hatte der Weltmeister beinahe noch eine Antwort. Eine vermeintliche Flanke von Marc Cucurella wurde gefährlich und landete am Pfosten. England rettete die knappe Führung in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel bekam Kane schließlich die große Gelegenheit, den Vorsprung auszubauen. England erhielt einen Foulelfmeter, und ausgerechnet der normalerweise so zuverlässige Kapitän trat an.
Doch Kane rutschte mit seinem Standbein weg.
Der Ball klatschte an die Latte. Selbst wenn er im Tor gelandet wäre, hätte der Treffer wegen einer Doppelberührung nicht gezählt. Der vergebene Strafstoß wurde dennoch zum emotionalen Wendepunkt des Spiels.
„Ich bin einfach enttäuscht über die Fehler“, sagte Gordon bei ITV Sport und nahm Kane ausdrücklich in Schutz: „Wenn der Elfmeter sitzt, können wir das Spiel auch gewinnen. Aber Elfmeter passieren nun mal. Er verschießt eigentlich nie, also drücken wir mal ein Auge zu.“
Spanien brauchte nicht lange, um Englands vergebene Chance zu bestrafen. Dani Olmo fing einen Fehlpass von Nico O'Reilly ab. Der eingewechselte Alex Baena nutzte die Situation in der 60. Minute eiskalt und erzielte das 2:2.
Damit nicht genug.
In der 74. Minute schlug der nächste spanische Joker zu. Mikel Oyarzabal überwand Trafford mit einem feinen Heber und stellte das Spiel endgültig auf den Kopf.
Aus einem 1:2-Rückstand war ein 3:2 für Spanien geworden.
Tuchel reagierte, doch eine seiner Entscheidungen sorgte für besondere Aufmerksamkeit. In der 83. Minute nahm der deutsche Teammanager Kane vom Feld. Der Kapitän musste die Schlussphase von draußen verfolgen.
England gelang der Ausgleich nicht mehr.
Damit setzte Spanien seine außergewöhnliche Serie fort. Der Weltmeister blieb auch im ersten Spiel nach seinem Triumph in Nordamerika ungeschlagen und unterstrich, dass die Mannschaft von de la Fuente weiterhin zu den dominierenden Teams des internationalen Fußballs gehört.
Für England verlief der Neustart nach der Weltmeisterschaft dagegen enttäuschend. Die Three Lions hatten Spanien zwischenzeitlich gedreht und besaßen sogar die große Gelegenheit zum 3:1. Am Ende standen jedoch mehrere individuelle Fehler, ein verschossener Elfmeter und eine Niederlage.
Im Parallelspiel der Gruppe A3 gewann Kroatien mit 2:1 in Tschechien. Nach einer torlosen ersten Halbzeit brachte Kapitän Luka Modric die Kroaten in der 47. Minute nach Vorarbeit von Igor Matanovic aus Freiburg in Führung.
Adam Karabec, der beim ersten Gegentor noch gepatzt hatte, erzielte sieben Minuten später den Ausgleich für Tschechien. Marco Pasalic sorgte in der 77. Minute schließlich für Kroatiens Siegtreffer.
Auch in Liga B wurde gespielt. Die Schweiz startete mit einem souveränen 3:0 in Nordmazedonien in die Gruppe B1. Remo Freuler eröffnete in der 22. Minute, Zeki Amdouni traf in der 41. und 74. Minute doppelt.
Zwischen Slowenien und Schottland fielen dagegen keine Tore.
Der Abend gehörte dennoch dem Duell in Wembley. England hatte Weltmeister Spanien am Rand einer Niederlage – und ließ die Gelegenheit verstreichen.
Für Kane wird dabei vor allem eine Szene bleiben: der Anlauf vom Punkt, das Wegrutschen und der Ball an der Latte.
Wenige Minuten später begann Spaniens Comeback.
OZD/SID
OZD-Kommentar – Nicht Kanes Elfmeter allein kostet England den Sieg
Es wäre einfach, diese Niederlage auf Harry Kane zu reduzieren.
Der Kapitän hatte beim Stand von 2:1 die große Gelegenheit, England möglicherweise entscheidend davonzubringen. Er rutschte weg und traf die Latte. Dass der Treffer wegen der Doppelberührung ohnehin nicht gezählt hätte, macht die Szene noch kurioser.
Doch England verlor dieses Spiel nicht allein am Elfmeterpunkt.
Schon nach zwei Minuten führte ein schwerer Fehler von Marc Guéhi zum Rückstand. Vor dem 2:2 leistete sich Nico O'Reilly den nächsten folgenschweren Ballverlust. Gegen eine Mannschaft wie Spanien werden solche Fehler bestraft.
Genau darin liegt die wichtigste Erkenntnis für Thomas Tuchel. England zeigte, dass es den Weltmeister unter Druck setzen und selbst nach frühem Rückstand zurückkommen kann. Gleichzeitig fehlte die Konsequenz, einen solchen Abend zu kontrollieren.
Spanien demonstrierte das Gegenteil. Die Mannschaft blieb ruhig, nutzte die Fehler des Gegners und bekam durch Baena und Oyarzabal entscheidende Impulse von der Bank.
39 Spiele ohne Niederlage entstehen nicht durch Zufall.
Historischer Hintergrund
England gegen Spanien gehört inzwischen zu den herausragenden Duellen des europäischen Nationalmannschaftsfußballs.
Besonders schmerzhaft ist die jüngere Geschichte für die Engländer. Im EM-Finale 2024 trafen beide Nationen ebenfalls aufeinander. Spanien gewann damals den Titel.
Nun kam es in Wembley zur nächsten prestigeträchtigen Begegnung – diesmal zum Auftakt der Nations League.
Für Harry Kane besitzt London ohnehin besondere Bedeutung. Der englische Kapitän spielt auf Vereinsebene für Bayern München und gehört seit Jahren zu den wichtigsten Torjägern seiner Nationalmannschaft.
Thomas Tuchel wiederum kennt Kane bestens aus dem deutschen Vereinsfußball. Als englischer Teammanager soll der frühere Trainer unter anderem von Chelsea und Bayern München die Three Lions zu internationalen Titeln führen.
Zukunftsprognose
Spanien verschafft sich mit dem Auswärtssieg eine starke Ausgangsposition in der Gruppe A3. Gleichzeitig dürfte die Serie von nun 39 ungeschlagenen Spielen das Selbstvertrauen des Weltmeisters weiter stärken.
Für England beginnt dagegen unmittelbar die Analyse. Die Mannschaft zeigte gegen Spanien starke Phasen, wurde aber durch individuelle Fehler und mangelnde Konsequenz um ein besseres Ergebnis gebracht.
Tuchel dürfte insbesondere die defensive Stabilität beschäftigen. Gleichzeitig muss er entscheiden, wie sich seine Torhüter-Hierarchie entwickelt. Mit James Trafford statt Jordan Pickford setzte er bereits zum Auftakt ein deutliches personelles Signal.
Für Kane dürfte der verschossene Elfmeter keine grundsätzliche Debatte über seine Bedeutung auslösen. Seine außergewöhnliche Trefferquote und Erfahrung machen ihn weiterhin zu einem zentralen Spieler der englischen Offensive.
In der Gruppe bleibt auch Kroatien nach dem Sieg in Tschechien ein wichtiger Konkurrent. Damit könnte sich früh ein enger Kampf zwischen Spanien, England und Kroatien entwickeln.
Wer ist Lamine Yamal?
Lamine Yamal ist spanischer Nationalspieler und eines der herausragenden Offensivtalente des internationalen Fußballs. In Wembley nutzte er bereits in der zweiten Minute einen englischen Fehler zur Führung.
Wer ist Luis de la Fuente?
Luis de la Fuente ist Trainer der spanischen Nationalmannschaft. Unter seiner Leitung entwickelte sich Spanien erneut zu einer dominierenden Kraft im internationalen Fußball.
Warum war Kanes Elfmeter besonders kurios?
Harry Kane rutschte bei der Ausführung mit seinem Standbein weg und traf die Latte. Wäre der Ball ins Tor gegangen, hätte der Treffer wegen einer Doppelberührung dennoch nicht gezählt.
Was ist die Nations League?
Die UEFA Nations League ist ein Wettbewerb für europäische Nationalmannschaften. Die Teams spielen in verschiedenen Ligen und Gruppen gegeneinander. Die erfolgreichsten Mannschaften der höchsten Liga kämpfen anschließend um den Titel.
OZD-Extra – Spaniens Joker entscheiden den Wembley-Kracher
Luis de la Fuente bekam die entscheidenden Tore ausgerechnet von seiner Bank.
Alex Baena kam ins Spiel und nutzte nach einem abgefangenen Fehlpass von Nico O'Reilly seine Gelegenheit zum 2:2.
Dann schlug auch Mikel Oyarzabal zu.
Mit einem technisch starken Heber erzielte er in der 74. Minute das 3:2.
Zwei Einwechselspieler drehten damit nach der Pause das Spiel für Spanien.
Für Trainer sind solche Siege besonders wertvoll. Nicht nur die Startelf entscheidet, sondern auch die Qualität der Spieler, die in der zweiten Hälfte nachlegen können.
In Wembley hatte Spanien davon genug.
Gewinnspiel
Wie endete das Nations-League-Spiel zwischen England und Spanien?
A: 2:1 für England
B: 2:2
C: 3:2 für Spanien
D: 4:2 für Spanien
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.