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3,8 Millionen Besucher auf dem Oktoberfest: Wiesn zieht zur Halbzeit beeindruckende Bilanz

Zur Halbzeit zählt das Oktoberfest rund 3,8 Millionen Besucher. Während weniger Festbier fließt, steigt die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier deutlich.

Fakten im Überblick

Rund 3,8 Millionen Menschen haben das Oktoberfest in München während der ersten acht Tage besucht – etwa 300.000 mehr als zur Halbzeit des Vorjahres.

Die Polizei war bislang 936-mal im Einsatz und registrierte 471 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten.

Der Festbierkonsum sank um 1,4 Prozent, während 4,5 Prozent mehr alkoholfreies Bier und 15 Prozent mehr Weißbier verkauft wurden.

Das Oktoberfest in München bleibt ein gewaltiger Publikumsmagnet: Rund 3,8 Millionen Menschen haben die Wiesn nach Schätzung der Festleitung bereits während der ersten acht Tage besucht. Damit liegt das größte Volksfest der Welt zur Halbzeit über dem Vorjahresniveau. Damals waren zu diesem Zeitpunkt etwa 3,5 Millionen Besucher gezählt worden. Trotz des größeren Andrangs floss allerdings etwas weniger klassisches Festbier.

Die Polizei zieht bislang eine grundsätzlich positive Zwischenbilanz. Bis Sonntag waren die Beamten auf dem Festgelände 936-mal im Einsatz und registrierten dabei insgesamt 471 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. Beide Werte liegen über dem Vorjahresniveau. Angesichts der gestiegenen Besucherzahl fällt die Bewertung dennoch positiv aus. „Gemessen an den Besucherzahlen sind wir trotzdem zufrieden“, erklärte die Münchner Polizei.

Auch für den Sanitätsdienst bedeuten Millionen Besucher eine enorme Herausforderung. Die Aicher Ambulanz Union versorgte in der ersten Hälfte des Oktoberfests rund 4240 Patientinnen und Patienten. Das waren sieben Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Vorjahres-Wiesn. Nur 55 Menschen mussten anschließend vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden.

Das medizinische Einsatzgeschehen entsprach nach Angaben der Helfer weitgehend dem „gewohnten Wiesn-Bild“. Rund 35 Prozent der Behandlungen standen im Zusammenhang mit alkoholbedingten Beschwerden. Weitere 32 Prozent entfielen auf chirurgische Fälle wie Schnitt- und Platzwunden, Prellungen oder Knochenbrüche. Die Münchner Feuerwehr meldete zusätzlich 886 Einsätze des öffentlichen Rettungsdienstes. Diese Zahlen seien mit dem Vorjahr vergleichbar.

Beim Bier zeigt sich unterdessen eine interessante Verschiebung. Obwohl mehr Menschen auf die Theresienwiese kamen, sank der Festbierkonsum nach Angaben des Vereins der Münchner Brauereien um 1,4 Prozent gegenüber der Vorjahreshalbzeit. Gleichzeitig stieg der Absatz alkoholfreien Biers um 4,5 Prozent.

Noch stärker entwickelte sich das Weißbier. Hier meldeten die Verantwortlichen ein Plus von 15 Prozent. Als möglicher Grund gelten die sommerlichen Temperaturen während der ersten Festhälfte.

Damit zeichnet sich auf der Wiesn zumindest zur Halbzeit ein verändertes Konsumbild ab: mehr Besucher, aber nicht automatisch mehr klassisches Festbier.

Bier bleibt dennoch ein zentraler Bestandteil des Oktoberfests – und wird für die Gäste zunehmend teuer. In diesem Jahr kostet eine Maß bis zu 15,90 Euro. Im vergangenen Jahr wurden während des gesamten Oktoberfests rund 6,5 Millionen Maß ausgeschenkt.

Neben Besucher- und Bierstatistiken richtet sich der Blick traditionell auf die Sicherheitslage. Nach Angaben der Polizei wurden bislang 32 Sexualdelikte angezeigt. Anzeigen wegen Vergewaltigung waren nicht darunter. Zudem registrierten die Beamten 135 Körperverletzungen – genauso viele wie zur Halbzeit des Vorjahres.

Hinzu kamen 35 Taschendiebstähle und 122 Rauschgiftdelikte.

Eine weitere Herausforderung spielt sich über den Köpfen der Besucher ab. Insgesamt 82 Luftfahrzeuge verletzten nach Angaben der Einsatzkräfte bislang die Flugverbotszone über dem Oktoberfest. In 74 Fällen handelte es sich um Drohnen.

Die Zahlen verdeutlichen den enormen Sicherheitsaufwand rund um die Wiesn. Mehrere Millionen Menschen bewegen sich innerhalb weniger Tage auf und rund um die Theresienwiese. Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdienste und weitere Einsatzkräfte müssen deshalb gleichzeitig auf alltägliche medizinische Notfälle, Straftaten und besondere Sicherheitslagen vorbereitet sein.

Die Festleitung zieht nach der ersten Hälfte dennoch eine ausgesprochen positive Bilanz. Bislang habe „beste Stimmung“ geherrscht, begleitet von gutem Wetter.

Noch ist allerdings erst Halbzeit.

Das Oktoberfest dauert bis zum 4. Oktober. Wie in den vergangenen Jahren werden insgesamt wieder deutlich mehr als sechs Millionen Besucher erwartet.

Sollte der bisherige Andrang anhalten, dürfte München auch in diesem Jahr erneut erleben, welche enorme internationale Anziehungskraft die Wiesn besitzt.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Mehr Besucher, weniger Festbier: Die Wiesn verändert sich

3,8 Millionen Besucher nach acht Tagen sind eine beeindruckende Zahl. Noch interessanter ist jedoch, was diese Menschen auf der Theresienwiese offenbar trinken.

Der klassische Festbierkonsum sinkt leicht, obwohl deutlich mehr Gäste kommen. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier, während Weißbier kräftig zulegt.

Eine Halbzeitbilanz reicht nicht aus, um daraus einen dauerhaften Trend abzuleiten. Bemerkenswert ist die Entwicklung trotzdem. Hohe Preise, sommerliche Temperaturen und ein möglicherweise bewussterer Umgang mit Alkohol können das Konsumverhalten beeinflussen.

Auch die Sicherheitsbilanz verdient eine differenzierte Betrachtung. 936 Polizeieinsätze wirken zunächst enorm. Bei 3,8 Millionen Besuchern müssen die Zahlen jedoch ins Verhältnis zur Größe des Volksfests gesetzt werden.

Das gilt ebenso für die medizinischen Einsätze. Tausende Behandlungen zeigen, welche logistische Herausforderung das Oktoberfest für München bedeutet.

Die zweite Wiesn-Hälfte wird zeigen, ob sich die bisherigen Entwicklungen fortsetzen. Besonders der rückläufige Festbierkonsum dürfte dabei aufmerksam beobachtet werden.

Historischer Hintergrund

Das Münchner Oktoberfest geht auf das Jahr 1810 zurück. Anlass war die Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Die Feierlichkeiten fanden auf einer Wiese vor den damaligen Toren Münchens statt.

Nach Prinzessin Therese erhielt das Gelände seinen heutigen Namen: Theresienwiese. Daraus entwickelte sich über die Jahrzehnte das Oktoberfest in seiner heutigen Form.

Mittlerweile gilt die Wiesn als größtes Volksfest der Welt und ist international eines der bekanntesten Ereignisse Deutschlands.

Millionen Gäste aus Deutschland, Europa, den USA, Australien, Asien und vielen weiteren Regionen reisen jedes Jahr nach München. Dadurch besitzt das Oktoberfest neben seiner kulturellen auch eine erhebliche touristische und wirtschaftliche Bedeutung für die bayerische Landeshauptstadt.

Zukunftsprognose

Bis zum Ende des Oktoberfests am 4. Oktober dürfte die Besucherzahl deutlich über sechs Millionen steigen, sofern der weitere Verlauf keine größeren Einschränkungen bringt.

Wirtschaftlich bleibt die Wiesn für München und Bayern ein bedeutender Faktor. Hotels, Gastronomie, Einzelhandel, Verkehrsbetriebe und zahlreiche Dienstleister profitieren vom internationalen Besucherandrang.

Gesellschaftlich dürfte insbesondere der Alkoholkonsum weiter diskutiert werden. Sollte der Absatz alkoholfreier Getränke auch über mehrere Jahre steigen, könnte sich das Angebot auf dem Fest langfristig weiter verändern.

Für Polizei und Rettungsdienste bleibt die zweite Hälfte anspruchsvoll. Mehrere Millionen weitere Gäste bedeuten zwangsläufig zusätzliche Einsätze.

International bleibt das Oktoberfest zugleich ein wichtiger touristischer Botschafter für München, Bayern und Deutschland.

Was ist das Oktoberfest?

Das Oktoberfest ist ein jährlich auf der Theresienwiese in München veranstaltetes Volksfest. Es gilt als größtes Volksfest der Welt und zieht jedes Jahr Millionen Besucher aus Deutschland und dem Ausland an.

Warum heißt das Oktoberfest auch „Wiesn“?

Der Name bezieht sich auf den Veranstaltungsort, die Theresienwiese. Im bayerischen Sprachgebrauch wurde daraus kurz „Wiesn“.

Was kostet eine Maß Bier 2026?

Auf dem Oktoberfest kostet eine Maß in diesem Jahr bis zu 15,90 Euro. Die Preise unterscheiden sich je nach Festzelt.

Wie lange dauert das Oktoberfest 2026?

Die Münchner Wiesn läuft in diesem Jahr bis zum 4. Oktober.

OZD-Extra – Alkoholfreies Bier gewinnt auf der Wiesn an Boden

Eine Zahl der Halbzeitbilanz fällt besonders auf.

Während der klassische Festbierkonsum um 1,4 Prozent zurückging, wurden 4,5 Prozent mehr alkoholfreie Biere verkauft.

Beim Weißbier betrug das Plus sogar 15 Prozent.

Die sommerlichen Temperaturen könnten den Weißbierabsatz begünstigt haben. Beim alkoholfreien Bier deutet die Entwicklung zumindest darauf hin, dass sich auch auf einem traditionell stark mit Bier verbundenen Volksfest die Nachfrage verändert.

Dabei bleibt die Dimension des Oktoberfests enorm: Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 6,5 Millionen Maß Bier ausgeschenkt.

Ob der leichte Rückgang beim Festbier bis zum Ende der diesjährigen Wiesn bestehen bleibt, wird die Abschlussbilanz zeigen.

Gewinnspiel

Wie viele Besucher kamen nach Schätzung der Festleitung in den ersten acht Tagen zum Oktoberfest 2026?

A: Rund 2,4 Millionen

B: Rund 3,0 Millionen

C: Rund 3,8 Millionen

D: Rund 5,2 Millionen

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.