Fakten im Überblick
Der ADAC erwartet vor allem am Freitagnachmittag durch Pendler, Wochenendreisende und Ausflügler eine erhöhte Staugefahr.
Rund um München und Stuttgart können das Oktoberfest und der Cannstatter Wasen für zusätzlichen Verkehr sorgen.
Auf Deutschlands Autobahnen gibt es derzeit nach ADAC-Angaben etwa 1060 Baustellen.
Autofahrer in Deutschland müssen sich am kommenden Wochenende trotz insgesamt abnehmender Staugefahr wieder auf vollere Autobahnen einstellen. Besonders bei schönem Herbstwetter erwartet der ADAC starken Ausflugsverkehr in Richtung Alpen, Mittelgebirge, Nord- und Ostseeküste sowie zu beliebten Seen. Hinzu kommen Reisende aus der Schweiz, wo je nach Kanton die Herbstferien beginnen oder bereits laufen.
Einen klassischen Feiertagsreiseverkehr erwartet der Automobilklub dagegen nicht. Der Tag der Deutschen Einheit fällt in diesem Jahr auf einen Samstag und sorgt deshalb nicht für ein zusätzliches langes Wochenende. Besonders kritisch könnte es dennoch am Freitagnachmittag werden. Dann treffen Berufspendler, Wochenendreisende und Ausflügler aufeinander. Auch bei der Rückreise am Wochenende können die Straßen am späten Nachmittag voller werden.
Ein besonderer Verkehrsschwerpunkt dürfte München sein. Dort endet am Sonntag das Oktoberfest. Rund um die bayerische Landeshauptstadt rechnet der ADAC deshalb mit zusätzlichem Verkehr auf den Zufahrtsstraßen. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, muss ebenfalls mit stark ausgelasteten Bussen und Bahnen rechnen.
Ähnlich sieht die Situation in Stuttgart aus. Dort lockt der Cannstatter Wasen zahlreiche Besucher an. Die Kombination aus Veranstaltungsverkehr, gewöhnlichem Wochenendverkehr und Baustellen kann insbesondere auf den wichtigen Zufahrtsachsen der baden-württembergischen Landeshauptstadt zu Verzögerungen führen.
Generell bleiben Baustellen einer der größten Bremsfaktoren auf Deutschlands Fernstraßen. Nach Angaben des ADAC gibt es derzeit bundesweit etwa 1060 Autobahnbaustellen. Verengte Fahrbahnen, reduzierte Geschwindigkeiten und zeitweise Sperrungen können deshalb auch dort Staus verursachen, wo das Verkehrsaufkommen ansonsten überschaubar wäre.
Auch Reisende in Richtung Österreich müssen Geduld einplanen. Betroffen sein können unter anderem die West-, Pyhrn-, Tauern-, Inntal- und Brennerautobahn sowie die Fernpassroute. An der Luegbrücke auf der Brennerroute sorgen Sanierungsarbeiten weiterhin für Einschränkungen. Damit bleibt eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen zwischen Deutschland, Österreich und Italien ein möglicher Engpass.
In der Schweiz erwartet der ADAC ebenfalls erhöhtes Verkehrsaufkommen. Genannt werden insbesondere die A1 zwischen Bern und Zürich, die A2 von Basel über Luzern sowie die A3 zwischen Basel und Chur. Auch auf der A13 über die San-Bernardino-Route zwischen Bregenz und Chiasso kann es voller werden.
Wer nach Italien fährt, sollte ebenfalls zusätzliche Zeit einplanen. Behinderungen sind auf den Fernstraßen zwischen der Schweiz, Mailand und Genua sowie entlang der Brennerroute möglich.
Auf der Rückfahrt nach Deutschland können außerdem Grenzkontrollen für zusätzliche Wartezeiten sorgen.
Damit bleibt die Verkehrslage zwar entspannter als während der großen sommerlichen Reisewellen. Wer am Wochenende allerdings bei schönem Wetter in Richtung Alpen, Mittelgebirge, Küsten oder Seen startet oder Großveranstaltungen in München und Stuttgart besucht, sollte genügend Zeitreserven einplanen.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Ein Herbstwochenende mit klassischen Staufallen
Die großen Ferienreisewellen sind vorbei, doch freie Autobahnen sind deshalb keineswegs garantiert. Das kommende Wochenende zeigt, wie viele unterschiedliche Faktoren inzwischen gleichzeitig für Verkehrsprobleme sorgen können.
Ausflügler treffen auf Pendler, Großveranstaltungen auf Baustellen und grenzüberschreitender Ferienverkehr auf wichtige Nord-Süd-Routen. Allein rund 1060 Autobahnbaustellen können an zahlreichen Stellen zum Nadelöhr werden.
Besonders rund um München und Stuttgart ist vorausschauende Planung sinnvoll. Das Oktoberfest-Finale und der Cannstatter Wasen erzeugen zusätzlichen Verkehr genau dort, wo die Straßen ohnehin stark belastet sind.
Wer zeitlich flexibel ist, kann die besonders verkehrsreichen Stunden meiden. Gerade der Freitagnachmittag dürfte für viele Reisende die ungünstigste Startzeit sein.
Die Lage dürfte insgesamt deutlich unter den Spitzenwerten der Sommerferien bleiben. Lokal können Baustellen, Veranstaltungen und schönes Ausflugswetter dennoch für erhebliche Verzögerungen sorgen.
Historischer Hintergrund
Herbstwochenenden gehören traditionell zu den schwerer vorhersehbaren Reisezeiten auf deutschen Autobahnen. Anders als zu Beginn oder Ende der Sommerferien entstehen die Verkehrsströme nicht ausschließlich durch klassische Urlaubsreisen.
Schönes Wetter kann kurzfristig viele Menschen zu Ausflügen in die Alpen, Mittelgebirge, an Seen oder an die Küsten bewegen. Gleichzeitig laufen in verschiedenen europäischen Regionen Herbstferien.
Eine besondere Bedeutung haben die Transitachsen durch Österreich und die Schweiz. Sie verbinden Deutschland mit wichtigen Urlaubszielen in den Alpen und Italien.
Die Brennerroute zählt dabei zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas. Bau- und Sanierungsarbeiten an zentralen Abschnitten können deshalb Auswirkungen auf den Reiseverkehr über mehrere Länder hinweg haben.
Zukunftsprognose
Mit dem weiteren Verlauf des Herbstes dürfte der klassische Urlaubsverkehr auf Deutschlands Autobahnen tendenziell weiter abnehmen. Gleichzeitig können Herbstferien, gutes Wetter und regionale Großveranstaltungen immer wieder kurzfristige Verkehrsspitzen erzeugen.
Besonders relevant bleiben die zahlreichen Baustellen. Solange auf wichtigen Autobahnabschnitten Fahrspuren reduziert oder Bauwerke saniert werden, können bereits vergleichsweise moderate Verkehrsmengen Staus verursachen.
Auch auf den internationalen Transitstrecken zwischen Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien müssen Autofahrer weiterhin mit punktuellen Einschränkungen rechnen.
Für Reisende bedeutet das: Nicht allein die Kilometerzahl entscheidet über die Fahrzeit. Baustellen, Veranstaltungsverkehr, Grenzkontrollen und der gewählte Abfahrtszeitpunkt können den Unterschied machen.
Wann ist die Staugefahr besonders hoch?
Der ADAC erwartet vor allem am Freitagnachmittag ein erhöhtes Verkehrsaufkommen.
Dann treffen Berufspendler und Wochenendreisende aufeinander. Bei schönem Wetter kommen zusätzlich zahlreiche Ausflügler hinzu.
Auch bei der Rückreise am späten Nachmittag kann es auf beliebten Strecken voller werden.
Warum wird es rund um München besonders voll?
Am Sonntag endet das Oktoberfest in München.
Dadurch ist mit zusätzlichem Verkehr auf den Zufahrtsstraßen zur bayerischen Landeshauptstadt zu rechnen. Auch Busse und Bahnen können stark ausgelastet sein.
Warum ist Stuttgart betroffen?
In Stuttgart findet der Cannstatter Wasen statt.
Das große Volksfest zieht zahlreiche Besucher an und kann deshalb insbesondere auf den Zufahrtsstraßen für zusätzliche Belastungen sorgen.
Wo drohen im Ausland Staus?
In Österreich nennt der ADAC unter anderem die West-, Pyhrn-, Tauern-, Inntal- und Brennerautobahn sowie die Fernpassroute.
In der Schweiz können die A1 zwischen Bern und Zürich, die A2 über Luzern, die A3 zwischen Basel und Chur sowie die San-Bernardino-Route stärker belastet sein.
Auch auf wichtigen Verbindungen nach Norditalien sind Verzögerungen möglich.
OZD-Extra – 1060 Baustellen bleiben der große Unsicherheitsfaktor
Die vielleicht wichtigste Zahl für Autofahrer an diesem Wochenende lautet 1060.
So viele Autobahnbaustellen gibt es nach Angaben des ADAC derzeit bundesweit. Selbst wenn der Reiseverkehr im Herbst grundsätzlich zurückgeht, können diese Engstellen schnell für Verzögerungen sorgen.
Besonders problematisch wird es, wenn mehrere Faktoren zusammentreffen: Baustelle, Freitagnachmittagsverkehr und schönes Ausflugswetter.
Für längere Fahrten lohnt sich deshalb ein Blick auf die aktuelle Verkehrslage unmittelbar vor der Abfahrt. Wer seine Reisezeit flexibel wählen kann, sollte besonders belastete Zeitfenster nach Möglichkeit meiden.
Gewinnspiel
Wie viele Autobahnbaustellen gibt es nach Angaben des ADAC derzeit ungefähr in Deutschland?
A: 360
B: 660
C: 1060
D: 2060
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.