Fakten im Überblick
Auf Fidschi haben die Vorverhandlungen zum UN-Klimagipfel begonnen.
Fidschis Klimaministerin fordert einen "gerechten Übergang" zu erneuerbaren Energien.
Der UN-Klimagipfel COP31 findet im November in Antalya in der Türkei statt.
Auf den Fidschi-Inseln haben am Montag die Vorverhandlungen zum bevorstehenden UN-Klimagipfel in der Türkei begonnen. Fidschis Klimaministerin Lynda Tabuya appellierte zu Beginn der Beratungen in Nadi eindringlich an die Industrieländer, einen "gerechten Übergang" zu erneuerbaren Energien zu unterstützen. Sie forderte "Verpflichtungen seitens der Industrieländer hinsichtlich der Reduzierung von Treibhausgasemissionen und der Abkehr von fossilen Brennstoffen" und pochte auf einen "gerechten Wandel weg von fossilen Brennstoffen". Nach ihren Worten sollten die Industrieländer besonders jenen Ländern helfen, die am stärksten von den Folgen der globalen Erwärmung betroffen sind.
Tabuya berichtete, der Regierungschef von Fidschi werde den Staats- und Regierungschefs der Pazifikregion in dieser Woche "drei klare Botschaften überbringen". Dazu gehöre, dass "Das 1,5-Grad-Ziel muss in Reichweite bleiben". Außerdem müssten die Finanzmittel die Gemeinschaften erreichen, "die sie benötigen". Als dritte Forderung nannte sie den Schutz des Ozeans. In Nadi treffen sich einen Monat vor dem UN-Klimagipfel Unterhändler aus aller Welt zu möglicherweise entscheidenden Gesprächen. Auch mehrere Staats- und Regierungschefs der Pazifikregion nehmen teil, um auf die besondere Bedrohung durch den Klimawandel für ihre Länder aufmerksam zu machen. Diese sind durch den nach UN-Angaben im Rekordtempo steigenden Meeresspiegel besonders stark gefährdet. Der kommende UN-Klimagipfel COP31 findet vom 9. bis 20. November in Antalya statt und wird von der Türkei gemeinsam mit Australien ausgerichtet. Beim letzten Klimagipfel in Brasilien hatten sich die Teilnehmer nicht auf einen gemeinsamen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Energien verständigen können.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Fidschis Weckruf an die Welt
Wenn auf Fidschi die Staaten des Pazifiks die Industrieländer auffordern, beim "gerechten Übergang" größere Anstrengungen zu unternehmen, ist das mehr als Symbolik. Der Handlungsdruck wächst, denn für viele Inselstaaten geht es um nichts weniger als ihre Existenz. Die geforderten "Verpflichtungen seitens der Industrieländer hinsichtlich der Reduzierung von Treibhausgasemissionen und der Abkehr von fossilen Brennstoffen" sind längst überfällig. Um das "Das 1,5-Grad-Ziel muss in Reichweite bleiben" möglich zu machen, müssen die Hauptverursacher der Emissionen jetzt handeln. Die kommenden Wochen zeigen, ob die Klimadiplomatie endlich Antworten findet.
Welches Signal von Nadi und Antalya ausgeht, entscheidet mit über die Glaubwürdigkeit globaler Klimapolitik. Die Zeit der Ankündigungen läuft ab, konkrete Vereinbarungen sind nötig.
Historischer Hintergrund
Pazifische Inselstaaten wie Fidschi sind besonders gefährdet durch den Klimawandel und machen seit Jahren auf die Bedrohung durch steigende Meeresspiegel aufmerksam. Beim UN-Klimagipfel 2023 in Brasilien blieb der große Durchbruch beim Ausstieg aus fossilen Energien aus. Die Erwartungen an COP31 in Antalya sind entsprechend hoch.
Zukunftsprognose
Verbindliche Zusagen der Industrieländer bei Reduzierung von Emissionen und finanzieller Unterstützung könnten die Chancen auf das 1,5-Grad-Ziel erhöhen. Ohne Fortschritte drohen weitere Schäden durch den Klimawandel und Vertrauensverluste im internationalen Klimaschutz.
Einigen sich die Länder erneut nicht, könnten vor allem besonders gefährdete Staaten weiterhin keine ausreichende Unterstützung erhalten. Auch wirtschaftliche Folgen für Küstenregionen und die internationale Glaubwürdigkeit des Klimaschutzes stehen auf dem Spiel.
Erklärungen
Was ist COP31?
COP31 ist die 31. Konferenz der Vertragsparteien der UN-Klimarahmenkonvention. Sie wird 2024 von der Türkei und Australien ausgerichtet.
Was bedeutet das 1,5-Grad-Ziel?
Das 1,5-Grad-Ziel soll die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Zeiten begrenzen, um schwerwiegende Folgen für Mensch und Umwelt zu verhindern.
OZD-Extras
Fidschi nutzt die Bühne, um die Forderungen der besonders verwundbaren Staaten sichtbar zu machen. Das Thema Klimagerechtigkeit erhält dadurch global mehr Aufmerksamkeit.
Klare Beschlüsse beim UN-Klimagipfel könnten langfristig den Energiesektor, internationale Investitionen und Klimafonds beeinflussen. Kurzfristige Marktreaktionen werden von den Vorverhandlungen nicht erwartet.
Gewinnspiel
In welchem Land findet der UN-Klimagipfel COP31 im November statt?
A) Brasilien
B) Türkei
C) USA
D) Indien
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.