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Steinmeier reist nach Frankreich stärkt Freundschaft

Steinmeier reist mit Ministern und Ministerpräsidenten nach Frankreich und will die deutsch-französische Freundschaft stärken.

Fakten im Überblick

Bundespräsident Steinmeier reist mit einer Delegation zu Staatsbesuch nach Frankreich.

Frankreich erlebt aktuell gewaltsame Schülerproteste mit vielen Verletzten.

Der Besuch ist der erste Staatsbesuch eines Bundespräsidenten seit 13 Jahren.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am Mittwoch zu einem mehrtägigen Staatsbesuch nach Frankreich aufbrechen. Begleitet wird er von mehreren Ministern und Ministerpräsidenten, darunter Vertreter der drei an Frankreich grenzenden Bundesländer: Ministerpräsidentin Anke Rehlinger aus dem Saarland, Cem Özdemir aus Baden-Württemberg und Gordon Schnieder aus Rheinland-Pfalz. Nach Angaben des französischen Präsidialamts biete der Besuch Gelegenheit, „die Tiefe der deutsch-französischen Freundschaft zu kräftigen“. Der Zeitpunkt der Reise ist angesichts der aktuellen Lage in Frankreich bedeutsam, da das Land von einer Welle von Schülerprotesten mit gewaltsamen Ausschreitungen mit mindestens tausend Verletzten erschüttert wird.

Ministerpräsidentin Anke Rehlinger betonte mit Blick auf das Saarland: „Das Saarland lebt die deutsch-französische Freundschaft jeden Tag. Für uns ist Frankreich nicht nur ein wichtiger und enger Partner, sondern unmittelbarer Teil unserer europäischen Lebenswirklichkeit“. Steinmeier wird zudem an einer feierlichen Kranzniederlegung am Pariser Triumphbogen und einer Besichtigung des Panthéon teilnehmen, der Ruhmesstätte Frankreichs, in der bedeutende Persönlichkeiten bestattet sind. Dort sind auch Werke des deutschen Künstlers Anselm Kiefer ausgestellt.

Laut Bundespräsidialamt soll Steinmeier mit seiner Frau Elke Büdenbender am Mittwoch bereits an einem Empfang zum Tag der Deutschen Einheit in der Residenz des deutschen Botschafters teilnehmen. Am Donnerstagabend folgt ein Staatsbankett mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Weitere Details des noch bis Freitag andauernden Besuchs wurden bislang nicht bekannt gegeben. Es ist der erste Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten in Frankreich seit 13 Jahren. Damals war Joachim Gauck auf Einladung von François Hollande zu Gast.

Macron war im Gegenzug im Jahr 2024 als Staatsgast in Deutschland – unter anderem in Dresden und Münster. Damals hielt Steinmeier eine Laudatio auf Macron, der den Westfälischen Friedenspreis erhielt. Die Reise gilt auch als Abschiedsbesuch: Beide Präsidenten kamen im Frühjahr 2017 ins Amt und werden voraussichtlich im kommenden Frühjahr ausscheiden. Der Besuch steht außerdem im Zeichen aktueller politischer Entwicklungen: Nach jüngsten Landtagswahlen in Deutschland mit Erfolgen der AfD und der bevorstehenden Präsidentschaftswahl in Frankreich, bei der Marine Le Pen gute Chancen hat.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Zeit für echte Zeichen der Freundschaft

Der Staatsbesuch von Bundespräsident Steinmeier kommt zu einem kritischen Moment für die deutsch-französischen Beziehungen. Während in Frankreich soziale Spannungen und Proteste das öffentliche Leben prägen und rechtspopulistische Parteien in beiden Ländern politischen Einfluss gewinnen, setzen Steinmeier und Macron gezielte Signale der Verbundenheit. Symbolische Gesten wie die Kranzniederlegung und die Besichtigung nationaler Erinnerungstätten zeigen, dass persönliche und historische Beziehungen auch im politischen Wandel Bestand haben können. Ob diese Zeichen im angespannten Klima ihre Kraft entfalten, bleibt offen. Angesichts wachsender Herausforderungen für Europa dürfte die Bedeutung des deutsch-französischen Miteinanders aber sogar weiter steigen. Wahrscheinlich wird das Bekenntnis zu dieser Freundschaft Prüfungen bestehen müssen, die sich längst nicht mehr auf das Protokoll beschränken.

Historischer Hintergrund

Die deutsch-französische Freundschaft entwickelte sich nach Jahrzehnten der Rivalität in Europa zu einer tragenden Säule für Frieden und Zusammenarbeit. Der letzte Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten in Frankreich fand vor 13 Jahren statt, als Joachim Gauck von François Hollande eingeladen wurde. Frankreich und Deutschland sind zentrale Partner im europäischen Integrationsprozess und setzen bei bilateralen Besuchen politische Zeichen für die EU.

Zukunftsprognose

Der Staatsbesuch könnte das Vertrauen zwischen Deutschland und Frankreich in einer schwierigen Phase stärken. Angesichts der Schülerproteste in Frankreich und der Wahlerfolge der AfD in Deutschland ist mit einer noch engeren Abstimmung auf europäischer Ebene zu rechnen. Die bevorstehenden Wahlen in Frankreich könnten jedoch auch zu neuen Verwerfungen führen, falls populistische Strömungen stärker werden. Möglich ist, dass beide Länder gezielt ihre Partnerschaft einsetzen, um gesellschaftliche und politische Entwicklungen zu beeinflussen.

Erklärungen

Was ist ein Staatsbesuch?

Ein Staatsbesuch ist die höchste Form diplomatischer Begegnung. Das Staatsoberhaupt eines Landes besucht auf Einladung das Staatsoberhaupt eines anderen Landes. Solche Besuche sind von symbolischen Akten, offiziellen Gesprächen und gegenseitigen Ehrungen geprägt.

Warum ist die deutsch-französische Zusammenarbeit wichtig?

Deutschland und Frankreich sind Nachbarstaaten mit langer gemeinsamer Geschichte. Nach früheren Konflikten baute die Freundschaft seit den 1960er Jahren europäische Integration mit auf. Zusammenarbeit auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene gilt heute als Rückgrat für die EU.

OZD-Extras

Steinmeiers Staatsbesuch fällt in eine Phase besonderer innenpolitischer Spannungen in Frankreich und Deutschland.

Die Entwicklungen bei den Wahlen und Protesten werden auch von Märkten und Beobachtern verfolgt, konkrete Auswirkungen auf Börsen oder Währungen sind bislang nicht dokumentiert.

Gewinnspiel

Welches Denkmal besucht Steinmeier bei seinem Staatsbesuch in Paris?

A) Triumphbogen

B) Eiffelturm

C) Louvre

D) Notre-Dame

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.