Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de
Diesen Artikel teilen

Rausch von AfD ist Landtagspräsident in Sachsen Anhalt

Bundesparteien zeigen sich entsetzt über die Wahl von Tobias Rausch von der AfD zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt.

Fakten im Überblick

Tobias Rausch wurde als erster AfD-Politiker Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt.

Parteien reagieren entsetzt und sprechen von einem Dammbruch.

Rausch erhielt mehr Stimmen als AfD und BSW zusammen haben.

Die Wahl von Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt markiert einen historischen Moment. Erstmals wurde in Deutschland ein AfD-Politiker in dieses hohe Parlamentsamt gewählt. Im Magdeburger Landtag stimmten 48 Abgeordnete für den 35-Jährigen. Für Rausch votierten mehr Abgeordnete als AfD und BSW gemeinsam Mandate besitzen, obwohl das BSW offiziell seine Unterstützung angekündigt hatte. Die CDU-Fraktion empfahl ihren Abgeordneten eine Enthaltung – jedoch folgten dem offenbar nicht alle. SPD, Grüne und Linke lehnten Rausch gemeinsam ab.

Im Bundestag fiel die Reaktion hart aus. Linken-Fraktionschef Sören Pellmann sprach von einem "schwarzen Tag für unsere Demokratie" und "mehr als nur ein Dammbruch". Er sagte, nachfolgende Generationen würden fragen: "was habt ihr getan, was haben Sie getan, um das aufzuhalten". Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann sprach von einem "bedrückenden Tag" und einem "erschreckendes Signal". Sie betonte: "Denn gesichert rechtsextreme Parteien haben nichts in solchen Funktionen zu suchen." Zudem kritisierte sie das BSW als "Mehrheitsbeschaffer" für die AfD, das sich "aus dem demokratischen Spektrum komplett verabschiedet" habe. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch kündigte Gespräche mit der Union im Koalitionsausschuss an. Er sagte, für die CDU habe wohl gegolten: "dass man sich enthält - und das scheint so jedenfalls zahlenmäßig nicht hinzukommen". "Und deswegen müssen wir über diesen Umstand reden." Er sei "sehr sicher, dass wir das auch morgen im Koalitionsausschuss natürlich ansprechen".

Heidi Reichinnek, Ko-Fraktionschefin der Linken, warf CDU und BSW in Sachsen-Anhalt vor: "Als es darum ging, einen Rechtsextremen ins höchste Amt zu heben, haben sich neun von 15 Abgeordneten der Union bewusst dafür entschieden, ihm diesen Weg zu ebnen, durch Ja-Stimme oder Enthaltung." CDU-Fraktionschef Thorsten Frei erklärte, die Union sehe die Wahl "mit allergrößter Besorgnis" und sprach von "Anlass zu allergrößter Besorgnis" wegen der zusätzlichen Stimmen. Mögliche CDU-Stimmen für Rausch nannte Frei "reine Spekulation". Er sagte: "Es ist eine geheime Wahl und da kommt natürlich grundsätzlich jeder in Frage".

AfD-Chefin Alice Weidel forderte nach der Wahl, beide Parteien müssten sich nun "gemeinsam an den Tisch setzen". "Unsere Hand ist ausgestreckt." Die Wahl von Rausch verschärft die Debatte um politische Mehrheiten und Allianzen bundesweit.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Politische Grenzen werden neu gezogen

Mit der Wahl von Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten hat die politische Landschaft in Sachsen-Anhalt eine sichtbare Zäsur erlebt. Dass mehr Abgeordnete für den AfD-Kandidaten stimmten als die eigenen Reihen und das BSW zusammen haben, erschüttert das Vertrauen in bisherige Abgrenzungslinien. Die scharfen Reaktionen aus den Bundestagsfraktionen zeigen, wie viel auf dem Spiel steht. Besonders stark ist der Druck auf CDU und BSW, ihre Position im demokratischen Spektrum klar zu definieren. In den nächsten Wochen ist zu erwarten, dass Debatten über die Zusammenarbeit mit der AfD in anderen Landtagen neue Brisanz bekommen und innerparteiliche Konflikte zunehmen. Das Thema wird die Parteien noch lange beschäftigen.

Historischer Hintergrund

Tobias Rausch ist der erste AfD-Politiker, der das Amt des Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt übernimmt. Das BSW hatte angekündigt, ihn zu unterstützen. Die CDU-Fraktion gab eine Enthaltungsempfehlung. Die offene Frage nach der Zusammenarbeit mit der AfD begleitet Parlamente auf Landes- und Bundesebene seit Jahren.

Zukunftsprognose

Die Wahl könnte bundesweit Debatten über den Umgang mit der AfD verstärken. CDU und BSW stehen verstärkt unter Druck, ihr Abstimmungsverhalten transparent zu machen. Es ist gut möglich, dass sich die politischen Allianzen im Landtag verändern und sich die Fronten im Bund weiter verhärten. Internationale Auswirkungen bleiben zunächst aus, das Signal aus Deutschland wird jedoch im Ausland beachtet.

Erklärungen

Was ist der Landtagspräsident?

Der Landtagspräsident leitet die Sitzungen, vertritt das Parlament nach außen und besetzt das höchste Amt im jeweiligen Landesparlament.

Wer ist Tobias Rausch?

Tobias Rausch ist 35 Jahre alt, AfD-Politiker aus Sachsen-Anhalt und wurde als erster Vertreter seiner Partei zum Landtagspräsidenten gewählt.

OZD-Extras

Tobias Rausch ist der erste AfD-Landtagspräsident in Deutschland. Die Wahl löst bundesweit Debatten und Kritik aus. Börsen und Währungen zeigten bislang keine unmittelbare Reaktion, politische Unsicherheit bleibt ein Thema.

Gewinnspiel

Wer wurde erstmals zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt gewählt?

A) Tobias Rausch

B) Heidi Reichinnek

C) Matthias Miersch

D) Sören Pellmann

Zum Gewinnspiel

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.