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Steinmeier und Macron mit Signal an Europa

Steinmeier besucht Frankreich. Im Fokus stehen Raumfahrt, Verteidigung und die Bedeutung der deutsch-französischen Partnerschaft.

Fakten im Überblick

Frank-Walter Steinmeier startet einen Staatsbesuch in Frankreich.

Im Fokus stehen Raumfahrt, Verteidigung und Sicherheit Europas.

Frankreich wird von landesweiten Schülerprotesten erschüttert.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beginnt am Mittwochabend einen dreitägigen Staatsbesuch in Frankreich. Mit seinem Aufenthalt in Paris bekräftigt er die deutsch-französische Freundschaft in einer Zeit, in der Europa vor großen Herausforderungen steht. Im Mittelpunkt seines Programms stehen die Themen Raumfahrt und Verteidigung. Das französische Präsidialamt betonte die Entschlossenheit, "unsere gemeinsamen strategischen Verpflichtungen im Dienste der Sicherheit Europas und der Europäer fortzuführen". Die offiziellen Pläne wurden am Mittwoch aus Paris bekanntgegeben. Der Besuch wird überschattet von landesweiten Schülerprotesten in Frankreich, die zuletzt zu teils gewaltsamen Ausschreitungen geführt haben.

Steinmeier reist mit einer hochrangigen deutschen Delegation an, darunter Verteidigungsminister Boris Pistorius, Forschungsministerin Dorothee Bär, Außenstaatssekretär Gunther Krichbaum und die Ministerpräsidenten der drei an Frankreich grenzenden Bundesländer sowie Wirtschaftsvertreter. Am Mittwochabend nimmt Steinmeier an einem Empfang zur Deutschen Einheit in der Residenz des Botschafters teil. Am Donnerstag folgt die offizielle Begrüßung durch Präsident Emmanuel Macron mit militärischen Ehren am Triumphbogen, dazu ein Gespräch im Elysée und ein gemeinsames Staatsbankett.

Am Freitag besuchen Steinmeier und Macron gemeinsam Bordeaux. Sie besichtigen dort The Exploration Company, ein Unternehmen, das mehrfach nutzbare Raumkapseln entwickelt, sowie einen Standort der Ariane Group. Das Unternehmen stellt auch atomwaffenfähige Interkontinentalraketen her, die kürzlich von der französischen Marine testweise von einem U-Boot abgeschossen wurden. Präsident Macron sprach in diesem Zusammenhang von einer "hervorragenden Demonstration unserer Glaubwürdigkeit". Abschließend besuchen beide Präsidenten die Forschungseinrichtung Laser Mégajoule, in der die physikalischen Bedingungen von Atomwaffenexplosionen simuliert werden.

Das Thema nukleare Abschreckung spielt eine zentrale Rolle. Es ist vorgesehen, dass die Bundeswehr noch in diesem Jahr auf konventionelle Weise an einer Nuklearübung der französischen Streitkräfte teilnimmt, so die französische Seite. Das Bundesverteidigungsministerium äußerte sich dazu bislang nicht näher. Steinmeiers Besuch ist der erste Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten in Frankreich seit 13 Jahren. Zuletzt war Joachim Gauck auf Einladung von François Hollande gereist.

Präsident Macron war seinerseits 2024 zu einem Staatsbesuch in Deutschland, mit Stationen in Dresden und Münster. Steinmeier hielt damals eine Laudatio auf Macron, der den Westfälischen Friedenspreis erhielt. Die beiden Präsidenten sind seit 2017 im Amt und scheiden im kommenden Frühjahr beide aus. Der jetzige Besuch ist in gewisser Weise auch ein Abschied. Im Hintergrund stehen zudem politische Veränderungen: In Deutschland triumphierte die AfD bei den Landtagswahlen, in Frankreich hat Marine Le Pen bei der kommenden Präsidentschaftswahl gute Aussichten.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Ein letztes Signal für die Partnerschaft

Der Staatsbesuch von Frank-Walter Steinmeier ist ein Zeichen politischer Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich. Die Gewichtung auf Raumfahrt und Verteidigung reflektiert die gemeinsamen Herausforderungen in Europa. Zugleich macht die begleitende Unruhe deutlich, dass politische Signale alleine nicht reichen. Beide Präsidenten stehen kurz vor ihrem Ausscheiden aus dem Amt und blicken auf eine enge Zusammenarbeit zurück. Das Fundament der Beziehungen ist stabil, doch politische Umbrüche wie Erfolge der AfD und die Stärke Marine Le Pens in Frankreich könnten neue Herausforderungen bringen. Es bleibt zu hoffen, dass der Geist der Freundschaft auch nach dem Wechsel an der Spitze weiterwirkt. Wahrscheinlich ist, dass die nächsten Monate entscheidend für die Zukunft der Partnerschaft werden.

Historischer Hintergrund

Seit dem Elysée-Vertrag von 1963 prägen enge Absprachen die deutsch-französischen Beziehungen. Gemeinsame Vorhaben in Forschung und Verteidigung sind zentrale Elemente. Zuletzt reiste 2011 ein deutscher Bundespräsident zum Staatsbesuch nach Frankreich. Die jetzigen Präsidenten traten 2017 zeitgleich an und heben damit die Symbolik ihrer Abschiedstour hervor.

Zukunftsprognose

Die Vertiefung der Zusammenarbeit in Raumfahrt und Verteidigung könnte Europa stärken, insbesondere mit Blick auf technologische und militärische Eigenständigkeit. Politisch sind neue Unsicherheiten möglich, da Rechtspopulisten in beiden Ländern an Bedeutung gewinnen. Ein Wahlsieg von Marine Le Pen würde die Ausrichtung der Partnerschaft vermutlich verändern. Die nächsten Monate dürften zeigen, wie belastbar das bilaterale Fundament ist.

Erklärungen

Was ist die Ariane Group?

Die Ariane Group ist ein deutsch-französisches Unternehmen, das Trägerraketen für Raumfahrtprojekte entwickelt und produziert.

Was ist Laser Mégajoule?

Laser Mégajoule ist eine französische Forschungseinrichtung, in der mit Lasertechnologie atomare Explosionen simuliert werden.

OZD-Extras

Der Besuch wird von einer breiten politischen und wirtschaftlichen Delegation begleitet. Kurzfristige Auswirkungen auf den Euro oder internationale Börsen werden nicht erwartet.

Gewinnspiel

Welches Thema steht beim Staatsbesuch von Steinmeier in Frankreich besonders im Fokus?

A) Verkehrspolitik

B) Raumfahrt und Verteidigung

C) Kulturförderung

D) Digitalisierung

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.