Fakten im Überblick
Friedrich Merz schlägt in Tokio eine Allianz für regelgebundenen Handel vor.
Deutschland und Japan planen eine Rohstoffpartnerschaft und mehr Technologieforschung.
Japan soll Partnerland der Hannover Messe 2028 werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat in Tokio für eine globale politische Allianz zur Verteidigung des regelbasierten Handels geworben. Deutschland und Japan teilten Interessen und Werte und könnten gemeinsam auf unerlaubte Zölle, Exportbeschränkungen und marktverzerrende Subventionen reagieren, sagte Merz beim deutsch-japanischen Wirtschaftsgipfel.
Der Vorschlag richtet sich nicht ausdrücklich gegen China oder die USA, reagiert aber auf die wachsende Machtpolitik beider Staaten. Merz warnte zugleich vor Protektionismus und einer Abkopplung von großen Märkten. Die Welthandelsorganisation WTO müsse reformiert und politisch gestärkt werden.
Deutschland und Japan unterzeichneten eine Absichtserklärung für eine Rohstoffpartnerschaft. Weitere Kooperationen betreffen Raumfahrt, Fusionsenergie, Wasserstoff und wertebasierte künstliche Intelligenz. Beide Regierungen wollen Produkte stärker als gemeinsam mit Partnern hergestellt verstehen, statt nur nationale Herkunftslabel zu betonen.
Japan hat seine Lieferketten für kritische Rohstoffe bereits stark diversifiziert. Für deutsche Unternehmen können gemeinsame Projekte neue Bezugsquellen und Investitionen eröffnen. Konkrete Marktreaktionen oder finanzielle Volumina lassen sich aus den politischen Erklärungen allein noch nicht ableiten.
OZD/AFP
OZD-Kommentar - Einordnung
Mittelmächte können Regeln nur verteidigen, wenn sie wirtschaftliches Gewicht bündeln. Die Allianz-Idee ist deshalb plausibel. Ihr Wert entscheidet sich aber daran, ob aus Erklärungen belastbare Rohstoff-, Forschungs- und Handelsprojekte entstehen.
Historischer Hintergrund
Deutschland und Japan gehören zu den größten Volkswirtschaften der Welt und sind stark vom Export abhängig. Beide Länder verfügen über bedeutende Industrieunternehmen, sind aber bei vielen kritischen Rohstoffen auf Importe angewiesen.
Zukunftsprognose
Arbeitsgruppen sollen die vereinbarten Partnerschaften konkretisieren. Chancen bestehen für Maschinenbau, Halbleiter, Energie- und Raumfahrttechnik. Gleichzeitig bleiben die Beziehungen zu China und den USA wirtschaftlich unverzichtbar.
Was bedeutet regelbasierter Handel?
Staaten halten sich an gemeinsam vereinbarte Regeln, etwa der WTO, statt Handel einseitig als Druckmittel einzusetzen.
Was sind kritische Rohstoffe?
Das sind schwer ersetzbare Materialien, die unter anderem für Chips, Batterien und Energietechnik benötigt werden.
OZD-Extra - Japan wird Partnerland in Hannover
Japan hat die Einladung angenommen, 2028 Partnerland der Hannover Messe zu werden. Das bietet Unternehmen eine große Bühne für gemeinsame Industrieprojekte.
Gewinnspiel
In welcher Stadt warb Merz für die Handelsallianz?
A: Seoul
B: Tokio
C: Peking
D: Osaka
Zum großen OZD-Gewinnspiel 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.