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„Made for Germany“: Merz, Klingbeil und Konzernchefs beraten über Deutschlands Wirtschaft

Bundeskanzler Friedrich Merz trifft in Berlin die Initiative „Made for Germany“. Wirtschaft und Politik beraten über Investitionen und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit.

Fakten im Überblick

Bundeskanzler Friedrich Merz nimmt am Jahrestreffen der Wirtschaftsinitiative „Made for Germany“ in Berlin teil.

Der Initiative gehören nach eigenen Angaben 147 Unternehmen und Investoren aus zahlreichen Branchen an.

Zwischen 2025 und 2028 wollen die Mitglieder zusammen mehr als 800 Milliarden Euro in Deutschland investieren.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) trifft am Mittwoch in Berlin auf Spitzenvertreter der deutschen und internationalen Wirtschaft. Beim Jahrestreffen der Initiative „Made for Germany“ steht eine der entscheidenden Fragen für den Wirtschaftsstandort im Mittelpunkt: Wie kann Deutschland wieder mehr Investitionen anziehen und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken? Merz wird ab 17.30 Uhr an dem Treffen teilnehmen, einen Impulsvortrag halten und anschließend mit Mitgliedern der Initiative sprechen. Später wollen der Bundeskanzler, Siemens-Chef Roland Busch und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing gemeinsam vor die Presse treten. Bereits um 16.00 Uhr hält Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) eine Rede.

„Made for Germany“ hat seit seiner Gründung deutlich an Größe gewonnen. Nach Angaben der Initiative gehören dem Zusammenschluss inzwischen 147 Unternehmen und Investoren an. Vertreten sind Industrie, Technologie, Finanzwirtschaft, Energie, Mobilität, Mittelstand und Start-ups. Zu den bekannten Mitgliedern zählen Siemens, Deutsche Bank, Volkswagen, Vonovia und Axel Springer. Das erklärte Ziel lautet, „das Vertrauen in Deutschland als Wirtschaftsstandort zu stärken, gezielt Investitionen anzuziehen und die Binnennachfrage anzukurbeln“. Hinter dem Treffen steht eine erhebliche wirtschaftliche Größenordnung: Die Mitglieder wollen zwischen 2025 und 2028 gemeinsam mehr als 800 Milliarden Euro in Deutschland investieren. Beim Start der Initiative im Juli 2025 waren zunächst 61 Unternehmen beteiligt, damals standen Investitionszusagen von mindestens 631 Milliarden Euro bis 2028 im Raum.

Die Investitionen sollen unter anderem in neue Standorte und Produktionsanlagen, Forschung und Entwicklung, Infrastruktur sowie Zukunftstechnologien fließen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die industrielle Nutzung Künstlicher Intelligenz. Für die Bundesregierung ist der Dialog mit den Unternehmen zugleich mit hohen Erwartungen verbunden. Die Wirtschaft fordert verlässliche Rahmenbedingungen, schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie und bessere Voraussetzungen für Innovationen und Investitionen. Die Politik wiederum setzt darauf, dass angekündigte Milliarden tatsächlich in Fabriken, Infrastruktur, Forschung und Arbeitsplätze in Deutschland fließen. Das Berliner Jahrestreffen wird damit zu einem Gradmesser für das Verhältnis zwischen Bundesregierung und Wirtschaft. Entscheidend wird langfristig nicht allein die Höhe angekündigter Investitionen sein, sondern wie viele Projekte tatsächlich umgesetzt werden und welche Folgen sie für Wachstum, Produktivität und Beschäftigung haben.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Aus Milliarden müssen jetzt Investitionen werden

Mehr als 800 Milliarden Euro sind eine gewaltige Größenordnung. Für Deutschland ist jedoch entscheidend, welcher Anteil dieser Summe tatsächlich zusätzlich investiert wird und wann daraus neue Fabriken, Forschungszentren, Infrastruktur und Arbeitsplätze entstehen. Der schnelle Mitgliederzuwachs von „Made for Germany“ zeigt, dass große Unternehmen und Investoren den direkten Dialog mit der Bundesregierung suchen. Gleichzeitig vertreten die beteiligten Konzerne legitimerweise eigene wirtschaftliche Interessen. Entscheidungen über Steuern, Energiepreise, Regulierung, Arbeitsmarkt oder öffentliche Ausgaben müssen deshalb neben den Interessen großer Investoren auch Mittelstand, Beschäftigte, Verbraucher und öffentliche Haushalte berücksichtigen.

Für die Bundesregierung entsteht ein klarer Anspruch: Reformen sollen Investitionen erleichtern und Deutschland international konkurrenzfähiger machen. Für die Unternehmen gilt umgekehrt, dass milliardenschwere Ankündigungen erst dann volkswirtschaftliche Bedeutung entfalten, wenn daraus konkrete Projekte entstehen. In den kommenden Monaten dürfte deshalb genauer darauf geschaut werden, wie viele Vorhaben tatsächlich begonnen werden. Der Erfolg von „Made for Germany“ wird sich am Ende weniger an Gipfeltreffen und großen Zahlen als an realisierten Investitionen in deutschen Städten und Industrieregionen messen lassen.

Historischer Hintergrund

„Made for Germany“ wurde im Juli 2025 mit zunächst 61 Unternehmen öffentlich vorgestellt. Zu den Initiatoren gehörten unter anderem Christian Sewing von der Deutschen Bank und Roland Busch von Siemens. Beim damaligen Treffen im Bundeskanzleramt standen Investitionszusagen von mindestens 631 Milliarden Euro für den Zeitraum 2025 bis 2028 im Mittelpunkt. Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und weitere Vertreter der Bundesregierung führten Gespräche mit den beteiligten Unternehmen. Anschließend wuchs der Zusammenschluss erheblich und zählt inzwischen nach eigenen Angaben 147 Unternehmen und Investoren.

Geografisch betrifft die Initiative den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland. Investitionen können klassische Industrieregionen ebenso erreichen wie Technologiezentren, Energieinfrastruktur und neue Produktionsstandorte. Zugleich besitzt das Vorhaben eine internationale Dimension: Deutschland konkurriert innerhalb Europas sowie mit den USA und asiatischen Wirtschaftsräumen um Kapital, Fachkräfte, Industrieproduktion und Zukunftstechnologien.

Zukunftsprognose

Politisch dürfte der Druck auf die Bundesregierung hoch bleiben, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, Infrastruktur auszubauen und Investitionsbedingungen verlässlicher zu gestalten. Wirtschaftlich könnten tatsächlich umgesetzte Milliardeninvestitionen zusätzliche Nachfrage nach Maschinen, Bauleistungen, Technologie, Energieinfrastruktur und spezialisierten Dienstleistungen auslösen. Besonders relevant sind Projekte rund um Digitalisierung, industrielle KI, Energie und moderne Produktionsanlagen.

Gesellschaftlich wird entscheidend sein, ob die Investitionen Beschäftigung sichern, neue qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und auch Regionen außerhalb der großen Wirtschaftszentren erreichen. International muss sich Deutschland gleichzeitig im Wettbewerb mit den USA, China und anderen europäischen Standorten behaupten. Ob „Made for Germany“ nachhaltig erfolgreich ist, dürfte deshalb vor allem davon abhängen, wie viel zusätzliches privates Kapital tatsächlich dauerhaft in Deutschland investiert wird.

Was ist „Made for Germany“?

„Made for Germany“ ist eine branchenübergreifende Wirtschaftsinitiative mit nach eigenen Angaben 147 Unternehmen und Investoren. Sie will Investitionen in Deutschland fördern, den Wirtschaftsstandort stärken und den Dialog zwischen Unternehmen und Politik intensivieren.

Wer ist Friedrich Merz?

Friedrich Merz ist CDU-Politiker und Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Wirtschaftspolitik, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen gehören zu den zentralen Themen seiner Bundesregierung.

Wer ist Roland Busch?

Roland Busch ist Vorstandsvorsitzender von Siemens. Der Technologiekonzern gehört zu den Initiatoren von „Made for Germany“.

Wer ist Christian Sewing?

Christian Sewing ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Auch er gehört zu den Initiatoren der Wirtschaftsinitiative.

OZD-Extra – Vom Wirtschaftsclub zum Milliardenbündnis

Die Entwicklung der Initiative zeigt eine bemerkenswerte Dynamik. Beim Start im Juli 2025 waren 61 Unternehmen beteiligt, inzwischen nennt „Made for Germany“ 147 Unternehmen und Investoren. Gleichzeitig ist das angekündigte Investitionsvolumen deutlich gestiegen. Für Börse und Wirtschaft ist allerdings weniger die Gesamtsumme entscheidend als die Frage, wohin das Kapital tatsächlich fließt. Besonders Maschinenbau, Bauwirtschaft, Energie, Halbleiter, Software und industrielle KI könnten von zusätzlichen Großprojekten profitieren. Bei Rohstoffen könnten Infrastruktur- und Industrieprojekte außerdem die Nachfrage nach Kupfer, Stahl und Aluminium erhöhen. Auswirkungen auf Aktienkurse, Rohstoffpreise oder den Euro hängen jedoch von konkreten Projekten und zahlreichen weiteren Marktbedingungen ab.

Gewinnspiel

Welche Summe hatten die 61 Unternehmen beim Start von „Made for Germany“ mindestens als Investitionen bis 2028 angekündigt?

A: 131 Milliarden Euro
B: 331 Milliarden Euro
C: 631 Milliarden Euro
D: 931 Milliarden Euro

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.