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Merz bekennt sich zu weiterer Ukraine Hilfe im Bundestag

Vor dem EU-Gipfel betont Kanzler Merz im Bundestag Unterstützung für die Ukraine und kritisiert hohe EU-Etatausgaben.

Fakten im Überblick

Bundeskanzler Friedrich Merz gibt eine Regierungserklärung zum bevorstehenden EU-Gipfel ab.

Schwerpunkte sind Ukraine-Hilfe, China, Nahost und Energiepreise.

Merz fordert Kürzungen beim EU-Etat, der etwa zwei Billionen Euro betragen soll.

Am Mittwochnachmittag legt Bundeskanzler Friedrich Merz im Deutschen Bundestag seine Regierungserklärung zum anstehenden EU-Gipfel ab. Im Zentrum seiner Ausführungen steht einmal mehr die entschlossene Unterstützung für die Ukraine. Gerade nachdem US-Präsident Donald Trump zuletzt Zweifel an fortgesetzter amerikanischer Hilfe aufkommen ließ, nutzt Merz diesen Anlass, vor dem Parlament und damit auch Richtung Brüssel ein unmissverständliches Bekenntnis zur Verteidigung der Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg abzugeben. Die Zukunft Europas und ihre Sicherheit sind für Merz untrennbar mit der Solidarität gegenüber der Ukraine verbunden.

Der am Donnerstag in Brüssel beginnende Gipfel wartet mit komplexen Herausforderungen auf. Ganz oben auf der Agenda stehen neben der Ukraine-Frage die wirtschaftlichen Beziehungen zur Volksrepublik China, vor allem aufgrund der mächtigen chinesischen Exportüberschüsse. Auch die Belastungen für Bürger und Unternehmen durch die weiterhin hohen Energiepreise lassen sich nicht länger ausblenden. Nicht zuletzt werfen die aktuellen Spannungen im Nahen Osten einen Schatten auf das Treffen der Staats- und Regierungschefs.

Ein weiterer heiß diskutierter Punkt wird der mehrjährige Finanzrahmen der Europäischen Union für die Jahre 2028 bis 2034 sein. Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen knapp zwei Billionen Euro stoßen bei Friedrich Merz auf entschiedenen Widerstand. Der Kanzler drängt auf erhebliche Kürzungen und mahnt zu mehr Haushaltsdisziplin. Diese Linie dürfte auch in Brüssel die Debatten bestimmen und zu kontroversen Gesprächen führen. Vor Beginn der Plenarsitzung wird im Bundestag zudem Alexander Schweitzer als neuer Arbeits- und Sozialminister vereidigt, nachdem seine Vorgängerin Bärbel Bas Anfang der Woche zurücktrat.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – EU-Gipfel zwischen Krisen und Spardruck

Die Regierungserklärung von Bundeskanzler Merz zur EU-Strategie spricht eine klare Sprache: Europa steht vor gewaltigen Herausforderungen, die es nur geeint und entschlossen meistern kann. Die erneute Versicherung, die Ukraine weiterhin zu unterstützen, ist ein Zeichen politischer Verlässlichkeit – gerade angesichts der Unsicherheiten, die aus Washington nach außen dringen. Kaum weniger bedeutsam ist die Auseinandersetzung mit den wirtschaftlichen Verwerfungen etwa durch chinesische Handelspraktiken und die Belastung durch hohe Energiepreise.

Konfliktpotenzial birgt auch der gewaltige Haushaltsrahmen der EU. Merz’ Forderung nach massiven Kürzungen ist kein populistischer Reflex, sondern angesichts der Summen ein legitimes Anliegen. Klar wird: Die Diskussion um den künftigen EU-Etat wird hart geführt. Dass mit Alexander Schweitzer ein neues Kabinettsmitglied ins Amt kommt, ist angesichts der aktuellen Lage fast eine Randnotiz. Für Europa und Deutschland bleibt festzuhalten: Die Kompromisse von morgen werden in den Worten von heute vorbereitet.

Die Aussichten bleiben angespannt. Wahrscheinlich werden nicht alle Forderungen in Brüssel Gehör finden. Doch ohne kluge Finanzpolitik und einige Zugeständnisse auf allen Seiten kann Europa seine Handlungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit kaum bewahren.

Historischer Hintergrund

Die regelmäßigen Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs dienen der Abstimmung gemeinsamer Politik in Bereichen wie Außenpolitik, Wirtschaft und Haushalt. In den vergangenen Jahren waren die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, der Aufstieg Chinas als wirtschaftlicher Akteur und die Schwankungen auf den Energiemärkten häufige Themen. Die Debatten um den EU-Haushalt begleiten diese Gipfel traditionell und lösen erfahrungsgemäß intensive Auseinandersetzungen unter den Mitgliedstaaten aus.

Zukunftsprognose

Politisch wird die Positionierung gegenüber Russland und China auf dem EU-Gipfel die außenpolitische Linie der Union weiter prägen. Die beschlossene Unterstützung für die Ukraine könnte je nach internationaler Lage wieder verstärkt werden.

Wirtschaftlich könnten mögliche Kürzungen am EU-Etat direkte Auswirkungen auf Förderprogramme, Infrastrukturinitiativen und gemeinsame Projekte haben. Zugleich erhöht der Druck auf Haushaltsdisziplin den Zwang zu effizienteren Ausgaben.

International dürfte das Signal europäischer Einigkeit im Umgang mit autoritären Regimen Beachtung finden. Die weitere Entwicklung bleibt jedoch von geopolitischen Unsicherheiten abhängig.

Erklärungen

Was ist der EU-Gipfel?

Der EU-Gipfel ist das regelmäßige Treffen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten. Hier werden gemeinsame Strategien für zentrale politische und wirtschaftliche Themen festgelegt.

Was ist der EU-Haushalt?

Der EU-Haushalt legt fest, wie viel Geld die Europäische Union in einem bestimmten Zeitraum zu Verfügung hat und wie es verteilt wird. Der mehrjährige Finanzrahmen plant diese Größe für mehrere Jahre im Voraus.

OZD-Extras

Kanzler Friedrich Merz hebt mit seiner Regierungserklärung vor dem Bundestag die Rolle Deutschlands als Brückenbauer zwischen transatlantischen und europäischen Interessen hervor.

Sollten bei den Verhandlungen in Brüssel Differenzen über den EU-Etat bestehen, könnten Unsicherheiten an europäischen Börsen zunehmen. Solche Auswirkungen lassen sich jedoch oft nur kurzfristig messen und bleiben abhängig vom tatsächlichen Beschlussverlauf.

Gewinnspiel

Wer ist der neue Arbeits- und Sozialminister Deutschlands, der gerade vereidigt wurde?

A) Alexander Schweitzer

B) Bärbel Bas

C) Friedrich Merz

D) Donald Trump

Zum Gewinnspiel

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.