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Infantino auf Kurs kaum Kandidaten für FIFA Präsidentschaft

Ein möglicher Gegenkandidat zu Gianni Infantino zieht zurück. Die FIFA-Präsidentschaftswahl 2027 könnte ohne große Konkurrenz stattfinden.

Fakten im Überblick

Victor Montagliani verzichtet auf eine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft.

Gianni Infantino erhält breite Unterstützung afrikanischer Verbände.

Die UEFA sucht weiterhin nach einem glaubwürdigen Gegenkandidaten.

Die Hoffnung auf einen ernstzunehmenden Herausforderer von Gianni Infantino bei der kommenden FIFA-Präsidentschaftswahl schwindet. Nach übereinstimmenden Medienberichten aus Großbritannien und den USA hat der Kanadier Victor Montagliani, derzeit Chef des Fußballverbands für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik, eine Kandidatur für das Spitzenamt im Weltfußball endgültig ausgeschlossen. Montagliani werde sich stattdessen erneut um eine Amtszeit an der Spitze des CONCACAF-Verbandes bewerben. Nach Informationen von BBC, Guardian und ESPN habe der 61-Jährige diese Entscheidung bereits vor einigen Wochen im engen Kreis bestätigt, bislang jedoch nie öffentlich über eine FIFA-Kandidatur gesprochen. Damit rücken die Chancen weiterer Kandidaten in den Hintergrund, da sich auch andere potenzielle Anwärter wie Aleksander Ceferin aus Slowenien und Nasser Al-Khelaifi aus Katar gegen eine eigene Bewerbung entschieden haben. Salman bin Ibrahim Al Khalifa aus Bahrain, Präsident des asiatischen Verbands, scheint sich Infantino zunehmend anzunähern, sodass aus dieser Richtung ebenfalls kein Gegenwind zu erwarten ist.

Für Gianni Infantino öffnet sich somit knapp einen Monat vor Ablauf der Nominierungsfrist am 18. November der Weg zu einer weiteren Präsidentschaft der FIFA. Besonders Rückendeckung kam zuletzt vom afrikanischen Kontinentalverband CAF, dessen 54 Mitgliedsländer Infantino bei einer Konferenz auf Kap Verde "einstimmige und uneingeschränkte" Unterstützung zusagten. Gleichzeitig erhob sich in Berlin jedoch kritische Stimme gegen den Amtsinhaber. Bei einem "Anti-Infantino-Gipfel" der UEFA kamen führende Vertreter rund um DFB-Präsident Bernd Neuendorf zusammen. Hier wurde erneut betont, dass für die Wahl im März 2027 in Marokko eine personelle Alternative zu Infantino dringend gefragt sei. Neuendorf betonte: "Die Person an der Spitze, die in besonderer Weise dafür steht, wie die FIFA sich heute darstellt, muss abgelöst werden". Zudem hob er hervor: "Ich persönlich, aber das war heute glaube ich die Mehrheitsmeinung, bin nicht überzeugt, dass es mit dieser Führung der FIFA zu einem glaubhaften Reformprozess kommen kann." Mehr als Ideen und Profilvorstellungen für eine Gegenkandidatur brachte das Treffen jedoch nicht hervor.

Infantino hatte im vergangenen Jahr kurzzeitig seine Position ins Wanken geraten sehen, als sein umstrittener Plan scheiterte, Anteile an der Fußball-WM an private Investoren zu verkaufen. Inzwischen scheint seine Machtbasis wieder gefestigt, da er sich gezielt Unterstützung bei den kontinentalen Verbänden zurückholen konnte. Die Debatte um die Zukunft der FIFA und Anforderungen an eine echte Reform bleibt damit hochaktuell, denn der Widerstand gegen die Führung wächst vor allem in Europa, während im Rest der Fußballwelt offenbar ein Konsens zugunsten des Schweizers herrscht.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Reform bleibt Wunsch Europas – Infantino festigt Macht

Der Rückzug von Victor Montagliani aus dem Rennen um die FIFA-Präsidentschaft markiert eine ernüchternde Phase für alle, die auf einen glaubwürdigen Wechsel an der Spitze des Fußball-Weltverbandes hofften. Während die Verbände Afrikas und Asiens nach wie vor geschlossen hinter Infantino stehen und der europäische Widerstand wenig konkrete Alternativen hervorbringen kann, bleibt die Forderung nach Reformen vorerst ein europäischer Wunschtraum. Die harsche Kritik an der derzeitigen Führung ist nachvollziehbar, denn unter Infantino regierte die FIFA nicht selten mit Intransparenz und wirtschaftlichen Eigeninteressen. Doch wo keine überzeugenden Kandidaten in Sicht sind, läuft alles auf eine weitere Amtszeit hinaus. Solange Europas Fußball nicht gemeinsam mit anderen großen Verbänden eine charismatische und konsensfähige Persönlichkeit ins Rennen schickt, wird sich an den Verhältnissen kaum etwas ändern. Realistisch betrachtet muss der Reformflügel damit rechnen, auch nach 2027 den Kampf um die FIFA-Demokratie nicht zu gewinnen.

Historischer Hintergrund

Die FIFA-Präsidentschaftswahlen erregen weltweit Aufmerksamkeit, da der Präsident maßgeblichen Einfluss auf den internationalen Fußball hat. Nach mehreren Korruptionsskandalen stand 2016 die Wahl von Gianni Infantino im Zeichen der Reformanstrengungen. In den letzten Jahren wuchs insbesondere in Europa die Kritik an mangelnder Transparenz sowie am Kurs des FIFA-Präsidenten. Die UEFA und mehrere nationale Verbände forderten wiederholt Veränderungen, fanden bislang aber keine tragfähigen Kandidaten für eine echte Kampfabstimmung. Die jüngsten Entwicklungen bestätigen dieses Dilemma.

Zukunftsprognose

Der Verzicht eines ernsthaften Gegenkandidaten erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Infantino auch über 2027 hinaus FIFA-Präsident bleibt. Politisch könnte Europa weiter an Einfluss verlieren, solange der Rest der Welt geschlossene Mehrheiten bietet. Ökonomisch wird der Wettbewerb in den kommenden Jahren von den Interessen des Präsidenten geprägt bleiben. Gesellschaftlich und sportpolitisch dürfte die Diskussion um FIFA-Reformen und Machtstrukturen damit keinesfalls enden, sondern sich vielmehr zuspitzen. International bleibt die FIFA trotz aller Kritik eine der mächtigsten Sportorganisationen.

Erklärungen

Wer ist Gianni Infantino?

Gianni Infantino ist ein Schweizer Fußballfunktionär und seit 2016 Präsident der FIFA. Zuvor war er Generalsekretär der UEFA.

Was ist die FIFA-Präsidentschaftswahl?

Bei der FIFA-Präsidentschaftswahl wählen die Mitgliedsverbände des Fußball-Weltverbandes die oder den neuen Präsidenten. Die nächste Wahl ist für März 2027 in Rabat, Marokko angesetzt.

OZD-Extras

Bei der FIFA-Präsidentschaftswahl 2023 in Kigali trat Infantino ohne Gegenkandidaten an.

Die FIFA-Präsidentschaft beeinflusst auch Richtlinien für internationale Transfers und Jugendförderprogramme. Die Entscheidung kann daher indirekt Auswirkungen auf Spielertransfers und Verbände haben. Sollte Infantino wieder gewählt werden, erwarten viele im Markt keine spürbaren kurzfristigen Änderungen bei Sponsoren und Verbandsfinanzen.

Gewinnspiel

Wer war als möglicher Infantino-Gegenkandidat im Gespräch?

A) Victor Montagliani

B) Lothar Matthäus

C) Didier Drogba

D) Arsène Wenger

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.