Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de
Diesen Artikel teilen

Ott zweifelt am Erfolg eines Ausschlusses von Schröder

Der SPD-Spitzenkandidat Jochen Ott äußert Zweifel, ob ein Parteiausschluss von Altkanzler Schröder wegen seiner Russland-Kontakte gelingen kann.

Fakten im Überblick

Jochen Ott äußert Skepsis gegenüber einem Parteiausschluss von Gerhard Schröder.

Schröder bleibt wegen seiner Nähe zu Putin parteiintern isoliert.

Führende Politiker mehrerer Parteien fordern einen Ausschluss Schröders.

In der anhaltenden Debatte um einen möglichen Parteiausschluss von SPD-Altkanzler Gerhard Schröder wegen seiner Verbindung zum russischen Präsidenten Wladimir Putin hat der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Jochen Ott, starke Zweifel an der Durchsetzbarkeit eines solchen Schritts geäußert. Gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger" erklärte er: "Die Hürden für einen Parteiausschluss sind hoch. Ich bin deshalb zum jetzigen Zeitpunkt skeptisch, ob ein Ausschlussverfahren gegen Gerhard Schröder Aussicht auf Erfolg hätte".

Ott, der auch Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen ist, betonte zugleich, dass Schröder inzwischen auch in seiner eigenen Partei zunehmend isoliert sei. "Seine Putin-Kumpeleien mögen von der Meinungsfreiheit gedeckt sein, mit den Werten der SPD haben sie aber wenig gemein", so Ott weiter. Zuletzt hatte Kreml-Chef Putin Schröder anlässlich dessen 74. Geburtstags privat empfangen, nachdem der russische Präsident laut Kreml "geschäftlich in Moskau aufhielt" und daher seinen "alten Freund" eingeladen habe. Öffentlich wurden Aufnahmen, auf denen beide Politiker lächelnd einander die Hand schütteln.

Das erneute freundschaftliche Treffen in Moskau sorgte in Deutschland für neue heftige Kritik. Prominente Stimmen darunter Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender Friedrich Merz sowie die Grünen-Politikerin Franziska Brantner forderten Konsequenzen. Auch innerhalb der SPD fordern Landesvorsitzende aus Baden-Württemberg und Bayern, Robin Mesarosch und Sebastian Roloff, einen Parteiausschluss Schröders. Bislang bleibt allerdings unsicher, ob ein formeller Ausschluss wirklich durchsetzbar wäre.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Ein Ausschluss bleibt ein schwieriger Weg

Die Äußerungen von Jochen Ott zeigen, wie sehr die SPD durch Schröders Nähe zu Putin belastet ist. Ein Parteiausschluss wäre ein deutliches Zeichen, doch juristische Hürden machen einen erfolgreichen Ausschluss alles andere als sicher. Die Haltung von Ott ist nachvollziehbar, denn ein gescheitertes Verfahren würde die Partei weiter spalten und Schröder womöglich stärken. Die SPD steckt in einem Dilemma zwischen klarer Werteabgrenzung und den Zwängen des Rechtsstaats. Wahrscheinlich wird es noch länger dauern, bis eine endgültige Entscheidung fällt und der innerparteiliche Richtungsstreit beigelegt ist.

Historischer Hintergrund

Gerhard Schröder, von 1998 bis 2005 Bundeskanzler, pflegte nach seinem Ausscheiden aus dem Amt enge Kontakte zu Russlands Präsident Wladimir Putin, insbesondere im Zusammenhang mit Energieprojekten. Die Debatte um seine Rolle verschärfte sich nach Russlands Angriff auf die Ukraine. Forderungen nach seinem Ausschluss beschäftigen die SPD immer wieder, insbesondere in Phasen verschärfter Spannungen zwischen Deutschland und Russland.

Zukunftsprognose

Die andauernde Debatte wird vermutlich die innerparteilichen Spannungen in der SPD weiter verstärken. Ein tatsächlich erfolgreiches Parteiausschlussverfahren gegen Gerhard Schröder erscheint laut Einschätzung führender SPD-Politiker derzeit unwahrscheinlich und könnte die Glaubwürdigkeit und Geschlossenheit der Partei zusätzlich gefährden. Im Falle weiterer öffentlicher Auftritte Schröders in Russland oder an der Seite von Putin ist mit noch deutlicherer Kritik aus Politik und Gesellschaft zu rechnen.

Erklärungen

Was ist ein Parteiausschlussverfahren?

Ein Parteiausschlussverfahren ist ein juristischer und innerparteilicher Prozess, in dem geprüft wird, ob ein Mitglied dauerhaft aus einer Partei ausgeschlossen werden kann. Voraussetzung ist meist ein schwerwiegendes parteischädigendes Verhalten, wobei die Hürden hoch und die Verfahren langwierig sind.

Wer ist Jochen Ott?

Jochen Ott ist SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion in NRW.

OZD-Extras

Das Treffen von Schröder und Putin am Geburtstag des Altkanzlers wurde vom Kreml nicht nur bestätigt, sondern auch mit offiziellen Fotos dokumentiert. In Bezug auf mögliche Auswirkungen auf Börsen, Aktien oder Rohstoffe lässt sich aus dem beschriebenen Sachverhalt kein direkter Einfluss erkennen, da es sich primär um ein parteiinternes und politisches Thema in Deutschland handelt.

Gewinnspiel

Welches Amt bekleidet Jochen Ott aktuell in Nordrhein-Westfalen?

A) Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion

B) Ministerpräsident

C) Finanzminister

D) Bürgermeister

Zum Gewinnspiel

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.