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Drohnenangriff auf Sberbank: Rechenzentrum in Balakowo getroffen

Eine Drohne trifft das Rechenzentrum der Sberbank in Balakowo. Dennoch laufen die Systeme weiter. Ein Mensch kommt bei dem Angriff ums Leben.

Fakten im Überblick

In Balakowo wurde das Rechenzentrum der Sberbank von einer Drohne getroffen.

Alle Systeme und Dienste der größten russischen Bank funktionieren weiterhin normal.

Bei dem Angriff kam laut Regionalgouverneur ein Mensch ums Leben.

In Balakowo ist das Rechenzentrum der größten russischen Bank Sberbank Ziel eines Drohnenangriffs geworden. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete am Mittwoch unter Berufung auf den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Alexander Wedjachin, dass alle Systeme und Dienste des Unternehmens auch nach dem Angriff weiterhin wie gewohnt funktionierten. Trotzdem gab es ein Todesopfer: Wie der Regionalgouverneur mitteilte, wurde bei dem Angriff in Balakowo ein Mensch getötet.

Die Behörden ordnen den Vorfall in eine Serie verstärkter ukrainischer Angriffe auf die russische Internet- und IT-Infrastruktur ein. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sollen in der Nacht über 900 Drohnen und Raketen auf Ziele in Russland sowie die international nicht anerkannte, von Russland annektierte Krim abgefeuert worden sein. Aus der Ukraine gab es dazu zunächst keine offizielle Stellungnahme. Die Attacke auf das Sberbank-Rechenzentrum folgt mehreren ähnlichen Angriffen, die in den vergangenen Wochen gemeldet wurden: Auch Yandex, das größte Technologieunternehmen Russlands, muss seit Monatsbeginn nach eigenen Angaben regelmäßig Drohnenangriffe auf seine Rechenzentren verkraften.

Der Cyber- und Drohnenkrieg zwischen Russland und der Ukraine verschärft sich damit weiter. Nicht nur russische Einrichtungen sind betroffen. Auch Moskau attackiert seit Monaten gezielt ukrainische Rechenzentren und logistische Knotenpunkte. Die hohe Anzahl der gleichzeitig eingesetzten Drohnen und Raketen zeigt, wie sehr beide Seiten mittlerweile auf technologische Mittel in diesem Konflikt setzen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Sicherheit der digitalen Infrastruktur gerät ins Visier

Der Angriff auf das Sberbank-Rechenzentrum ist ein weiteres bedrückendes Beispiel dafür, wie sehr der Ukraine-Krieg inzwischen alle Lebensbereiche und die moderne Infrastruktur beeinflusst. Während früher vor allem militärische oder industrielle Ziele im Fokus standen, geraten nun auch Datenzentren ins Visier – mit direkten Folgen für Wirtschaft und Bevölkerung. Der Tod eines Menschen macht deutlich, dass diese Angriffe längst kein abstrakter Cyberkrieg mehr sind. Gleichzeitig zeigt die ununterbrochene Betriebsfähigkeit von Sberbank nach dem Angriff, wie hoch die Widerstandsfähigkeit der digitalen Infrastruktur bereits ist. Die massive Zahl an eingesetzten Drohnen und Raketen belegt aber ebenso, dass die Angriffe kaum noch gezielt auszuschließen sind und das Risiko weiter steigt. Es bleibt zu hoffen, dass diese Eskalation nicht zu einem gefährlichen Muster wird. In den kommenden Monaten dürfte mit weiteren Attacken auf kritische Knotenpunkte zu rechnen sein – auf beiden Seiten des Konflikts.

Historischer Hintergrund

Die Eskalation digitaler Angriffe ist eine Folge des anhaltenden Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Bereits seit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 sind Cyberangriffe und Attacken mit Drohnen ein Teil der Auseinandersetzungen. Mit dem Beginn des umfassenden Krieges im Februar 2022 haben sowohl russische als auch ukrainische Kräfte wiederholt die Infrastruktur des jeweils anderen angegriffen, darunter Stromnetze, Internetknoten und Versorgungseinrichtungen. Die Berichte über gezielte Attacken auf Rechenzentren nehmen seither deutlich zu.

Zukunftsprognose

Die jüngsten Angriffe könnten dazu führen, dass Banken und Technologieunternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen für digitale Infrastruktur noch weiter verstärken. Ein möglicher Trend sind verstärkte Investitionen in Schutzsysteme gegen Drohnen- und Cyberattacken. Wirtschaftlich könnte sich dies in höheren Betriebskosten und möglichen Störungen für Nutzer niederschlagen, auch wenn die Robustheit der Systeme wie bei Sberbank bisher beachtlich ist. Gesellschaftlich wächst die Angst vor weiteren Angriffen auf lebenswichtige digitale Dienstleistungen. International dürfte der Konflikt um die Kontrolle über kritische Infrastrukturen weiter in den Mittelpunkt rücken und die Spannungen zwischen Russland, der Ukraine und westlichen Unterstützern beeinflussen.

Erklärungen

Was ist die Sberbank?

Die Sberbank ist die größte Bank Russlands und verfügt über zahlreiche Rechenzentren im Land. Sie spielt eine zentrale Rolle für den Finanzsektor und bietet Dienstleistungen für Millionen von Privat- und Geschäftskunden an.

Was ist ein Rechenzentrum?

Ein Rechenzentrum ist ein Gebäude, das zentrale Computersysteme und Netzwerke beherbergt. Dort werden große Mengen an Daten verarbeitet und gespeichert, die für Unternehmen und Institutionen oft geschäftskritisch sind.

OZD-Extras

Seit Monatsbeginn verzeichnete auch das Technologieunternehmen Yandex mindestens drei Drohnenangriffe auf seine Rechenzentren, was die zunehmende Bedrohung für Russlands IT-Branche unterstreicht.

Sollte die Unsicherheit andauern, könnten russische Technologiewerte an den internationalen Börsen unter Druck geraten. Konkrete Auswirkungen auf die Aktienkurse der Sberbank sind bislang nicht bekannt.

Gewinnspiel

Welches russische Unternehmen wurde bei dem jüngsten Drohnenangriff getroffen?

A) Sberbank

B) Gazprom

C) Rosneft

D) Lukoil

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.