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EU kann Starlink-System für Ukraine nicht ersetzen

Starlink bleibt für die Ukraine unersetzbar. Kaja Kallas warnt auf dem EU-Gipfel vor Defiziten bei Verteidigungsfähigkeiten.

Fakten im Überblick

Kaja Kallas hebt die Bedeutung von Starlink für die Ukraine hervor.

Das Starlink-Netz ist für militärische Kommunikation und Drohneneinsätze wichtig.

Europa kann Starlink kurzfristig nicht ersetzen und diskutiert Militärhilfe.

Die europäische Außenbeauftragte Kaja Kallas hat bei Beginn des zweiten Tages des EU-Gipfels in Brüssel die Bedeutung des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink für die Ukraine unmissverständlich hervorgehoben. Auf die aktuelle Lage angesprochen, erklärte sie: „Starlink ist für die Ukraine wirklich notwendig“. Außerdem betonte sie: „Leider kann Europa diese Fähigkeit kurzfristig nicht ersetzen.“ Hintergrund ist die zeitweise massive Drosselung des von SpaceX betriebenen Systems, die in der Nacht zum Mittwoch ukrainische Angriffe behindert und nach Berichten aus Kiew sogar zum Scheitern gebracht hatte. Erst nach einem Appell von Präsident Wolodymyr Selenskyj an Elon Musk meldete die Ukraine eine Verbesserung der Verbindung.

Das Satellitenkommunikationsnetz Starlink wird in der Ukraine nicht nur von der Armee an der Front für stabile Kommunikationskanäle genutzt. Nach Angaben aus Kiew ist die Technologie auch für die Steuerung von Drohnen und deren Abwehr von zentraler Bedeutung. Fehlende oder eingeschränkte Satellitenverbindungen bedeuten daher für die Ukraine unmittelbare Nachteile in ihrem Verteidigungskampf. Die Sicherheitslage an den Frontlinien bleibt hochsensibel, was die Dringlichkeit einer stabilen Kommunikationsversorgung noch unterstreicht.

Kallas forderte daher, Europa müsse „sobald wie möglich“ eigene Verteidigungsfähigkeiten aufbauen, „weil wir diese Fähigkeiten selbst brauchen“. Die 27 EU-Mitgliedstaaten beraten auf dem Gipfel weiterhin über Hilfen für die Ukraine – das betrifft nicht nur dringend benötigte Militärhilfe wie Luftabwehrsysteme, sondern auch finanzielle Unterstützung für das kommende Jahr. Präsident Selenskyj nimmt in Brüssel an einer Arbeitssitzung teil, während die Diskussionen über eine gemeinsame Linie andauern.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Starlink als kritische Infrastruktur und europäische Leerstelle

Die jüngste Drosselung des Starlink-Systems in der Ukraine zeigt wie abhängig das Land – und indirekt auch Europa – von privatwirtschaftlichen Hightech-Anbietern außerhalb des eigenen Einflussbereichs ist. Die Warnung von Kaja Kallas kommt zur richtigen Zeit: Europa hat sich in technologisch sensiblen Bereichen verletzlich gemacht und verfügt aktuell über keine eigene Antwort auf digitale Kommunikationsblockaden. Die Tatsache, dass ein einzelnes Unternehmen so massiv das Kriegsgeschehen beeinflussen kann, führt die strategischen Defizite der EU deutlich vor Augen. Es ist höchste Zeit, dass Europa endlich eigene, resiliente Systeme für militärisch entscheidende Bereiche aufbaut. Angesichts der geopolitischen Verwerfungen bleibt nur wenig Zeit, diesen Mangel zu beheben. Prognose: Ohne entschlossene Investitionen in europäische Satellitennetze wird die Abhängigkeit und Verwundbarkeit bleiben.

Historischer Hintergrund

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist das Starlink-Satellitensystem von SpaceX ein zentraler Baustein für die militärische Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte geworden. Die Technik ermöglicht es den Truppen, trotz zerstörter Infrastruktur digital vernetzt zu bleiben und kritische Operationen wie die Steuerung von Drohnen sowie deren Abwehr zu koordinieren. Die Diskussion über Europas Verteidigungsfähigkeiten gewinnt angesichts dieser Entwicklungen an Bedeutung, da keine kurzfristig verfügbare Alternative bereitsteht. Die EU war schon zuvor mit der Herausforderung konfrontiert, in sicherheitsrelevanten Technologien wie Satellitenkommunikation unabhängiger zu werden.

Zukunftsprognose

Sollte die EU keine eigenen Satelliten-Kommunikationssysteme entwickeln, ist eine anhaltende Abhängigkeit von Anbietern wie SpaceX und anderen US-Unternehmen zu erwarten. Diese Situation könnte Europas Einflussmöglichkeiten und die Sicherheit seiner Partnerländer erheblich einschränken. Wirtschaftlich könnten neue Investitionen in den europäischen Raumfahrt- und Technologiesektor notwendig werden. Sollte ein europäisches System entstehen, könnte dies langfristig auch die NATO stärken und ein Gegengewicht zu außereuropäischen Diensten schaffen. Die internationale Zusammenarbeit im technischen Bereich dürfte ebenfalls an Bedeutung gewinnen, um für Partnerstaaten wie die Ukraine verlässlichere Lösungen bieten zu können.

Erklärungen

Was ist Starlink?

Starlink ist ein Satelliten-Internetdienst des US-Unternehmens SpaceX. Er bietet weltweit Zugänge zum Internet über ein Netzwerk von tausenden Satelliten. In der Ukraine ist Starlink besonders wichtig, da die Netze vor Ort durch den Krieg zerstört oder gestört werden.

Wer ist Kaja Kallas?

Kaja Kallas ist estnische Politikerin und derzeitige EU-Außenbeauftragte. Sie setzt sich für eine Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeiten ein und betont besonders die Sicherheit der Ukraine.

OZD-Extras

Die Anbindung der Ukraine an Starlink wurde nach einem persönlichen Appell von Präsident Selenskyj an Elon Musk wieder verbessert. Für die Aktien von Raumfahrt- und Rüstungsunternehmen in Europa könnte eine beschleunigte Entwicklung eigener Satellitenprogramme künftig Schub bedeuten – sofern politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Gewinnspiel

Welches Unternehmen betreibt das Starlink-Netz in der Ukraine?

A) SpaceX

B) Google

C) Airbus

D) Amazon

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.