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UN-Konferenz Eriwan: Artenschutz steht auf dem Prüfstand

Artenschutz im Fokus der COP17: Fast 200 Staaten beraten in Eriwan über Fortschritte und Herausforderungen beim Schutz der biologischen Vielfalt.

Fakten im Überblick

In Eriwan hat die 17. UN-Biodiversitätskonferenz begonnen.

Fast 200 Staaten ziehen Bilanz beim weltweiten Schutz der Artenvielfalt.

Globale Ziele wie der Abbau von Subventionen für fossile Energien sind noch nicht erreicht.

In Eriwan, der Hauptstadt Armeniens, hat am Montag die 17. UN-Konferenz zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt begonnen. Rund zwei Wochen lang beraten Vertreterinnen und Vertreter aus fast 200 Staaten darüber, wie der bedrohliche Rückgang der Artenvielfalt effektiv gestoppt werden kann. Dabei geht es auch um die Rolle von Biodiversität für den Klimaschutz und um eine kritische Zwischenbilanz der bisherigen internationalen Anstrengungen. Die Zahl der Teilnehmenden wird auf bis zu 15.000 geschätzt. Im Mittelpunkt steht die Überprüfung, inwieweit die im Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal vereinbarten 23 Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.

Hambardzum Matevosyan, COP-Präsident und Armeniens Umweltminister, stellte bei der Eröffnung klar: "In den kommenden zwei Wochen wird unsere Aufgabe darin bestehen, Differenzen zu überwinden, einen Konsens zu erzielen und sicherzustellen, dass die COP17 zu Ergebnissen führt". Der Erfolg der Konferenz werde sich laut Matevosyan daran messen lassen, ob "konkreten Maßnahmen mit messbaren Fortschritten" erreicht werden. Vor vier Jahren hatten sich die Staaten unter anderem darauf verpflichtet, bis 2030 umweltschädliche Subventionen – beispielsweise auf fossile Energieträger wie Erdöl – um mindestens 500 Milliarden Dollar weltweit zu verringern. Weitere Ziele sind etwa mehr Schutzgebiete an Land und im Meer, Schutz indigener Gruppen sowie verbindliche Finanzierungszusagen.

Doch die Bilanz fällt bislang ernüchternd aus. Armeniens Ministerpräsident Nikol Paschinjan gab kritisch zu: "Wir müssen ehrlich eingestehen, dass wir kollektiv noch nicht auf dem richtigen Weg sind". Auch UN-Generalsekretär António Guterres fand deutliche Worte und warnte, Subventionen für fossile Energieträger kämen angesichts deren klimaschädlicher Wirkung "der Subventionierung unseres Suizids" gleich. Ein von ihm vorgestellter Bericht machte deutlich, dass die internationale Gemeinschaft in fast allen Bereichen der Kunming-Montreal-Vereinbarung hinterherhinkt. Er appellierte: "Wir brauchen mehr Tempo und mehr politischen Willen."

Im Zentrum der Diskussionen stehen die finanziellen Zusagen der Industriestaaten gegenüber weniger entwickelten Ländern. Die EU drängt darauf, dass China und andere große Schwellenländer stärker mitfinanzieren. Die internationale Bedeutung unterstrich die UN-Biodiversitätsverantwortliche Astrid Schomaker, die sagte: "Milliarden Menschen, deren Leben durch die Folgen des Verlustes an Biodiversität aus den Fugen geraten ist, zählen auf die Fortschritte, die hier in den kommenden zwei Wochen erzielt werden".

OZD/AFP

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OZD-Kommentar – Die Geduld beim Artenschutz ist aufgebraucht

Die COP17 in Eriwan zeigt schon zu Beginn die wachsende Ungeduld angesichts schleppender Fortschritte beim Artenschutz. Die deutlich ausgesprochenen Warnungen und Bekenntnisse zu Versäumnissen senden ein starkes Signal: Viele Staaten sehen sich zwar in der Verantwortung, doch das Eingeständnis der kollektiven Halbherzigkeit verlangt nun spürbare Konsequenzen. Subventionen für fossile Energieträger stehen beispielhaft für das Dilemma weltweiter Umweltpolitik. Reiche Länder und aufstrebende Nationen werden stärker in die Pflicht genommen werden müssen. Wer jetzt keinen politischen Willen zeigt, gefährdet Glaubwürdigkeit und Zukunft. Auch wenn die COP17 erneut kein historischer Durchbruch wird, dürften konkrete Einigungen auf faire Lastenverteilungen und ernsthafte Kontrollen in den kommenden Jahren Schritt für Schritt mehr bewirken – sofern Versprechen in messbares Handeln übersetzt werden.

Historischer Hintergrund

Mit dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt, das 1992 verabschiedet wurde, etablierte sich die UN-Biodiversitätskonferenz als internationales Forum für den Schutz der Artenvielfalt. Im Jahr 2020 entstand der Kunming-Montreal-Biodiversitätsrahmen, der erstmals konkrete Vorgaben und Fristen setzte. Seither sind regelmäßige Konferenzen zentrale Bühne für die globale Verhandlung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sowie Schwellenstaaten, bei denen finanzielle Unterstützung und Verantwortungsaufteilung im Mittelpunkt stehen.

Zukunftsprognose

Die laufende COP17-Konferenz wird vermutlich keine radikale Kehrtwende, aber neue Koalitionen und eine Verschärfung bestehender Maßnahmen anstoßen. Es erscheint möglich, dass sich Industrieländer zu höheren Zahlungen an Entwicklungsländer verpflichten und stärker den Fokus auf die Einbindung von Schwellenländern legen. Wirtschaftlich könnten geplante Subventionskürzungen mittel- bis langfristig Märkte für fossile Energien unter Druck setzen. Gesellschaftlich wächst der Druck auf Politeliten, wirkungsvolle Maßnahmen umzusetzen. International bleibt das Ringen um verbindliche Kontrolle und Transparenz eine große Daueraufgabe.

Erklärungen

Was ist die COP17?

COP17 ist die 17. UN-Konferenz zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt. Auf ihr beraten fast 200 Staaten über weltweiten Artenschutz.

Was ist der Kunming-Montreal-Biodiversitätsrahmen?

Der Kunming-Montreal-Biodiversitätsrahmen ist ein internationales Abkommen aus dem Jahr 2020, das 23 konkrete Artenschutzmaßnahmen bis 2030 festlegt.

OZD-Extras

Verhandlungen über Subventionsabbau für fossile Energien gelten traditionell als besonders umstritten. Veränderungen auf globalen Märkten und bei Rohstoffpreisen sind möglich, hängen aber vom politischen Ausgang der Konferenz ab. Eine abschließende Bewertung der wirtschaftlichen Folgen ist vor Abschluss der COP17 nicht möglich.

Gewinnspiel

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B) Genf

C) Eriwan

D) Tokio

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.