Fakten im Überblick
In Texas haben die Wahllokale für die vorzeitige Stimmabgabe geöffnet.
Demokraten liegen laut Umfragen bei Senats- und Gouverneurswahl vorn.
Die Kongresswahlen gelten als wichtigster Test für Präsident Trump.
Rund zwei Wochen vor den US-Kongresswahlen haben im vielbeachteten Bundesstaat Texas die Wahllokale für die vorzeitige Stimmabgabe geöffnet. Am Montag standen Menschen in Houston schon am frühen Morgen vor den Wahllokalen Schlange. Texas ist traditionell eine Hochburg der Republikaner von US-Präsident Donald Trump, doch zur anstehenden Wahl hoffen die Demokraten auf deutliche Erfolge. Im Rennen um den US-Senat lag zuletzt der Demokrat James Talarico vorne; der 37-jährige ehemalige Lehrer konnte sich einen leichten Umfrage-Vorsprung vor dem texanischen Justizminister und Trump-Vertrauten Ken Paxton verschaffen.
Zeitgleich zu den Kongresswahlen findet in Texas die Gouverneurswahl statt. In Umfragen lag zuletzt die Demokratin Gina Hinojosa, eine 52-jährige Anwältin, vor dem republikanischen Amtsinhaber Greg Abbott, der für eine vierte Amtszeit antritt. Talarico und Hinojosa wollen insbesondere bei nicht festgelegten Wählern sowie bei jenen punkten, die von Trump und seinen Republikanern enttäuscht sind. Obwohl Trump bei dieser Wahl nicht auf dem Stimmzettel steht, hat er sie nach eigenen Aussagen zu einer Volksabstimmung über sich selbst erklärt.
Die Zwischenwahlen am 3. November sind der wichtigste Stimmungstest in der Mitte von Trumps zweiter Amtszeit. Wegen des Iran-Kriegs und gestiegener Energiepreise sind die Republikaner im Umfragetief. Ein Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus oder in beiden Kongresskammern würde den 80-jährigen Präsidenten zur "lame duck" beziehungsweise "lahmen Ente" machen. Die Demokraten könnten dann seine Vorhaben blockieren und ein drittes Amtsenthebungsverfahren, ein sogenanntes Impeachment, gegen Trump einleiten.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Texas als Signal für Amerikas politische Zukunft
Die frühe Stimmabgabe in Texas wird zum Seismografen für die politische Landschaft der USA. Wankt die Hochburg der Republikaner, wäre das ein Signal weit über den Bundesstaat hinaus. Dass die Demokraten in Umfragen vorliegen, ist Indiz für Unzufriedenheit und Wandelbereitschaft. Trumps Strategie, die Zwischenwahlen zu einer Abstimmung über sich selbst zu erklären, birgt für ihn doppeltes Risiko. Sie könnte enttäuschte Republikaner zur Wahlenthaltung treiben und Unentschlossene auf die Seite der Demokraten ziehen. Sollte Texas wirklich kippen, würde eine neue politische Dynamik entstehen. Das Wahlergebnis in Texas dürfte bundesweit politische Debatten prägen – egal, wie knapp es am Ende ausfällt.
Historischer Hintergrund
Texas gilt seit Jahrzehnten als Hochburg der Republikaner und spielt im US-Wahlzyklus traditionell eine Schlüsselrolle. Politische Verschiebungen in Texas wurden seit jeher als Indikator für nationale Trends betrachtet. Die regelmäßigen Gouverneurs- und Kongresswahlen im Bundesstaat stehen oft im Mittelpunkt nationaler Aufmerksamkeit, nicht zuletzt wegen seiner Größe und wirtschaftlichen Bedeutung. In Trumps Präsidentschaft ist Texas damit erneut zum politischen Gradmesser geworden.
Zukunftsprognose
Sollten die Demokraten die Senats- oder Gouverneurswahl in Texas gewinnen, könnte das die politische Agenda im Bundesstaat und möglicherweise auch bundesweit verändern. Präsident Trumps Spielraum würde bei einem Verlust der Mehrheiten empfindlich eingeschränkt. Die Wahrscheinlichkeit für weitergehende Blockaden im Kongress und mögliche neue Impeachment-Verfahren nähme zu. International könnte ein demokratisches Erstarken die US-Außenpolitik beeinflussen, doch bleibt die Entwicklung offen.
Erklärungen
Was sind die US-Kongresswahlen?
Die US-Kongresswahlen, auch Midterm Elections genannt, finden in der Mitte einer Präsidentschaft statt. Alle Sitze im Repräsentantenhaus und etwa ein Drittel des Senats werden neu gewählt.
Was bedeutet "lame duck" bzw. "lahmen Ente"?
Als "lame duck" beziehungsweise "lahmen Ente" wird ein Präsident bezeichnet, der nach Verlust der Mehrheiten im Kongress kaum noch handlungsfähig ist.
OZD-Extras
In Texas mobilisieren beide Parteien ihre Anhänger traditionell besonders stark, da der Bundesstaat als entscheidend für den nationalen Kurs gilt. Effekte auf die Märkte, besonders die dort starke Energiebranche, werden nach Wahltagen oft spekulativ eingeschätzt und hängen direkt vom Ausgang ab, lassen sich vorab aber nicht belastbar vorhersagen.
Gewinnspiel
Wer liegt laut Umfragen bei der Gouverneurswahl in Texas vorne?
A) Gina Hinojosa
B) Greg Abbott
C) James Talarico
D) Ken Paxton
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.