Fakten im Überblick
Martin Schindler erreicht bei der Darts-EM in Dortmund als erster Deutscher das Finale eines Major-Turniers.
Im Endspiel unterliegt der 30-Jährige dem Engländer Ross Smith mit 8:11.
Mit 80.000 Pfund Preisgeld kehrt Schindler nach seinem überraschenden Erfolg wieder in die Top 20 der Weltrangliste zurück.
Martin Schindler konnte seine Tränen nicht zurückhalten. Nach dem größten Erfolg seiner bisherigen Darts-Karriere überwältigten den 30-Jährigen auf der Bühne die Emotionen. Zwar fehlte am Ende der Titel, doch der Finaleinzug bei der Europameisterschaft in Dortmund war bereits historisch. Noch nie zuvor hatte ein deutscher Darts-Profi das Endspiel eines Major-Turniers erreicht.
Im Finale musste sich Schindler dem Engländer Ross Smith mit 8:11 geschlagen geben. Die Enttäuschung über die verpasste Krönung hielt sich dennoch in Grenzen. Zu außergewöhnlich war das, was Schindler an diesem Wochenende gelungen war. "Ich bin ein wirklich glücklicher Junge", sagte der Strausberger nach dem Endspiel.
Dass ausgerechnet jetzt der größte Erfolg seiner Karriere folgen würde, hatte Schindler selbst nicht erwartet. Sein bisheriges Jahr war alles andere als nach Wunsch verlaufen. "Du hast nicht wirklich das Gefühl, dass du das spielst, was du kannst - und dann erreichst du das Finale bei einem Major", beschrieb er seine Situation. Seine eigene Saison bewertete er dabei weiterhin kritisch: "Ich spiele in diesem Jahr nicht gerade gut."
Ein Blick auf die Weltrangliste unterstreicht, warum der Erfolg für Schindler überraschend kam. Bei der vergangenen Weltmeisterschaft in London war der Deutsche noch die Nummer 13 der Welt. Bis zur Europameisterschaft war er um zehn Positionen zurückgefallen. In Dortmund gelang ihm nun die sportliche Wende. Mit dem Finaleinzug sicherte sich Schindler 80.000 Pfund Preisgeld und kehrt damit wieder in die Top 20 der Weltrangliste zurück.
Für Schindler selbst war allerdings weniger die Ranglistenposition entscheidend als die historische Dimension seines Erfolgs. "Ich habe es geschafft, bei einem verdammten Major ins Finale zu kommen", sagte er stolz. Ein Satz, der zeigt, wie viel ihm dieser Erfolg bedeutet. Schließlich hatte vor ihm noch kein deutscher Spieler diese Hürde genommen.
Auch der frühere deutsche Darts-Profi Max Hopp sieht im Dortmunder Erfolg einen möglichen Wendepunkt. Schindler könne aus dem Turnier viel Erfahrung mitnehmen, um weiterzuarbeiten und "den nächsten Schritt zu machen". Hopp blickte dabei bereits auf die kommenden großen Turniere und nannte den Grand Slam, die Players Championship Finals und sogar die Weltmeisterschaft als mögliche nächste Gelegenheiten.
Ob Schindler seinen Erfolg bei den kommenden Turnieren unmittelbar bestätigen kann, bleibt offen. Sicher ist jedoch schon jetzt: Mit seinem Finaleinzug in Dortmund hat "The Wall" eine Grenze durchbrochen, an der zuvor alle deutschen Darts-Profis gescheitert waren. Der Titel blieb ihm verwehrt, der Eintrag in die deutsche Darts-Geschichte nicht.
OZD/AFP
OZD-Kommentar - Manchmal ist eine Niederlage trotzdem ein Durchbruch
Martin Schindler hat das Finale verloren und Dortmund dennoch als Gewinner verlassen. Nicht, weil ein zweiter Platz schöner geredet werden müsste, sondern weil dieser Finaleinzug tatsächlich etwas verändert.
Noch nie hatte ein deutscher Spieler ein Major-Finale erreicht. Schindler hat damit eine sportliche Grenze verschoben und gleichzeitig gezeigt, dass ein außergewöhnliches Ergebnis nicht immer aus einer perfekten Saison heraus entstehen muss.
Gerade seine eigenen Worte machen den Erfolg bemerkenswert. Schindler behauptet nicht, derzeit den besten Darts seiner Karriere zu spielen. Im Gegenteil. Er blickt kritisch auf seine Leistungen und steht trotzdem plötzlich im größten Finale seiner bisherigen Laufbahn.
Das kann für die kommenden Turniere wertvoll sein. Ob daraus der nächste große Erfolg entsteht, ist völlig offen. Schindler weiß nun aber aus eigener Erfahrung, dass er bei einem Major bis ins Finale kommen kann.
Historischer Hintergrund
Darts hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren von einer Randsportart zu einem Sport mit wachsendem Publikum entwickelt. Besonders die großen internationalen Turniere ziehen auch hierzulande zahlreiche Zuschauer an.
Deutsche Spieler konnten sich zunehmend auf der internationalen Bühne etablieren. Der Sprung in ein Major-Finale war bislang allerdings keinem von ihnen gelungen.
Martin Schindler hat diese Marke nun als erster Deutscher erreicht. Damit ist sein Auftritt bei der Europameisterschaft in Dortmund unabhängig von der Finalniederlage ein historischer Erfolg für den deutschen Darts-Sport.
Zukunftsprognose
Der Finaleinzug könnte Schindler vor allem neues Selbstvertrauen für die kommenden Turniere geben. Durch die 80.000 Pfund Preisgeld verbessert er zudem seine Position in der Weltrangliste und kehrt in die Top 20 zurück.
Mit dem Grand Slam, den Players Championship Finals und der Weltmeisterschaft warten weitere große Aufgaben. Ob Schindler dort unmittelbar an seine Dortmunder Leistung anknüpfen kann, lässt sich nicht vorhersagen.
Sein Erfolg bei der EM zeigt jedoch, dass er auch in einem großen Turnier über mehrere Runden hinweg konkurrenzfähig sein kann. Für den weiteren Verlauf seiner Karriere könnte genau diese Erfahrung besonders wertvoll werden.
Wer ist Martin Schindler?
Martin Schindler ist ein deutscher Darts-Profi aus Strausberg. Der 30-Jährige trägt den Spitznamen "The Wall" und ist aktuell die deutsche Nummer eins. Bei der Europameisterschaft in Dortmund erreichte er als erster Deutscher das Finale eines Major-Turniers.
Was ist ein Major-Turnier im Darts?
Als Majors werden die bedeutenden Turniere im professionellen Darts bezeichnet. Sie besitzen aufgrund ihrer sportlichen Bedeutung und des Preisgeldes einen besonders hohen Stellenwert. Für Schindler war der Einzug in das EM-Endspiel das erste Major-Finale seiner Karriere.
Was bringt Schindler der Finaleinzug?
Neben dem historischen Erfolg erhält Schindler 80.000 Pfund Preisgeld. Dadurch verbessert er sich auch in der Weltrangliste und kehrt wieder in die Top 20 zurück. Vor der Europameisterschaft war er bis auf Rang 23 abgerutscht.
Wer ist Ross Smith?
Ross Smith ist ein englischer Darts-Profi. Im Finale der Europameisterschaft in Dortmund setzte er sich mit 11:8 gegen Martin Schindler durch und verhinderte damit den ersten deutschen Titelgewinn bei diesem Turnier.
OZD-Extra - Vom Absturz in der Rangliste zum historischen Finale
Noch bei der vergangenen Weltmeisterschaft in London stand Martin Schindler auf Rang 13 der Weltrangliste. Danach verlief die Saison für den Deutschen deutlich schwieriger. Vor der Europameisterschaft war er um zehn Plätze bis auf Rang 23 zurückgefallen.
Ausgerechnet in dieser Phase gelang ihm der größte Erfolg seiner Karriere. Der Finaleinzug bringt Schindler nicht nur 80.000 Pfund Preisgeld, sondern auch die Rückkehr in die Top 20.
Vielleicht erklärt genau dieser Gegensatz die Emotionen nach dem Endspiel. Schindler kam nach Dortmund, ohne mit seiner Saison zufrieden zu sein. Er verlässt die EM ohne Titel, aber mit einem historischen Rekord.
Gewinnspiel
Was gelang Martin Schindler bei der Darts-EM in Dortmund als erstem Deutschen?
A: Ein Neun-Darter im Finale
B: Der Sieg bei einer Weltmeisterschaft
C: Der Einzug in ein Major-Finale
D: Platz eins der Weltrangliste
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.