Fakten im Überblick
Das CAS-Urteil erlaubt Russlands Nationalmannschaft die Teilnahme an der WM 2027 in Deutschland.
Der DEB lehnt die Rückkehr Russlands zu internationalen Eishockeyturnieren ab.
Die Wiederzulassung Russlands hat politische und wirtschaftliche Folgen für das Gastgeberland.
Die russische Eishockeynationalmannschaft wird bei der Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland antreten dürfen. Grundlage dafür ist das am Freitag veröffentlichte Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS. Dieser gab der Berufung des russischen Verbands RIHF gegen den Ausschluss durch die IIHF statt. Die ursprünglich von der IIHF vorgebrachten Sicherheitsbedenken wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sah das CAS als nicht ausreichend bewiesen an. Damit müssen russische Nationalmannschaften ab der Saison 2026/27 wieder zu internationalen Wettbewerben zugelassen werden – inklusive der Männer-WM, die vom 13. bis 30. Mai 2027 in Deutschland stattfindet.
Die IIHF hatte zuvor Russland und Belarus wegen des Krieges von allen Titelkämpfen ausgeschlossen. Nun greift das Urteil direkt in die umfangreichen Vorbereitungen für die WM 2027 ein. Der Deutsche Eishockey-Bund zeigte sich tief enttäuscht und reagierte mit deutlicher Kritik. "Unsere Position ist unverändert: Wir lehnen die Rückkehr russischer Nationalmannschaften zu internationalen Eishockeyturnieren ab", so DEB-Vorstandschef Frank H. Lutz. Die Haltung vertrete man "sowohl gegenüber dem IIHF Council als auch in der Anhörung vor dem CAS klar und unmissverständlich". Weiter betont Lutz, die Entscheidung verändere für das Gastgeberland die Ausgangslage "grundlegend. Eine Zulassung Russlands hat für uns als Gastgeber erhebliche sicherheitsrelevante, politische und wirtschaftliche Folgen. Wir werten das Urteil jetzt gemeinsam mit der IIHF aus und informieren über die nächsten Schritte".
Wie die nächsten konkreten Maßnahmen aussehen werden, ist weiterhin offen. Deutlich bleibt aber, dass die Rückkehr Russlands in den internationalen Eishockeybetrieb für den Gastgeber Deutschland eine schwierige politische und organisatorische Herausforderung bedeutet.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Umstrittenes Signal für den Sport
Das Urteil des CAS, das Russland die Rückkehr zur Eishockey-Weltmeisterschaft erlaubt, markiert einen Wendepunkt – nicht nur für den internationalen Sport, sondern auch für die Gastgebernation Deutschland. Während das Recht auf sportliche Teilhabe hochgehalten wird, gerät das moralische Gewicht politischer Konflikte ins Wanken. Der Protest des Deutschen Eishockey-Bunds ist ein deutliches Zeichen, dass sportliche Entscheidungen in internationalen Krisenzeiten nicht losgelöst von Politik und Ethik betrachtet werden können. Die betonten Sicherheitsbedenken machen außerdem deutlich, dass hier nicht nur um ein Turnier gespielt wird, sondern auch um die Integrität und Sicherheit der Veranstaltung. Es bleibt offen, ob diese Entscheidung den gewünschten Sinn von Neutralität fördern wird. Wahrscheinlicher ist, dass der Konflikt um russische Sportbeteiligung bei internationalen Wettbewerben weiter intensiver und kontrovers diskutiert wird.
Historischer Hintergrund
Russland und Belarus wurden seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 von der IIHF von internationalen Turnieren ausgeschlossen. Diese Maßnahme war eine Reaktion der internationalen Eishockeygemeinschaft auf den Krieg. Der Internationale Sportgerichtshof CAS ist das höchste Schiedsgericht im Sport und entscheidet über Berufungen in Streitfällen wie diesem.
Zukunftsprognose
Mit der Wiederzulassung Russlands könnten politische Reaktionen in Deutschland und Europa folgen, darunter Proteste von Sportlern oder Boykottforderungen. Für die Organisationsleitung der WM bedeutet das Urteil erhebliche neue Sicherheitsauflagen und mögliche wirtschaftliche Einbußen, sollten Sponsoren oder Zuschauer boykottieren. International kann die Entscheidung eine Bewegung erzeugen, Sport und Politik künftig noch stärker zu verknüpfen oder Diskussionen über Neutralität im Sport neu zu entfachen.
Erklärungen
Was ist der CAS?
Der Internationale Sportgerichtshof CAS ist das oberste Gericht für Sportstreitigkeiten. Er entscheidet verbindlich über Berufungen gegen Entscheidungen von internationalen Sportverbänden.
Was ist die IIHF?
Die International Ice Hockey Federation (IIHF) ist der Weltverband für Eishockey. Sie ist für die Organisation der Weltmeisterschaften und anderer internationaler Turniere verantwortlich.
OZD-Extras
Das Urteil des CAS könnte sich auch auf andere internationale Sportarten auswirken, in denen Russland aktuell noch ausgeschlossen ist. Mögliche Auswirkungen auf die Sportmärkte könnten sich durch Reaktionen von Sponsoren oder durch Boykottaufrufe ergeben. Wie stark sich dies auf Sponsoringverträge oder Medienrechte auswirkt, bleibt jedoch offen.
Gewinnspiel
In welchem Land findet die Eishockey-WM 2027 laut CAS-Urteil statt?
A) Deutschland
B) Russland
C) Kanada
D) Finnland
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.