Fakten im Überblick
Die deutschen Handballerinnen treten mit gestiegenen Erwartungen zur EM an.
Start ist am 4. Dezember gegen Schweden in Bratislava.
Das Ziel ist das Erreichen des Finalwochenendes der besten sechs Teams.
Für die deutschen Handballerinnen beginnt mit der Europameisterschaft im Dezember eine neue Herausforderung. Nach der erfolgreichen Heim-WM im vergangenen Jahr steht das Team rund um Nationalmannschaftsmanagerin Anja Althaus nun im Fokus – die Zeiten als Außenseiterinnen sind vorbei. Althaus beschreibt die Situation so: "Vor der WM war es unser eigener Druck und wir waren Jäger. Jetzt bist du der Gejagte." Die gewachsene Aufmerksamkeit erhöht nicht nur die Erwartungen von außen, sondern beeinflusst auch die eigene Mannschaft. Laut Althaus herrscht eine "ganz andere Erwartungshaltung", sowohl von anderen Nationen als auch im eigenen Team.
Die DHB-Auswahl sieht sich für dieses Szenario gut gewappnet. „Das ist das nächste Learning“, betont Althaus, denn die Aufgabe bestehe jetzt darin, das "geschaffene Selbstbewusstsein weiterzuführen und dann auch die richtige Gewinnermentalität zu haben. Ich glaube, da sind wir auf einem richtig guten Weg." Ihr Vertrauen stützt sich auf ein "richtig gutes Fundament", das die Mannschaft im Laufe der letzten Turniere entwickelt hat.
Der Weg zu einem erfolgreichen Turnier ist anspruchsvoll: Die Europameisterschaft findet in Polen, Rumänien, Tschechien, Slowakei und der Türkei statt. Gespielt wird in mehreren Etappen, das Auftaktspiel steigt am 4. Dezember in Bratislava gegen Schweden, danach folgen Serbien und Gastgeber Slowakei in der Gruppenphase. Ziel der deutschen Frauen ist es, das begehrte Final-Wochenende der Top-Sechs-Teams zu erreichen, das am 20. Dezember in Kattowitz ausgetragen wird. Als Mitfavoriten müssen sie ab sofort zeigen, ob sie nicht nur jagen, sondern auch als Gejagte bestehen können.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Neuer Erfolgsdruck für die DHB-Frauen
Der Rollenwechsel für Deutschlands Handballerinnen ist unübersehbar: Vom Underdog der WM zu einer der gejagten Nationen der EM. Das bringt nicht nur Lob und größere Anerkennung, sondern vor allem einen enormen Erwartungsdruck – von außen wie von innen. Die öffentliche Wahrnehmung wandelt sich rasant, und das Team muss lernen, mit Lob, aber auch mit neuen Herausforderungen umzugehen. Das kann den Reifeprozess beschleunigen – oder im falschen Moment lähmen. Wird es diesmal für den großen Coup reichen? Nur eine Top-Mannschaft kann diesen Wandel langfristig in Erfolg ummünzen. Mit Blick auf die positive Entwicklung der letzten Monate stehen die Chancen nicht schlecht: Es spricht vieles dafür, dass die DHB-Frauen den Sprung unter die besten Sechs schaffen. Ob es darüber hinausgeht, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung aus der Heim-WM könnte am Ende zum entscheidenden Vorteil werden, wenn es darauf ankommt.
Historischer Hintergrund
In den vergangenen Jahren mussten sich die deutschen Handballerinnen stets ihren Platz in der europäischen Spitze hart erarbeiten. Die Heim-Weltmeisterschaft im letzten Jahr markierte einen Wendepunkt und legte den Grundstein für neues Selbstvertrauen und breite Unterstützung. Die Europameisterschaft 2024, gemeinsam ausgerichtet von Polen, Rumänien, Tschechien, Slowakei und der Türkei, bietet nun den Rahmen, um diese Entwicklung fortzusetzen.
Zukunftsprognose
Sollte das DHB-Team in der Europameisterschaft früh überzeugen, könnten die erreichten Resultate das öffentliche Interesse am deutschen Frauenhandball deutlich steigern. Politisch und gesellschaftlich würde ein starker Auftritt die Sichtbarkeit von Frauen im Spitzensport stärken und langfristig für mehr Nachwuchs und Förderung sorgen. Misserfolge hingegen könnten Diskussionen über Strukturen und Förderung erneut entfachen. Europaweit wäre eine deutsche Top-Platzierung ein deutliches Zeichen im Wettbewerb mit den traditionellen Handballnationen wie Norwegen, Frankreich oder Dänemark.
Erklärungen
Was ist die Europameisterschaft im Frauen-Handball?
Die Europameisterschaft im Frauen-Handball ist das wichtigste Kontinentalturnier für Nationalmannschaften Europas. Sie findet alle zwei Jahre statt und bringt die stärksten Teams zusammen, die zunächst in Gruppenspielen und anschließend in K.o.-Runden den Titelträger ermitteln.
Wer ist Anja Althaus?
Anja Althaus ist die aktuelle Nationalmannschaftsmanagerin der deutschen Handball-Frauen. Sie war selbst als Spielerin international sehr erfolgreich, unter anderem mit Titeln in der Bundesliga und internationalen Einsätzen.
OZD-Extras
Zur EM 2024 werden insgesamt erstmals sechs Mannschaften das Finalwochenende erreichen. In bisherigen Austragungen waren es weniger.
Ein erfolgreicher Turnierverlauf der DHB-Frauen könnte das mediale Interesse an Bundesliga-Vereinen und deren Spielerinnen steigern, was mittelfristig auch Auswirkungen auf das Sponsoring und die Vermarktungschancen des deutschen Handballs hätte. Eine Veränderung der Aktien- oder Finanzmärkte durch das Abschneiden des Frauenteams ist hingegen nicht zu erwarten.
Gewinnspiel
Wie heißt die Nationalmannschaftsmanagerin der deutschen Handball-Frauen?
A) Anja Althaus
B) Silvia Neid
C) Ulrike Stange
D) Andrea Rode
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.