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Binance ersetzt nach Hackerangriff Milliardenverluste

Binance kündigt nach einem Hackerangriff an, Anleger zu entschädigen und Milliarden für gestohlene Krypto-Vermögenswerte zurückzustellen.

Fakten im Überblick

Nach einem Hackerangriff will Binance den Anlegern alle Verluste ersetzen.

Binance hat über 6,3 Milliarden Dollar für Erstattungen zurückgestellt.

Laut Analysefirma TRM Labs könnten nordkoreanische Hacker beteiligt sein.

Die weltgrößte Kryptobörse Binance steht nach einem massiven Hackerangriff vor einer der größten Bewährungsproben ihrer Geschichte. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, sollen Kunden sämtliche entstandenen Schäden ersetzt bekommen. Co-Unternehmenschef Richard Teng erklärte auf X, das Unternehmen werde "alle Verluste" ersetzen. Für die Erstattung seien bereits mehr als 6,3 Milliarden Dollar bereitgestellt worden, wobei laut Teng fünf Milliarden Dollar bereits in Kryptowährungen vorliegen. Der restliche Betrag solle am Markt beschafft werden, wie Teng weiter ankündigte.

Binance stellte in Aussicht, dass Nutzern "binnen 40 Stunden" wieder Auszahlungen möglich sein sollen. Das System werde jedoch erst dann wiederhergestellt, wenn es "rigorose Tests" bestanden habe, betonte Teng. Nach Angaben von Binance waren Vermögenswerte im Wert von 6,3 Milliarden Dollar von dem Angriff betroffen. Rund die Hälfte davon konnte den Angaben zufolge durch eingefrorene Partnerkonten gesichert werden, um den Schaden zu begrenzen. Die Ein- und Auszahlungen der Kunden wurden zunächst gestoppt.

Die Analysefirma TRM Labs vermutet, dass eine mit Nordkorea in Verbindung stehende Gruppe hinter dem Angriff steckt. Weitere Einzelheiten dazu wurden bislang nicht bekannt.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Binance im Stresstest des Vertrauens

Der Angriff auf Binance ist mehr als nur ein Schock für die betroffenen Anleger – er stellt zentrale Fragen an die ganze Kryptobranche. Die Zusage des Unternehmens, "alle Verluste" auszugleichen und Milliarden zurückzustellen, ist ein Signal an Kundinnen und Kunden, dass ihre Interessen ernst genommen werden. Damit setzt Binance einen Standard, den künftig auch andere Firmen einhalten müssen. Doch der Fall offenbart erneut, wie attraktiv Kryptoplattformen für internationale Cyberkriminelle bleiben. Das System erst nach "rigorose Tests" wiederzueröffnen, ist richtig, doch wie nachhaltig die neuen Sicherheitsmaßnahmen wirken, wird sich erst zeigen müssen. Entscheidend für den langfristigen Ruf von Binance – und für das Kundenvertrauen weltweit – bleibt, ob die Absicherung durch schnelle Handlung und lückenlose Transparenz tatsächlich funktioniert. Wahrscheinlich werden die kommenden Wochen zeigen, ob Binance nach Ausgleich der Schäden wieder viel Vertrauen zurückgewinnen kann.

Historischer Hintergrund

Binance wurde 2017 gegründet und entwickelte sich rasch zur größten Kryptobörse der Welt. Schon in den vergangenen Jahren kam es in der Branche immer wieder zu spektakulären Hackerangriffen auf Kryptobörsen. Neben einzelnen Cyberkriminellen werden besonders häufig Gruppen aus Nordkorea mit groß angelegten Angriffen auf Finanzinstitute und Kryptoplattformen in Verbindung gebracht, darunter auch durch internationale Analysefirmen wie TRM Labs.

Zukunftsprognose

Sollte Binance das Versprechen einlösen und "alle Verluste" ersetzen, dürfte das verlorenes Vertrauen vieler Anleger wiederherstellen. Striktere Sicherheitsprotokolle und "rigorose Tests" könnten zudem Signalwirkung für die Branche entfalten. Zugleich sind neue internationale Kooperationen im Kampf gegen Cyberkriminalität denkbar. Denkbar ist auch, dass die Kryptomärkte kurzfristig aufschrecken, sich aber bei erfolgreicher Schadensbegrenzung wieder beruhigen.

Erklärungen

Was ist Binance?

Binance ist die weltweit größte Kryptobörse und ermöglicht Nutzern den Handel mit verschiedensten Kryptowährungen auf einer zentralen Plattform.

Was macht TRM Labs?

TRM Labs ist eine Analysefirma, die weltweit verdächtige Finanztransaktionen überwacht und regelmäßig bei der Aufklärung von Hackerangriffen auftritt.

OZD-Extras

Angriffe auf Kryptobörsen wie Binance haben international nicht nur direkte Auswirkungen auf Anleger, sondern auch auf das Vertrauen in Digitalwährungen. Ein erfolgreicher Ausgleich der Verluste könnte die Kryptomärkte rasch beruhigen, Unsicherheit und mangelnde Transparenz dagegen für Turbulenzen sorgen. Auswirkungen auf Aktien oder klassische Finanzmärkte werden meist nur indirekt beobachtet, indem Investoren auf zuverlässigere Anbieter ausweichen oder Regulierung fordern.

Gewinnspiel

Wie hoch ist die von Binance genannte Summe der gestohlenen Werte?

A) 5,3 Milliarden Dollar

B) 6,3 Milliarden Dollar

C) 7,3 Milliarden Dollar

D) 8,3 Milliarden Dollar

Zum Gewinnspiel

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.