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CDU sucht Kandidatin für Bundespräsidentin – Auswahl offen

Die CDU sucht eine Frau als Bundespräsidentin. Es gibt mehrere Namen, darunter Ilse Aigner – doch das Rätselraten um die Kandidatin bleibt.

Fakten im Überblick

Kanzler Merz hat sich auf eine Frau für das Bundespräsidentenamt festgelegt.

Ilse Aigner und mehrere CDU-Politikerinnen gelten weiterhin als mögliche Kandidatinnen.

Laut "Trendbarometer" wünschen sich 28 Prozent eine Bundespräsidentin.

Die Suche nach einer Nachfolge für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist im vollen Gange. Kanzler Friedrich Merz hat sich darauf festgelegt, eine Frau für das höchste Staatsamt vorschlagen zu wollen. Doch wer die Union ins Rennen schickt, bleibt vorerst offen. CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann erklärte, die Kandidatin komme "aus den Reihen der Union und ist damit auch ein gemeinsamer Vorschlag der beiden Unions-Parteivorsitzenden". Hoppermann schloss dabei nicht aus, dass die bayerische CSU-Landtagspräsidentin Ilse Aigner weiterhin Chancen habe. Es gebe "viele verschiedene Kandidatinnen, die dafür hervorragend geeignet sind und in Frage kommen".

Für Anfang der nächsten Woche wurde eine Entscheidung in den Parteigremien angekündigt. Nach Informationen der "Rheinischen Post" will Merz bereits am Sonntagabend mit dem Parteipräsidium im Konrad-Adenauer-Haus beraten. Am Montag soll der CDU-Bundesvorstand tagen. Mehrere Namen werden derzeit in der CDU gehandelt – darunter Karin Prien, Ines Claus, Julia Klöckner und Annegret Kramp-Karrenbauer. Unionsfraktionschef Thorsten Frei stellte eine Entscheidung "in sehr naher Zukunft" in Aussicht und zeigte sich überzeugt, dass am Ende ein "sehr gutes Ergebnis" erzielt werde. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hob in Bezug auf Aigner hervor, er nehme auch in der CDU "eine sehr, sehr hohe Wertschätzung" für sie wahr.

Unterstützung für eine Frau an der Staatsspitze kommt auch von Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann. Sie sagte, es sei "reif für eine Frau an der Spitze". Zudem erklärte sie: "Viele Frauen in unserem Land in Politik, in Wirtschaft, in Gesellschaft sind unterrepräsentiert, auch hier im Parlament". Ihr Wunsch: "Und ich würde mir wünschen, wenn an der Spitze des Staates als Bundespräsidentin eben eine Frau dieses Amt einnimmt."

Ein aktuelles "Trendbarometer" für RTL und ntv zeigt: Für 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger ist das Geschlecht im Bundespräsidentenamt unerheblich. 28 Prozent sprechen sich ausdrücklich für eine Frau aus – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu August. Bei der Einschätzung möglicher Personen liegt Altkanzlerin Angela Merkel mit 50 Prozent vorn, gefolgt von Ilse Aigner und Thomas de Maizière. AfD-Parlamentsgeschäftsführer Bernd Baumann hält sämtliche in der Union gehandelte Kandidatinnen für ungeeignet und forderte einen Kandidaten, der "diese Brandmauer-Politik" nicht weiterführt.

OZD/AFP

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Verpasste Transparenz, aber Aufbruch für die Union möglich

Die CDU will das Zeichen der Erneuerung setzen und erstmals eine Frau als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt aufstellen. Offen aber bleibt, ob sie diesen Weg mutig genug und mit der nötigen Transparenz geht. Noch dominiert das parteiinterne Taktieren – Namen werden diskutiert, aber keine Entscheidung öffentlich vorbereitet. Dabei zeigt das öffentliche Interesse und auch das Umfragergebnis, dass Deutschland bereit ist, einer Frau das höchste Amt zuzutrauen. Entscheidet die Union nun konsequent, kann sie an gesellschaftliche Dynamik, Wertewandel und neue politische Erwartungen anknüpfen. Schafft sie hingegen nur eine formale Neuerung ohne echten Neuanfang, bleibt der symbolische Effekt begrenzt. Wahrscheinlich ist: Die Union kann mit einer klug gewählten Kandidatin echte Modernisierung unterstreichen und andere Parteien zum Nachziehen zwingen.

Historischer Hintergrund

Das Bundespräsidentenamt wurde in Deutschland bislang ausschließlich von Männern besetzt. Erst in den vergangenen Jahren wuchs in Parteien und Öffentlichkeit der Wunsch nach mehr Frauen in Spitzenämtern. Die CDU hatte zuvor noch nie offen über eine weibliche Kandidatur für das höchste Staatsamt gesprochen. Die aktuelle Debatte erhält zusätzliche Brisanz durch das gesellschaftliche Thema der Gleichstellung, das auch in Bundestag, Wirtschaft und Gesellschaft verstärkt diskutiert wird.

Zukunftsprognose

Eine von der Union vorgeschlagene Kandidatin für das Bundespräsidentenamt könnte die politische Debatte um Gleichstellung und Frauenförderung bundesweit befeuern. Möglicherweise orientieren sich auch andere Parteien an diesem Signal. Wirtschaftlich hätte die Nominierung keine unmittelbare Auswirkung, aber gesellschaftspolitisch könnte sich der Druck auf alle Parteien erhöhen, mehr Frauen für Spitzenpositionen zu benennen. International dürfte das Ansehen Deutschlands als modernes und gleichstellungsorientiertes Land profitieren, sofern die Entscheidung auch gesellschaftliche Akzeptanz findet.

Erklärungen

Was macht eine Bundespräsidentin?

Die Bundespräsidentin beziehungsweise der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt Deutschlands. Haupte Aufgaben sind die Repräsentation des Staates und die Wahrnehmung überparteilicher Funktionen. Die Wahl erfolgt durch die Bundesversammlung.

Wer ist Ilse Aigner?

Ilse Aigner ist CSU-Politikerin und Präsidentin des Bayerischen Landtags. Sie wird aktuell als eine der möglichen Kandidatinnen für das Amt der Bundespräsidentin genannt.

OZD-Extras

Das aktuelle "Trendbarometer" zeigt: Der Anteil der Deutschen, die eine Frau im Bundespräsidentenamt bevorzugen, ist zuletzt deutlich gestiegen. An den Aktienmärkten und bei Währungen wird kurzfristig nicht mit direkten Auswirkungen durch eine weibliche Nominierung gerechnet, da das Amt vor allem repräsentativ ist.

Gewinnspiel

Welche Politikerin wird aktuell als mögliche Bundespräsidentin genannt?

A) Ilse Aigner

B) Karin Prien

C) Julia Klöckner

D) Ines Claus

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.