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Selenskyj setzt auf US-Initiative für Gespräche mit Russland

Selenskyj berät mit US-Unterhändlern und zeigt Bereitschaft für Ukraine-Gespräche. Melania Trump plant ein Treffen der Konfliktparteien.

Fakten im Überblick

Selenskyj sprach ausführlich mit Trumps Sondergesandten.

Melania Trump plant ein Treffen russischer und ukrainischer Vertreter im Weißen Haus.

Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA wollen im November in Abu Dhabi beraten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich vor den anstehenden Gesprächen zum Ukraine-Krieg ausführlich mit US-Sondergesandten von Donald Trump beratschlagt. "Wir hatten soeben ein sehr ausführliches Gespräch von anderthalb Stunden mit Steve Witkoff und Jared Kushner", erklärte Selenskyj am Mittwochabend während seines Besuchs in Madrid. Die Vorbereitung auf die anstehenden Verhandlungen, so Selenskyj weiter, müsse "mit voller Kraft vorangetrieben werden, um diesen Krieg so schnell wie möglich zu beenden". Die zentralen Botschaften lauten: "Die Ukraine ist bereit, die notwendigen Schritte zu unternehmen".

Auf internationaler Bühne richten sich die Blicke auf das bevorstehende Treffen am 10. und 11. November in Abu Dhabi. Erstmals seit Monaten kommen dort Unterhändler der Ukraine, Russlands und der USA zusammen. Im Vorfeld ist am Donnerstag ein Treffen im Weißen Haus geplant, bei dem auch First Lady Melania Trump eine Rolle übernimmt. Ihr Büro teilte mit, sie werde "im Weißen Haus persönlich Vertreter Russlands und der Ukraine zusammenbringen". Ein genaues Datum nannte das Büro nicht, sprach aber von "einer beispiellosen diplomatischen Initiative einer amerikanischen First Lady".

Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass sollen Kirill Dmitrijew und Jana Lantratowa am Donnerstag im Weißen Haus mit Melania Trump zusammentreffen, "vorausgesetzt, dass alle logistischen Vorbereitungen gelingen". Auch der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez kündigte seine Teilnahme an. Parallel dazu laufen in Brüssel Gespräche zwischen Vertretern der EU, Großbritanniens, der Nato und den USA, die ebenfalls zur Vorbereitung diplomatischer Lösungen dienen. Im Oktober hatte Melania Trump bereits eine begrenzte Waffenruhe in der besetzten Stadt Oleschky vermittelt und wurde für diese Rolle von Selenskyj mit einem nationalen Orden geehrt. Die First Lady hatte sich zudem mehrfach für die Rückkehr nach Russland verschleppter ukrainischer Kinder eingesetzt.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Zwischen Symbolkraft und diplomatischer Realität

Die Vorbereitungen und Treffen der kommenden Tage zeigen erneut, wie hartnäckig an diplomatischen Lösungen im Ukraine-Krieg gerungen wird. Wolodymyr Selenskyj sendet mit seiner Gesprächsbereitschaft deutliche Signale an die internationale Bühne, während die USA ihre Vermittlerrolle neu akzentuieren – diesmal sogar mit der US-First-Lady Melania Trump als Gastgeberin für russische und ukrainische Vertreter. Das ist tatsächlich "einer beispiellosen diplomatischen Initiative einer amerikanischen First Lady". Ob dieser Symbolakt mit nachhaltigen Fortschritten im Friedensprozess verbunden ist, bleibt ungewiss. Die Hindernisse sind groß, der Wille zur Kompromisssuche scheint auf beiden Seiten aber zumindest kurzfristig gestärkt. Realistisch ist, dass kleine Schritte – etwa neue Gespräche und humanitäre Erleichterungen – wahrscheinlicher sind als ein substanzieller Durchbruch.

Historischer Hintergrund

Seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 gestalten sich Verhandlungen schwierig. Nach langen Monaten der Funkstille ist das geplante Dreiertreffen von Vertretern Russlands, der Ukraine und der USA nun das erste dieser Art seit Februar. Bisherige diplomatische Initiativen brachten selten nachhaltige Ergebnisse. Erst kürzlich vermittelte Melania Trump eine mehrtägige Waffenruhe im besetzten Oleschky, um einen humanitären Einsatz zu ermöglichen. Dafür wurde sie von der Ukraine ausgezeichnet.

Zukunftsprognose

Wenn das Treffen in Abu Dhabi sowie die Gespräche im Weißen Haus wie angekündigt stattfinden, könnten zumindest humanitäre Maßnahmen wie lokale Feuerpausen oder Gefangenenaustausche erleichtert werden. Politische Fortschritte bleiben allerdings eine Herausforderung, da die Positionen aller Parteien weiterhin auseinanderliegen. Es ist denkbar, dass die Initiative der US-First-Lady die internationale Aufmerksamkeit erhöht, was wiederum neuen diplomatischen Druck auf alle Seiten ausüben könnte. Ein umfassender Frieden ist mittelfristig aber weiterhin unsicher.

Erklärungen

Was passiert in Abu Dhabi?

In Abu Dhabi sind erstmals seit Monaten direkte Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA geplant. Damit wird ein neues diplomatisches Fenster geöffnet, bei dem humanitäre Fragen wie Waffenruhen oder Gefangenenaustausch im Fokus stehen.

Wer ist Melania Trump?

Melania Trump ist die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump und stammt aus Slowenien. Ihr Büro hebt aktuell ihre Rolle hervor, "im Weißen Haus persönlich Vertreter Russlands und der Ukraine zusammenbringen" zu wollen. Bereits im Oktober vermittelte sie erfolgreich eine lokale Waffenruhe im Krieg zwischen Russland und der Ukraine.

OZD-Extras

Dass eine US-First-Lady als Gastgeberin und Vermittlerin zwischen Kriegsparteien auftritt, ist diplomatiegeschichtlich eine Seltenheit. An den Finanzmärkten werden kurzfristig keine direkten Auswirkungen erwartet, da politische Durchbrüche weiterhin unwahrscheinlich sind. Erst konkrete Ergebnisse könnten neue Impulse bringen.

Gewinnspiel

In welcher Stadt sollen Unterhändler von USA, Russland und Ukraine beraten?

A) Abu Dhabi

B) Madrid

C) Brüssel

D) Kiew

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.