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Krakau nach tödlichen Schüssen auf Hauptmarkt in tiefer Trauer

Nach dem tödlichen Schusswaffenvorfall im Zentrum Krakaus trauert Polen. Die Behörden prüfen Hinweise auf rechtsextreme Motive des Täters.

Fakten im Überblick

Auf dem Hauptmarkt von Krakau wurden sechs Menschen getötet und mindestens 15 verletzt.

Drei weitere Leichen wurden in der Wohnung des mutmaßlichen Täters gefunden.

Polen hat für Sonntag und Montag zwei nationale Trauertage angeordnet.

Polen steht nach dem schlimmsten Schusswaffenvorfall seit Jahrzehnten unter Schock. Am Samstagnachmittag war ein Mann "mit einem Auto auf den Hauptmarktplatz von Krakau gerast" und hatte "wahllos auf Passanten" geschossen. Sechs Menschen wurden getötet, mindestens 15 weitere verletzt. Nach Polizeiangaben sind unter den Getöteten vier Frauen und zwei Männer, einer davon Brite. Die Identität von zwei weiteren Todesopfern muss noch festgestellt werden. In seiner Wohnung wurden drei weitere Leichen entdeckt – zwei Frauen und ein Mann, vermutlich Familienmitglieder des mutmaßlichen Täters. Im Fahrzeug des Angreifers fanden Ermittler weitere Waffen und große Mengen Munition. Unter den Verletzten waren auch Polizisten und Ausländer.

Ministerpräsident Donald Tusk sprach von einem Akt des "Terrorismus" und bezeichnete das Geschehen als "grauenvolles Attentat auf das Leben der Menschen hier in Krakau". Tusk ordnete für Sonntag und Montag zwei nationale Trauertage an. In einer Rede wandte er sich mit einem "eindringlichen Appell an Politikerinnen und Politiker aller Lager" an das Land, diese Tragödie nicht "zu einem Instrument politischer Spielchen" zu machen. Der Hauptmarkt wurde weitläufig abgesperrt. Eine Augenzeugin sagte: "Es ist eine Tragödie für Krakau, wir haben so etwas noch nie erlebt". Ein weiterer Zeuge schilderte: "Ich habe einen Menschen gesehen, der tot war".

Polens Innenminister Marcin Kierwinski erklärte, der mutmaßliche Schütze sei von "rechtsextremen Ideologien fasziniert" gewesen. Auf diese Faszination deute "alles" hin, dies müsse aber noch "verifiziert" werden. Präsident Karol Nawrocki zeigte sich "extrem beunruhigt", sei "in Kontakt mit den zuständigen Behörden" und erwarte eine "vollständige Erklärung der Umstände dieser dramatischen Ereignisse". Die Sicherheit der Menschen habe "oberste Priorität". Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich "tief betroffen" und betonte: "Deutschland steht als Freund und Partner in diesen schweren Zeiten an der Seite Polens." Außenminister Johann Wadephul schrieb von "in Solidarität mit Polen". EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sprach auf X von einer "Tragödie" und versicherte: "In diesem Moment der Trauer ist Polen nicht allein". Ihrer Einschätzung nach werden die "Auswirkungen" des Attentats "weit über die Grenzen Polens hinaus zu spüren sein".

Schusswaffenangriffe sind in Polen selten. Im Oktober gab es eine Serie von Messerangriffen, die Premier Tusk als Teil eines "Kults der Gewalt" bezeichnete, der sich in sozialen Netzwerken ausbreite. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine steigt die Zahl der legalen Waffen. Nach Angaben der Polizei wurden 2023 über 50.000 neue Waffenscheine erteilt. Krakau, als ehemalige Hauptstadt Polens und beliebtes Touristenziel, wurde durch das Attentat schwer getroffen. Laut Stadtverwaltung kamen im letzten Jahr 16,2 Millionen Besucher in die Stadt.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Polen trauert – und steht vor schwierigen Fragen

Der Anschlag in Krakau hat das Land und viele Menschen in ganz Europa tief erschüttert. Die Hinweise auf einen von "rechtsextremen Ideologien fasziniert" gewesenen Täter, wie es der Innenminister formulierte, legen eine intensive Diskussion über Radikalisierung nahe. Es zeugt von Verantwortung, wenn Premier Tusk in einem "eindringlichen Appell" davor warnt, diese Tragödie "zu einem Instrument politischer Spielchen" zu machen. Die breite internationale Anteilnahme unterstreicht, dass der Angriff weit über Polen hinaus wirkt. Angesichts des Anstiegs legaler Waffen und wachsender Unsicherheit wird das Thema Sicherheit im öffentlichen Raum weiter an Bedeutung gewinnen. Wahrscheinlich sind Debatten um Waffenrecht, Extremismus und gesellschaftliche Prävention. Doch im Moment dominiert Trauer und der schwierige Versuch einer Erklärung für das Unbegreifliche.

Historischer Hintergrund

Schusswaffenangriffe sind in Polen selten. Im Oktober sorgte eine Serie von Messerangriffen in Polen für Aufregung. Premier Tusk sprach damals von einem "Kults der Gewalt" in sozialen Netzwerken. Die Grenznähe zum von Russland angegriffenen Nachbarland Ukraine und Sicherheitsbedenken lassen die Zahl der Waffenscheine steigen. Krakau selbst war historische Hauptstadt und ist internationales Touristenziel.

Zukunftsprognose

Nach dem Anschlag dürfte die polnische Regierung Sicherheitsvorkehrungen verstärken. Eine Debatte über Waffenrecht und Extremismusbekämpfung ist wahrscheinlich. Die internationale Anteilnahme, die Einordnung als "Terrorismus" und die Betroffenheit europäischer Nachbarn werden politische und gesellschaftliche Diskussionen prägen. Für Krakau ist ein Rückgang im Tourismus kurzfristig denkbar, langfristig könnten weitere Sicherheitsmaßnahmen für öffentliche Orte folgen.

Erklärungen

Was geschah auf dem Hauptmarkt in Krakau?

Am Samstagnachmittag raste ein Angreifer "mit einem Auto auf den Hauptmarktplatz von Krakau gerast" und schoss "wahllos auf Passanten". Die Polizei fand bei ihm weitere Waffen und Munition.

Was bedeuten nationale Trauertage in Polen?

Nationale Trauertage werden bei schweren Katastrophen oder Anschlägen angeordnet. Sie sind ein Zeichen des Gedenkens und der landesweiten Anteilnahme.

OZD-Extras

Krakau konnte 2023 16,2 Millionen Besucher verzeichnen. Die internationale Anteilnahme nach dem Anschlag ist groß.

Die Zahl der neuen Waffenscheine in Polen erreichte 2023 über 50.000. Ein Einfluss auf Börsen oder den Złoty ist bislang nicht bekannt.

Gewinnspiel

Wie viele Menschen wurden beim Anschlag auf Krakaus Hauptmarkt getötet?

A) Sechs

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C) Acht

D) Fünf

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.