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Bayern im Transfer-Chaos: Eberl bleibt cool – „Noch 48 Stunden“

Bayern München kämpft mit Transferpleiten, bleibt nach dem 3:2 in Augsburg aber optimistisch. Sportvorstand Max Eberl setzt auf die letzten 48 Stunden, um den Kader noch zu verstärken.

Der FC Bayern München stolpert von Transferpleite zu Transferpleite – doch Nervosität will sich beim Rekordmeister nicht breitmachen. Nach dem 3:2-Auswärtssieg beim FC Augsburg betonte Sportvorstand Max Eberl: „Vier Pflichtspiele, vier Siege – das ist die Bilanz, die für sich spricht.“ Obwohl die Transferfrist in weniger als 48 Stunden endet, wirkte Eberl erstaunlich entspannt. „Wir haben jetzt noch 48 Stunden und es gibt keine Situation, mit der man wirklich geplant hat. Aber wir werden auch da eine Lösung versuchen zu finden“, sagte er.

Bayern-Kapitän Manuel Neuer stärkte den Verantwortlichen ebenfalls den Rücken. Zwar würde sich die Mannschaft über Neuzugänge freuen, „aber das Vertrauen haben wir zu unseren Verantwortlichen auch, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, erklärte der Torhüter. Für ihn stehe fest: Sportvorstand Eberl, Sportdirektor Christoph Freund und Trainer Vincent Kompany würden den Kader so gestalten, dass die Bayern in dieser Saison wieder um Titel mitspielen können.

Das Spiel in Augsburg zeigte allerdings deutlich die Defizite auf. Zwar war die Münchner Leistung über weite Strecken souverän, doch in der Schlussphase schwanden die Kräfte. „Von der Bank konnten keine neuen Impulse gebracht werden, weil schlicht keine Spieler da sind“, räumte Eberl ein. Müdigkeit habe zu Fehlpässen und unnötigen Ballverlusten geführt. „Das ist das, was wir versuchen wollen zu beheben“, so der Sportvorstand.

Für zusätzlichen Druck sorgte ein kurzfristiger Rückzieher des FC Chelsea. Der geplante Wechsel von Nicolas Jackson nach München platzte, weil die Engländer nach einer Verletzung von Liam Delap plötzlich keinen Ersatz mehr hatten. Damit reiht sich Jackson in eine Liste prominenter Transferziele ein, die Bayern nicht verpflichten konnte: Florian Wirtz zog es für 150 Millionen Euro zum FC Liverpool, Nick Woltemade für 90 Millionen Euro zu Newcastle United.

Die Münchner bleiben dennoch gelassen. Mit voller Konzentration sollen die letzten beiden Tage des Transferfensters genutzt werden, um dem Kader die dringend benötigte Breite zu geben. Ob Eberl und Freund ihre Kontakte nutzen können, entscheidet, ob die Bayern in den kommenden Monaten mehr als nur eine gute Startbilanz vorweisen können.

OZD


OZD-Kommentar

Die Bayern taumeln durch ein Transferfenster, das schon jetzt als eines der chaotischsten in die Vereinsgeschichte eingehen dürfte. Wirtz, Woltemade, Jackson – drei Großziele verpasst, und die Uhr tickt gnadenlos. Max Eberl wirkt nach außen gelassen, doch intern dürfte längst die Alarmstufe Rot herrschen. Denn ohne frisches Blut von der Bank wirkt der Rekordmeister verletzlich, gerade in der Schlussphase großer Spiele. Wer mit dünnem Kader die Champions League gewinnen will, betreibt Selbsttäuschung. Sollte Eberl in den letzten 48 Stunden nicht noch einen Coup landen, droht Bayern trotz starker Startbilanz ein Herbst, in dem die Lücken im Kader gnadenlos offengelegt werden.



OZD-Analyse

Fakten

Bayern gewinnt in Augsburg 3:2, bleibt in Pflichtspielen ungeschlagen.

Transfer von Nicolas Jackson geplatzt, Chelsea blockiert Leihe.

Wirtz und Woltemade wechselten in die Premier League.

Kaderprobleme: zu wenig Impulse von der Bank, Verletzungsrisiko hoch.

Bewertung
a) Sportlich
– Bayern ist stabil, aber anfällig in der Schlussphase.
– Kompany baut auf ein Grundgerüst, doch Breite fehlt.
– Ohne Verstärkungen droht in internationalen Wettbewerben das Aus.

b) Wirtschaftlich
– Verpasste Transfers zeigen, dass die Strahlkraft des FCB auf dem Markt nicht mehr automatisch zieht.
– Konkurrenz aus der Premier League bietet finanziell deutlich mehr.

c) Strategisch
– 48 Stunden vor Transferschluss ist Bayern im Zugzwang.
– Eberl setzt auf Kontakte und Verhandlungsgeschick.
– Misslingt das, droht eine Saison mit einem strukturell zu dünnen Kader.

Ausblick
– Kurzfristig bleibt Bayern konkurrenzfähig in der Liga.
– In der Champions League könnten die Grenzen des Kaders schnell sichtbar werden.
– Der Druck auf Eberl steigt, er muss bis Montag liefern.


OZD-Erklärungen

Wer ist Max Eberl?
Max Eberl, geboren 1973, ist ehemaliger Profi-Fußballer und seit 2024 Sportvorstand des FC Bayern München. Bekannt wurde er durch seine langjährige Arbeit bei Borussia Mönchengladbach, wo er den Klub sportlich stabilisierte. Nach einer kurzen Station bei RB Leipzig wechselte er nach München. Eberl gilt als erfahrener Netzwerker im europäischen Fußball.

Was ist das Transferfenster?
Das Transferfenster bezeichnet die Phase, in der Fußballvereine Spieler verpflichten oder verkaufen dürfen. In Europa gibt es zwei Zeiträume: Sommer (meist von Juli bis Ende August) und Winter (im Januar). Innerhalb dieser Fristen werden die Weichen für die Kaderplanung gestellt. Verpasste Transfers können sich auf eine gesamte Saison auswirken.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.