Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de

Brandkatastrophe in Crans-Montana: Feuerwerksfontänen als Ursache bestätigt

Nach dem tödlichen Brand in Crans-Montana bestätigen Ermittler: Unsachgemäß eingesetztes Tischfeuerwerk löste die Katastrophe aus.

Nach der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana haben die Ermittler die wahrscheinliche Ursache bestätigt. Nachlässiger Umgang mit Feuerwerksfontänen habe das Feuer in der Silvesternacht ausgelöst, erklärte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud, am Freitag bei einer Pressekonferenz. Bei dem Brand kamen 40 Menschen ums Leben.

Zeugenaussagen und ausgewertete Videoaufnahmen deuteten darauf hin, dass sogenannte Tischfeuerwerke – Sprühfontänen, die auf Champagnerflaschen montiert waren – zu nah an die Decke gehalten wurden. Dabei habe sich die Deckenverkleidung entzündet, das Feuer habe sich anschließend „rasend schnell“ ausgebreitet, so Pilloud.

Neben den Todesopfern wurden 119 Menschen verletzt, viele davon schwer. Zahlreiche Opfer erlitten lebensgefährliche Brandverletzungen und werden in Spezialkliniken behandelt. Nach Angaben der Behörden wurden bereits 50 Verletzte in Nachbarländer ausgeflogen. Auch deutsche Kliniken wurden angefragt, wie Unfallkrankenhaus Berlin bestätigte.

„Viele der Verletzten kämpfen noch immer um ihr Leben“, sagte der Walliser Regierungspräsident Mathias Reynard. Bis Freitag konnten 113 Verletzte identifiziert werden, darunter 71 Schweizer, 14 Franzosen und elf Italiener. Hinweise auf deutsche Opfer lagen weiterhin nicht vor.

Die Identifizierung der 40 Todesopfer dauert an, erklärte Polizeichef Frédéric Gisler. Spezialisten aus mehreren Bereichen seien im Einsatz, Ergebnisse würden in den kommenden Tagen erwartet. Für den nächsten Freitag ist in Crans-Montana eine öffentliche Gedenkfeier geplant.

Laut Ermittlern setzten die Feuerwerksfontänen die Deckenkonstruktion in Brand. Nun werde geprüft, welche Materialien verbaut waren, ob es Umbauten gegeben habe und ob alle Brandschutzauflagen eingehalten wurden. Die Betreiber der zerstörten Bar Le Constellation, ein französisches Paar, wurden bereits befragt.

Der Sicherheitsdirektor des Kantons, Stéphane Ganzer, erklärte, das Gebäude habe zwar über einen Notausgang verfügt, doch angesichts der schnellen Brandausbreitung hätten vermutlich nur wenige Gäste diesen erreichen können.

Besonders bewegend sind die Schicksale der Vermissten. Freunde und Angehörige suchten nicht nur im Krisenzentrum, sondern auch in sozialen Netzwerken nach Hinweisen. Zwei 17-jährige Jugendliche berichteten AFP, sie hätten verzweifelt über Instagram und Facebook nach ihren Freunden gesucht – bislang ohne Erfolg.

Erklärungen:
Tischfeuerwerke und Pyrotechnik in Innenräumen gelten als hochriskant. Bereits geringe Abstände zu brennbaren Materialien können zu explosionsartigen Bränden führen. In dicht gefüllten Räumen mit begrenzten Fluchtwegen steigt die Gefahr tödlicher Folgen erheblich.

Kommentar:
Die Tragödie von Crans-Montana ist ein erschütterndes Mahnmal. Ein Moment der Sorglosigkeit, Teil einer vermeintlich harmlosen Show, verwandelte eine Nacht der Hoffnung in ein Inferno. Zurück bleiben Trauer, offene Fragen und ein kaum fassbarer Verlust. Diese Katastrophe macht schmerzhaft deutlich, wie lebenswichtig konsequenter Brandschutz und klare Grenzen bei der Nutzung von Pyrotechnik sind. Für viele Familien beginnt das neue Jahr mit Leere, Angst und tiefer Trauer.

OZD


Alle Angaben ohne Gewähr.
Bild: AFP