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Der Sicherheitspakt mit Israel - Kommentar:

Deutschland und Israel haben bei einem Besuch von Innenminister Alexander Dobrindt einen neuen Sicherheitspakt geschlossen. Im Fokus stehen Terrorismusbekämpfung, Cyberabwehr und die wachsende Bedrohung durch den Iran.

Deutschland und Israel haben ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit deutlich ausgebaut. Bei einem Besuch von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in Jerusalem unterzeichneten beide Länder einen umfassenden Sicherheitspakt. Das Abkommen soll insbesondere die Kooperation bei der Terrorismusbekämpfung sowie bei der Abwehr von Cyberangriffen vertiefen.

Unterzeichnet wurde der Pakt gemeinsam mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Aus dessen Büro hieß es, Ziel der Vereinbarung sei eine engere Verzahnung der Sicherheitsapparate beider Staaten. Netanjahu verwies dabei ausdrücklich auf die Bedrohung durch den Iran und dessen Verbündete, die nicht nur Israel, sondern auch die regionale Stabilität und die internationale Sicherheit gefährdeten.

Der Sicherheitspakt reiht sich in eine Serie intensiver Kooperationen ein. Erst im vergangenen Monat hatte Deutschland eine Vertragserweiterung über rund 3,1 Milliarden US-Dollar für das israelische Raketenabwehrsystem Arrow 3 genehmigt. Das System kann ballistische Raketen außerhalb der Erdatmosphäre abfangen und gilt als zentrales Element der künftigen europäischen Luftverteidigung.

Im Vorfeld des Treffens mit Netanjahu führte Dobrindt Gespräche mit dem israelischen Außenminister Gideon Saar. Dieser bezeichnete Deutschland als entschlossenen Verbündeten Israels und forderte erneut, die iranischen Revolutionsgarden auf EU-Ebene als Terrororganisation einzustufen. OZD

OZD-Kommentar

Der neue Sicherheitspakt ist mehr als Symbolpolitik. Deutschland positioniert sich damit klar an der Seite Israels – sicherheitspolitisch, technologisch und strategisch. In Zeiten wachsender Spannungen im Nahen Osten und zunehmender hybrider Bedrohungen ist das ein bewusstes Signal an Teheran, aber auch an Europas Partner. Kritisch bleibt jedoch die Frage, wie weit Europa bereit ist, diese Linie gemeinsam zu tragen. Der Ruf nach einer EU-weiten Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation könnte zur nächsten Zerreißprobe werden. Es bleibt die Frage offen, warum kann Deutschland keine Sicherheitssysteme mehr bauen? Keine Firmen, die das können? Weggespart? 

Historischer Hintergrund

Die sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel reicht bis in die 1950er-Jahre zurück und ist eng mit der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands verbunden. In den vergangenen Jahrzehnten verlagerte sich der Schwerpunkt von klassischer Militärhilfe zunehmend auf Technologie, Nachrichtendienste und Raketenabwehr. Spätestens seit dem Aufstieg des Iran zur regionalen Militärmacht gilt diese Partnerschaft als strategisch unverzichtbar.



Erklärungen

Was ist Arrow 3?
Arrow 3 ist ein israelisches Raketenabwehrsystem, das gemeinsam mit den USA entwickelt wurde. Es dient dem Abfangen von Langstreckenraketen außerhalb der Atmosphäre und ist Teil eines mehrstufigen Verteidigungssystems.

Warum spielt der Iran eine zentrale Rolle?
Der Iran unterstützt mehrere militante Gruppen im Nahen Osten und steht seit Jahren im Fokus internationaler Sicherheitsdebatten. Israel sieht Teheran als größte existenzielle Bedrohung.

Schnellanalyse

Deutschland und Israel vertiefen ihre Sicherheitskooperation deutlich.

Der Fokus liegt auf Terrorabwehr, Cyberangriffen und Raketenverteidigung.

Der Iran bleibt zentraler Auslöser strategischer Annäherung.

Lernbox

Neuer Sicherheitspakt bei Dobrindt-Besuch unterzeichnet

Arrow-3-Deal im Wert von 3,1 Milliarden US-Dollar

Forderung nach EU-Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation



OZD-Extras – Quiz & Gewinnspiel

Quizfrage:
Welches Raketenabwehrsystem steht im Zentrum der deutsch-israelischen Sicherheitskooperation?

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Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.