Ungeachtet der politischen Kontroverse um die Teilnahme Israels sind sämtliche Tickets für den diesjährigen Eurovision Song Contest in Wien in Rekordzeit verkauft worden. Wie die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Dienstag in Genf mitteilte, waren alle Karten für das große Finale am 16. Mai bereits nach 14 Minuten vergriffen. Die Tickets für die beiden Halbfinalshows waren innerhalb von nur 20 Minuten ausverkauft.
Auch die öffentlichen Probenshows vor den Halbfinals und dem Finale stießen auf enorme Nachfrage: Innerhalb einer Stunde waren auch diese Tickets restlos verkauft. Austragungsort des Wettbewerbs ist die Wiener Stadthalle, die laut EBU über die größte Zuschauerkapazität aller ESC-Arenen der vergangenen Jahre verfügt.
ESC-Direktor Martin Green sprach von einer „phänomenalen Resonanz“ und betonte die ungebrochene Strahlkraft des Wettbewerbs. In diesem Jahr nehmen lediglich 35 Länder teil – so wenige wie seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr. Hintergrund ist der Boykott mehrerer Länder, darunter die Niederlande, Spanien, Irland, Slowenien und Island, aus Protest gegen die Teilnahme Israels.
Trotz dieser politischen Spannungen zeigt der Kartenverkauf: Das Interesse am Eurovision Song Contest ist ungebrochen. OZD / ©AFP.
OZD-Kommentar
Der ESC beweist einmal mehr seine paradoxe Stärke: Je größer die
politische Kontroverse, desto größer offenbar die öffentliche
Aufmerksamkeit. Der rasante Ausverkauf in Wien zeigt, dass der
Wettbewerb längst mehr ist als ein Musikwettstreit. Er ist
Projektionsfläche für Emotionen, Identität und Debatten – und genau das
hält ihn lebendig. Boykotte mögen Schlagzeilen machen, doch das Publikum
stimmt weiterhin mit Begeisterung und Tickets ab.
Historischer Hintergrund
Der Eurovision Song Contest wurde 1956 ins Leben gerufen, um Europa
kulturell zu verbinden. Seitdem spiegelte der Wettbewerb immer wieder
politische Spannungen, gesellschaftliche Umbrüche und kulturelle Trends
wider. Boykotte, Proteste und Kontroversen begleiteten den ESC bereits
während des Kalten Krieges, in den Balkankonflikten oder zuletzt bei
geopolitischen Auseinandersetzungen – ohne seine Popularität nachhaltig
zu schmälern.
Zukunftsprognose
Der ESC dürfte auch künftig zwischen Popkultur und Politik balancieren.
Die enorme Nachfrage in Wien spricht dafür, dass der Wettbewerb seine
globale Anziehungskraft behält. Gleichzeitig wird der Druck auf die
Veranstalter wachsen, politische Neutralität, Meinungsfreiheit und
Publikumsinteresse in Einklang zu bringen.

Erklärung: Was ist der Eurovision Song Contest?
Der Eurovision Song Contest ist ein jährlich stattfindender
internationaler Musikwettbewerb, bei dem teilnehmende Länder jeweils
einen Song präsentieren und über ein kombiniertes Jury- und
Publikumsvoting bewerten.
Lernbox
– ESC-Finale 2025: 16. Mai
– Austragungsort: Wiener Stadthalle
– Tickets Finale: ausverkauft nach 14 Minuten
– Teilnehmende Länder: 35
– Mehrere Länder boykottieren den Wettbewerb

Quizfrage
In welcher Stadt findet der 70. Eurovision Song Contest statt?
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Einsendeschluss ist der letzte Tag des Monats der Veröffentlichung.
Teilnahmebedingungen
Die Teilnahme ist nicht mit einem Abo oder Kauf verbunden und dient ausschließlich der Unterhaltung.
Keine Auszahlung an Personen unter 18 Jahren.
Es gelten unsere AGB.
OZD-Extras
Fun Fact: Die Wiener Stadthalle bietet mehr Plätze als jede ESC-Arena
der vergangenen Jahre – trotzdem reichten sie nur wenige Minuten.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
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