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Astronaut aus der ISS evakuiert - Ernstfall in der ISS

Zum ersten Mal in der Geschichte der ISS verlässt eine Crew den Orbit aus medizinischen Gründen. Vier Raumfahrer kehren vorzeitig zur Erde zurück – die Details bleiben (noch) unter Verschluss.

Ein historischer und zugleich beunruhigender Moment in der Raumfahrt: Erstmals seit Bestehen der International Space Station ist eine Besatzung aus medizinischen Gründen vorzeitig zur Erde zurückgekehrt. In der Nacht zum Donnerstag dockte eine Raumkapsel mit den US-Astronauten Mike Fincke und Zena Cardman, dem japanischen Astronauten Kimiya Yui sowie dem russischen Kosmonauten Oleg Platonow von der Raumstation ab.

Damit endete der Einsatz des vierköpfigen Teams nach rund fünf Monaten deutlich früher als geplant. Die Kapsel sollte im Laufe des Tages im Pazifik vor der Küste Kaliforniens landen, wie Aufnahmen der NASA zeigten.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Raumfahrtbehörde angekündigt, dass ein medizinisches Problem eines Crewmitglieds eine frühzeitige Rückkehr erforderlich mache. Um welches Besatzungsmitglied es sich handelt und welche Erkrankung vorliegt, ließ die Nasa offen. Sprecher Rob Navias erklärte lediglich, der Zustand der betroffenen Person sei stabil und es handle sich nicht um einen akuten Notfall.

Deutlich ernster klang jedoch die Einschätzung von James Polk, dem medizinisgchen Chef der Nasa. Er sprach von einem „weiterhin bestehenden Risiko“ und einer „noch ungeklärten Diagnose“, die letztlich den Ausschlag für die Evakuierung gegeben hätten. Die Entscheidung sei bewusst gefallen, um umfassende medizinische Untersuchungen unter irdischen Bedingungen durchführen zu können.

Astronaut Mike Fincke betonte kurz vor der Rückkehr, dass es der gesamten Crew gut gehe. Die Entscheidung zur Rückkehr sei gemeinsam getroffen worden, auch wenn sie mit Enttäuschung verbunden sei. „Es ist die richtige Entscheidung“, erklärte er, „auch wenn sie uns etwas Wehmut bereitet.“

Nach dem Abflug der Kapsel verbleiben der US-Astronaut Chris Williams sowie die russischen Kosmonauten Sergej Kud-Swertschkow und Sergej Mikajew an Bord der ISS. Sie waren erst im November zur Raumstation aufgebrochen und sichern nun den weiteren Betrieb.

OZD


OZD-Kommentar – Sicherheit schlägt Symbolik
Diese Evakuierung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung. Die Raumfahrt lebt von Präzision, aber auch von Demut vor dem Unbekannten. Dass die Nasa den Abbruch eines prestigeträchtigen Einsatzes in Kauf nimmt, zeigt: Die Gesundheit der Astronauten steht selbst im All über jeder Mission.




Mini-Infobox (Lernbox)
– Erste medizinische Evakuierung in der ISS-Geschichte
– Vier Astronauten kehren vorzeitig zurück
– Diagnose offiziell nicht bekannt
– Landung im Pazifik vor Kalifornien


OZD-Analyse

Medizinische Risiken im All
– Langzeitaufenthalte belasten Immunsystem, Herz und Knochen
– Diagnostik im Orbit stark eingeschränkt

Entscheidung zur Rückkehr
– a) stabile, aber ungeklärte Symptome
– b) Risikoabwägung zugunsten irdischer Medizin
– c) internationale Abstimmung zwischen Raumfahrtagenturen

Auswirkungen auf künftige Missionen
– stärkere medizinische Vorsorge
– mögliche Anpassung von Evakuierungsprotokollen
– neue Debatte über Langzeitmissionen zum Mond und Mars



Historischer Hintergrund
Seit dem Jahr 2000 ist die ISS dauerhaft bemannt. Trotz technischer Defekte, psychischer Belastungen und medizinischer Zwischenfälle musste bislang keine Crew aus gesundheitlichen Gründen evakuiert werden – bis jetzt.

Zukunftsprognose
Der Vorfall dürfte zu strengeren medizinischen Auswahl- und Überwachungsstandards führen. Für geplante Langzeitmissionen zum Mond und zum Mars wird die Fähigkeit zur schnellen medizinischen Evakuierung zu einer zentralen Voraussetzung.



Quizfrage
Was machte diesen Rückflug der Astronauten historisch einzigartig?

Antwort
Die ISS umkreist die Erde alle 90 Minuten – eine medizinische Evakuierung erfordert daher präzise Zeitfenster und weltweite Koordination.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.