Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat Trainer mit sofortiger Wirkung freigestellt. Die Entscheidung fiel nicht einmal 48 Stunden nach dem enttäuschenden 3:3 bei Werder Bremen und folgte auf eine Krisensitzung der sportlichen Führung um Markus Krösche.
Frankfurt war mit nur zwei Punkten aus drei Ligaspielen ins neue Jahr gestartet und hatte dabei neun Gegentore kassiert. Insgesamt stehen nach 18 Spieltagen bereits 39 Gegentreffer zu Buche – ein alarmierender Wert für einen Klub mit internationalen Ambitionen. Die sportliche Leitung sah daher einen dringenden Handlungsbedarf.
Interimsweise übernehmen U21-Trainer Dennis Schmitt und U19-Trainer Alexander Meier die Verantwortung, wobei Schmitt die federführende Rolle einnimmt. Bereits am Mittwoch wartet in der Champions League das Auswärtsspiel bei Qarabag Agdam. Krösche betonte, die Übergangslösung solle dem Klub die nötige Zeit verschaffen, um die Trainerfrage nachhaltig zu klären.
Toppmöller selbst zeigte sich enttäuscht, aber gefasst. Er hätte die Arbeit gerne fortgesetzt, akzeptiere jedoch die Entscheidung. Der 43-Jährige hatte die Eintracht im Sommer 2023 übernommen, führte sie in seiner ersten Saison auf Rang sechs und qualifizierte den Klub im Jahr darauf sogar erstmals über die Liga für die Champions League. Der aktuelle Abwärtstrend erwies sich jedoch als nicht mehr aufhaltbar. OZD
OZD-Kommentar – Zu spät statt zu früh
Die Trennung kommt nicht überraschend, sondern spät. Frankfurt schleppte
die Defensivprobleme über Monate mit sich herum, ohne dass eine
nachhaltige Korrektur erkennbar war. Toppmöller steht für akribische
Arbeit und klare Ideen, doch Ideen allein reichen nicht, wenn Ergebnisse
und Stabilität fehlen. Die Eintracht hat ihren Anspruch formuliert –
dynamisch, aggressiv, kompakt – und genau daran gemessen, zu lange
gezögert.
Historischer Hintergrund
Eintracht Frankfurt hat in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen,
dass Trainerwechsel tiefgreifende Auswirkungen haben können. Nach der
erfolgreichen Ära unter Oliver Glasner setzte der Klub auf Kontinuität,
wich nun jedoch erneut von diesem Kurs ab. Hohe Gegentorquoten waren
bereits in früheren Spielzeiten ein Warnsignal, das häufig zu
personellen Konsequenzen führte.
Zukunftsprognose
Kurzfristig steht Frankfurt vor einer schwierigen Phase mit
Champions-League-Druck und Ligastress. Mittelfristig wird die
Trainerwahl entscheidend dafür sein, ob die SGE wieder Stabilität und
Identität findet. Gelingt die Neubesetzung, bleibt Europa erreichbar.
Misslingt sie, droht eine Saison, die trotz großer Ambitionen im
Mittelmaß endet.
Tabelle
Eintracht Frankfurt steckt nach dem schwachen Jahresstart im unteren
Bereich der oberen Tabellenhälfte fest. Der Abstand zu den
Europapokalplätzen ist geschrumpft, während die Gegentorbilanz die
schlechteste der Liga ist.
Gewinnspiel
Quizfrage: Wie viele Gegentore hat Eintracht Frankfurt nach 18 Spieltagen kassiert?
A) 29
B) 33
C) 39
D) 44
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Wissensblock
OZD-Analyse
Gründe für die Trennung
– a) Massive Defensivprobleme
– b) Fehlender sportlicher Trend
– c) Gefährdung der Saisonziele
Übergangslösung
– a) Interne Trainer übernehmen
– b) Fokus auf Stabilisierung
– c) Zeitgewinn für dauerhafte Lösung
Auswirkungen auf die Saison
– a) Unruhe vor Champions League
– b) Druck auf Mannschaft
– c) Richtungsentscheidung für die Zukunft
Lernbox
Trainerentlassungen in der Bundesliga erfolgen häufig nach
wiederkehrenden strukturellen Problemen. Besonders eine dauerhaft hohe
Gegentorzahl gilt als einer der wichtigsten Faktoren für vorzeitige
Trennungen.
Mini-Infobox
– Trainerfreistellung nach 18 Spieltagen
– Nur ein Sieg aus neun Pflichtspielen
– 39 Gegentore – Ligahöchstwert
– Interimsduo Schmitt/Meier
– Champions-League-Spiel steht an
OZD-Extra
Dino Toppmöller hatte bei Eintracht Frankfurt noch einen Vertrag bis 2028 – die Trennung erfolgt damit deutlich vorzeitig.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
