Die Zollpolitik von Donald Trump zeigt messbare Folgen für die deutsche Wirtschaft. Wie das Statistisches Bundesamt am Dienstag mitteilte, ist der deutsche Exportüberschuss im Handel mit den USA in den ersten elf Monaten des Jahres auf den niedrigsten Stand seit dem Pandemiejahr 2021 gesunken. Gleichzeitig löste China die Vereinigten Staaten wieder als wichtigsten Handelspartner Deutschlands ab.
Demnach gingen die deutschen Exporte in die USA von Januar bis November um 9,4 Prozent auf 135,8 Milliarden Euro zurück. Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen hingegen um 2,2 Prozent auf 86,9 Milliarden Euro. Der von Trump immer wieder kritisierte deutsche Exportüberschuss schrumpfte damit um 24,6 Prozent – von 64,8 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 48,9 Milliarden Euro.
Besonders hart traf es die Autoindustrie. Die Ausfuhr von Autos und Autoteilen brach um 17,5 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro ein. Auch der Maschinenbau verzeichnete ein Minus von 9,0 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro. Stabil blieb dagegen die Pharmaindustrie: Ihre Exporte legten leicht um 0,7 Prozent auf 26,2 Milliarden Euro zu. Gleichzeitig waren pharmazeutische Produkte mit 13,7 Milliarden Euro die wichtigste Importware aus den USA.
Der wissenschaftliche Direktor des Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Sebastian Dullien, rechnet nicht mit einer Trendwende. Der US-Markt sei „zum Risikogeschäft mutiert“ und werde auf absehbare Zeit kein Wachstumsmarkt mehr für deutsche Exporteure sein. Die Hoffnung auf Stabilität durch ein EU-US-Handelsabkommen habe sich spätestens mit Trumps jüngsten Zolldrohungen im Zusammenhang mit dem Grönland-Streit zerschlagen. OZD
OZD-Kommentar – Wenn Verlässlichkeit zur Ausnahme wird
Die Zahlen entlarven die politische Realität hinter Trumps Zollrhetorik.
Die USA sind kein stabiler Partner mehr, sondern ein Markt unter
Vorbehalt. Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Investitionen werden
riskanter, Planungssicherheit schwindet. Wer Handel als Druckmittel
missbraucht, zerstört Vertrauen – und zahlt langfristig selbst den
Preis. Europas Antwort darf deshalb nicht Hoffnung, sondern strategische
Neuaufstellung heißen.
Historischer Hintergrund
Seit Trumps erster Amtszeit nutzen die USA Zölle gezielt als politisches
Instrument. Besonders Deutschland geriet wegen seines hohen
Exportüberschusses ins Visier. Handelskonflikte, Sonderzölle und
Drohungen prägen seither das transatlantische Verhältnis.
Zukunftsprognose
Ohne verlässliche Rahmenbedingungen dürften deutsche Unternehmen ihre
Abhängigkeit vom US-Markt weiter reduzieren. Neue Absatzmärkte in Asien,
Lateinamerika und innerhalb der EU gewinnen an Bedeutung – während der
transatlantische Handel an Dynamik verliert.
Gewinnspiel
Quizfrage: Um wie viel Prozent sank der deutsche Exportüberschuss mit den USA?
A) 9,4 Prozent
B) 17,5 Prozent
C) 24,6 Prozent
D) 48,9 Prozent
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OZD-Analyse
Handelsentwicklung
– a) Exportrückgang trotz starker Industrie
– b) Steigende US-Importe nach Deutschland
– c) Verschiebung der globalen Handelspartner
Betroffene Branchen
– a) Autoindustrie besonders unter Druck
– b) Maschinenbau verliert Marktanteile
– c) Pharmaindustrie als Stabilitätsanker
Politische Risiken
– a) Zölle als Druckmittel
– b) Abhängigkeit von politischen Entscheidungen
– c) Verlust langfristiger Planungssicherheit
Lernbox
Ein Exportüberschuss entsteht, wenn ein Land mehr Waren ausführt als
einführt. Er gilt wirtschaftlich als Stärke, kann politisch aber zu
Handelskonflikten führen.
Mini-Infobox
– Exportminus USA: –9,4 Prozent
– Importplus USA: +2,2 Prozent
– Überschuss 2025: 48,9 Mrd. Euro
– Größter Verlierer: Autoindustrie
– Neuer Top-Handelspartner: China
OZD-Extra
Viele deutsche Unternehmen sichern sich inzwischen mit
Produktionsverlagerungen in die USA gegen Zölle ab – ein Trend, der
Arbeitsplätze in Europa kosten kann.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
