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Späte Erlösung im Ausnahmezustand: Freiburg zittert sich Richtung Achtelfinale

Der SC Freiburg gewinnt ein nervöses, trostloses Europa-League-Spiel gegen Maccabi Tel Aviv mit 1:0. Igor Matanovic trifft spät – sportlich reicht das fast fürs Achtelfinale, atmosphärisch bleibt ein bitterer Beigeschmack.

Der SC Freiburg hat sich in der Europa League spät, mühsam und unter besonderen Umständen durchgesetzt. Im Hochsicherheitsspiel gegen den israelischen Meister Maccabi Tel Aviv gewann das Team von Trainer Julian Schuster mit 1:0 (0:0) und steht vor dem letzten Spieltag der Ligaphase kurz davor, sich direkt für das Achtelfinale zu qualifizieren.

Der entscheidende Treffer fiel erst in der 82. Minute. Igor Matanovic erlöste die Breisgauer per Kopf und bewahrte den Sport-Club vor einem frustrierenden Abend ohne Tor. Freiburg bleibt damit auch im siebten Spiel der Ligaphase ungeschlagen und hat nun 17 Punkte auf dem Konto – ein Wert, der unter normalen Umständen für einen Platz unter den besten acht reichen dürfte.

Schuster sprach anschließend von einem Arbeitssieg. Seine Mannschaft habe Disziplin gezeigt und Geduld bewahrt, lobte der Coach. Tatsächlich aber offenbarte der Auftritt erneut, dass Freiburg sich gegen tiefstehende Gegner schwertut. Trotz klarer Feldüberlegenheit blieb die Chancenverwertung lange ein Problem.

Die Partie war geprägt von einer ungewohnten, beinahe gespenstischen Atmosphäre. Wegen erhöhter Sicherheitsvorkehrungen im Zusammenhang mit der politischen Lage boykottierten Teile der aktiven Fanszene den Abend. Viele weitere Zuschauer gelangten erst verspätet ins Stadion. Der sonst so stimmungsvolle Europa-Park-Stadion-Rahmen blieb aus – und das wirkte sich sichtbar auf den Spielfluss aus.

Maccabi Tel Aviv unterbrach das Spiel früh mit kleinen Fouls, ließ Zeit verstreichen und setzte auf Zerstörung statt Offensive. Freiburg fand kaum Tempo. Vor der Pause vergab Matanovic zwei der wenigen klaren Möglichkeiten, einmal per Lupfer, einmal allein vor Torhüter Roi Mishpati.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Freiburg drängte, scheiterte aber mehrfach kläglich. Matthias Ginter und Matanovic vergaben aus kürzester Distanz, Derry Scherhant ließ eine weitere Großchance liegen. Erst in der Schlussphase fiel der erlösende Treffer – verdient, aber spät.

Am kommenden Donnerstag wartet mit dem Auswärtsspiel beim OSC Lille die letzte Hürde der Ligaphase. Dann entscheidet sich endgültig, ob Freiburg den Umweg über die Play-offs vermeiden kann. OZD


OZD-Kommentar: Weiter – aber bitte ehrlicher

Ja, der SC Freiburg steht kurz vor dem Achtelfinale. Und ja, Europa über den Februar hinweg ist ein Erfolg. Aber dieses Spiel war kein Statement – es war ein Warnsignal.

Wer gegen die schwächste Defensive des Wettbewerbs über 80 Minuten keine Lösungen findet, darf sich nicht einlullen lassen. Freiburg lebt von Struktur, Disziplin und Mentalität – doch spielerisch fehlt es gegen tief stehende Gegner zunehmend an Ideen.

Der Sieg rettet den Status quo. Mehr aber auch nicht. Wenn Freiburg in der K.o.-Phase bestehen will, reicht Geduld allein nicht. Dann braucht es Mut, Präzision – und mehr Konsequenz vor dem Tor.




OZD-Gewinnspiel

Frage:
In welcher Minute erzielte Igor Matanovic den Siegtreffer für den SC Freiburg?

A) 68. Minute
B) 75. Minute
C) 82. Minute
D) 89. Minute



Wissensblock 

Mini-Infobox

Wettbewerb: Europa League

Ligaphase, 7. Spieltag

Ergebnis: SC Freiburg – Maccabi Tel Aviv 1:0

Torschütze: Igor Matanovic (82.)

Punkte SC Freiburg: 17


OZD-Analyse

1. Historischer Hintergrund
a) Freiburg in Europa
– Regelmäßige Europa-League-Teilnahmen seit 2013
– Mehrfach knappes Scheitern in K.o.-Runden
b) Heimstärke als Markenzeichen
– Europa-Park-Stadion sonst klarer Faktor
– Dieses Spiel atmosphärisch Ausnahmezustand

2. Einordnung des Spiels
a) Sportlich
– Dominant, aber ideenarm
– Chancenverwertung bleibt Achillesferse
b) Mental
– Geduld bewahrt
– Kein Einbruch trotz wachsender Nervosität

3. Prognose
a) Für die Ligaphase
– 17 Punkte sehr wahrscheinlich ausreichend
– Direkter Achtelfinaleinzug realistisch
b) Für die K.o.-Runde
– Gegen stärkere Gegner nur mit Leistungssteigerung konkurrenzfähig


Erklärungen

Was bedeutet die Ligaphase in der Europa League?
In der neuen Europa-League-Struktur spielen alle Teams in einer gemeinsamen Tabelle. Die besten acht qualifizieren sich direkt fürs Achtelfinale, die Plätze neun bis 24 müssen in die Play-offs.

Wer ist Igor Matanovic?
Der Stürmer gilt als physisch starker Zielspieler und wichtige Option im Freiburger Angriffsspiel. Sein Kopfballtreffer gegen Tel Aviv war sein bislang wichtigster Europapokal-Moment für den SCF.

OZD-Extras

Fakt:
Freiburg ist in dieser Europa-League-Saison weiterhin ungeschlagen – trotz teils durchwachsener Leistungen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.