Bundestrainer Alfred Gislason blickt dem entscheidenden Hauptrundenspiel der Handball-Europameisterschaft mit Zuversicht entgegen. Vor dem Duell mit Titelverteidiger Frankreich sprach der Isländer von einem Spiel auf Augenhöhe. „Es ist ein absolutes 50:50-Spiel und ein Endspiel ums Halbfinale“, sagte Gislason am Dienstag auf einer Pressekonferenz im deutschen Teamquartier im dänischen Silkeborg.
Die Erinnerungen an Frankreich sind aus deutscher Sicht positiv besetzt. Beim letzten Aufeinandertreffen gewann die DHB-Auswahl das legendäre olympische Viertelfinale am 7. August 2024 mit 35:34 nach Verlängerung. Vier Tage später krönte sich das Team mit der Silbermedaille. Für Gislason ist diese Vergangenheit jedoch kein Maßstab. „Es war ein fantastisches Spiel für uns. Der Sieg war sehr schön und hat die Mannschaft weiter gebracht, aber das zählt heute nicht“, stellte er klar.
Trotz der Niederlage im ersten Matchball-Spiel gegen Olympiasieger Dänemark zeigte sich der Bundestrainer weiterhin optimistisch. „Die Mannschaft hat sehr gut gespielt. Das einzige, was uns fehlte, ist die Wurfausbeute“, sagte Gislason mit Blick auf das 26:31. Nun habe man eine zweite Chance. „Das ist eine Begegnung, von der wir seit Monaten sagen, dass wir sie genau so haben möchten.“
Die Ausgangslage vor dem Anwurf ist eindeutig. Ein Unentschieden reicht Deutschland bereits, um sicher das Ticket für die Medaillenspiele zu lösen. Bei einer Niederlage würde das DHB-Team am Freitag im Spiel um Platz fünf antreten.
Gislason warnte eindringlich vor den Qualitäten des Gegners. Besonders der Tempo-Handball der Franzosen mit einer starken zweiten Welle stelle eine große Herausforderung dar. Neben Weltstar Dika Mem hob der Bundestrainer auch die Tiefe des französischen Kaders hervor. DHB-Teammanager Benjamin Chatton brachte die Aufgabe mit einem Bild auf den Punkt: „Wir müssen schauen, dass der TGV im Bahnhof bleibt.“
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OZD-Kommentar: Mut zur eigenen Stärke
Alfred Gislason trifft den Kern der Lage. Dieses Spiel ist kein Duell der Namen, sondern eines der Haltung. Wer Frankreich schlagen will, muss sich nicht kleiner machen, sondern an die eigene Qualität glauben. Deutschland hat bewiesen, dass es auf diesem Niveau bestehen kann. Gelingt es, Effizienz und Konzentration zu steigern, ist das Halbfinale realistisch. Scheitert das Team, wird es nicht an fehlendem Potenzial liegen, sondern an Details.
Historischer Hintergrund:
Duellen zwischen Deutschland und Frankreich kommt im internationalen Handball seit Jahrzehnten besondere Bedeutung zu. Beide Nationen trafen regelmäßig bei Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen in entscheidenden Phasen aufeinander. Das olympische Viertelfinale 2024 gilt als eines der emotionalsten Spiele der jüngeren DHB-Geschichte und stärkte das Selbstverständnis der aktuellen Generation nachhaltig.
Prognose:
Unabhängig vom Ausgang zeigt sich, dass Deutschland wieder zur erweiterten europäischen Spitze zählt. Ein Halbfinaleinzug würde diese Entwicklung bestätigen und weiteres Selbstvertrauen schaffen. Selbst bei einer Niederlage bleibt die Perspektive positiv, da Struktur, Kaderbreite und Spielidee auf langfristigen Erfolg ausgerichtet sind.
Hauptrunden-Ausgangslage
Deutschland trifft im letzten Spiel auf Frankreich, ein Unentschieden reicht fürs Halbfinale, Niederlage führt ins Spiel um Platz fünf.
Gewinnspiel
Wie endete das letzte Aufeinandertreffen von Deutschland und Frankreich bei den Olympischen Spielen 2024?
A) 32:30
B) 34:34 nach Verlängerung
C) 35:34 nach Verlängerung
D) 36:35
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Wissensblock
OZD-Analyse
Ausgangslage:
a) – Punkt reicht fürs Halbfinale,
b) – klare Zielsetzung,
c) – mentale Herausforderung.
Stärken Frankreichs:
a) – hohes Spieltempo,
b) – starke zweite Welle,
c) – tiefer Kader.
Chancen Deutschlands:
a) – Erfahrung aus großen Spielen,
b) – defensive Stabilität,
c) – verbesserungsfähige Wurfausbeute.
Lernbox
In Turnierformaten entscheidet häufig nicht nur die Tabellenlage, sondern die mentale Bereitschaft, ein Spiel als Endspiel anzunehmen und konsequent umzusetzen.
Mini-Infobox
– Hauptrundenfinale gegen Frankreich
– Anwurf Mittwoch, 18.00 Uhr
– Unentschieden reicht fürs Halbfinale
– Spielort: Silkeborg
OZD-Extra
Der Vergleich mit dem französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV steht sinnbildlich für das enorme Tempospiel der französischen Nationalmannschaft.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild SID