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Sicherheitslage verschärft – Deutsche Soldaten vorsorglich verlegt

Angesichts wachsender Spannungen zwischen den USA und dem Iran zieht die Bundeswehr nicht missionskritisches Personal vorübergehend aus dem Nordirak ab.

Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat die Bundeswehr einen temporären Teilabzug deutscher Soldaten aus dem Nordirak eingeleitet. Das operative Führungskommando bestätigte am Donnerstag entsprechende Berichte und erklärte, dass vorsorglich Personal aus der kurdischen Metropole Erbil abgezogen worden sei, das derzeit nicht zwingend für den Auftrag benötigt werde.

Die Maßnahme erfolge aufgrund der angespannten Sicherheitslage in der Region. Ein Sprecher des Führungskommandos erklärte, man habe „vorsorglich Personal, das derzeit nicht dringend für die Mission gebraucht wird, temporär aus Erbil abgezogen“. Ziel sei es, mögliche Risiken für die eingesetzten Soldatinnen und Soldaten zu minimieren.

Die Bundeswehr beteiligt sich im Irak am Aufbau und der Ausbildung lokaler Sicherheitskräfte. Der Schwerpunkt des deutschen Engagements liegt in Erbil, während in der Hauptstadt Bagdad nur noch einzelne deutsche Soldaten als militärische Berater eingesetzt sind. Nun wurde nicht einsatzkritisches Personal aus dem Irak an andere Standorte verlegt.

Insgesamt sind derzeit rund 300 Soldatinnen und Soldaten im Rahmen der Bundeswehr-Mission eingeplant. Der Großteil des deutschen Kontingents ist allerdings in Jordanien stationiert. Dort betreibt die Luftwaffe in al-Asrak seit Jahren ein kleines Feldlager und unterstützt die internationale Anti-Terror-Koalition unter anderem mit Tankflugzeugen.

Der Kernauftrag der Bundeswehr im Nordirak werde trotz der Maßnahme weiterhin erfüllt, betonte das Führungskommando. Das Vorgehen sei eng mit den multinationalen Partnern abgestimmt. „Für uns hat die Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten immer oberste Priorität“, erklärte der Sprecher. Aus Fürsorgegründen und zur Reduzierung potenzieller Gefahren sei daher entschieden worden, nicht missionskritisches Personal vorübergehend zu verlegen. Die Lage werde fortlaufend und intensiv beobachtet.

Zuerst hatte das Magazin „Der Spiegel“ über den Teilabzug berichtet. Demnach wurde der Bundestag in einer Unterrichtung über die Entscheidung informiert. Als Begründung wurden die weiter zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran genannt. Bereits Ende Januar sei die Gefahrenstufe für den Nordirak verschärft worden, da die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung mit dem Iran gestiegen sei.

Besonders problematisch ist laut Sicherheitsbewertung die gemeinsame Nutzung von Stützpunkten mit US-Streitkräften. Dadurch bestehe eine „mittelbare Gefährdung“ für die Bundeswehr. In der Vergangenheit hatte der Iran in angespannten Phasen wiederholt versucht, US-Stellungen im Nordirak mit Raketen anzugreifen.
OZD / ©AFP


OZD-Kommentar – Vorsorge statt Eskalation:
Der Teilabzug ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von militärischer Vernunft. Die Bundeswehr befindet sich in einer Region, in der politische Spannungen jederzeit in offene Gewalt umschlagen können. Wer die Sicherheit der Soldaten ernst nimmt, muss handeln, bevor es zu spät ist. Die Maßnahme zeigt aber auch, wie fragil die Lage im Nahen Osten bleibt. Sollte der Konflikt zwischen Washington und Teheran weiter eskalieren, dürfte dies nicht der letzte Schritt dieser Art gewesen sein.


Mini-Infobox:
– Teilabzug aus Erbil im Nordirak
– Nicht missionskritisches Personal verlegt
– Rund 300 Bundeswehrsoldaten insgesamt eingeplant
– Großteil des Kontingents in Jordanien
– Sicherheitslage wegen Iran-USA-Konflikt angespannt


OZD-Analyse
Die Entscheidung der Bundeswehr ist sicherheitspolitisch folgerichtig.

Sicherheitslage
a) Zunehmende Spannungen zwischen den USA und dem Iran
b) Erhöhte Gefahrenstufe im Nordirak
c) Risiko durch mögliche Angriffe auf US-Stützpunkte

Militärische Bewertung
a) Schutz der eigenen Kräfte hat Priorität
b) Reduzierung nicht zwingend benötigter Präsenz
c) Fortführung des Kernauftrags trotz Teilabzugs

Internationale Dimension
– Enge Abstimmung mit multinationalen Partnern
– Abhängigkeit von regionaler Eskalationsdynamik
– Mögliche weitere Anpassungen der Truppenpräsenz


Was ist der Bundeswehr-Einsatz im Irak?
Die Bundeswehr beteiligt sich im Irak an einer internationalen Mission zur Ausbildung und Beratung lokaler Sicherheitskräfte. Ziel ist es, langfristig zur Stabilisierung des Landes und zur Bekämpfung extremistischer Gruppen beizutragen.


Historischer Hintergrund:
Seit Jahren ist der Nordirak ein Spannungsfeld regionaler und internationaler Interessen. In Phasen erhöhter Spannungen zwischen den USA und dem Iran kam es dort wiederholt zu Raketenangriffen auf militärische Einrichtungen, insbesondere auf Standorte mit US-Präsenz.


Prognose:
Kurzfristig dürfte der Teilabzug die Sicherheitslage für die Bundeswehr entspannen. Sollte sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter zuspitzen, sind jedoch weitere Truppenverlegungen oder eine erneute Anpassung des Einsatzes nicht ausgeschlossen.


Gewinnspiel:
Warum zieht die Bundeswehr Personal aus dem Nordirak ab?
A) Wegen logistischer Probleme
B) Wegen eines abgeschlossenen Ausbildungsauftrags
C) Wegen zunehmender Spannungen zwischen den USA und dem Iran
D) Wegen eines Mandatsendes

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen


OZD-Extra
Der größte Teil des deutschen Irak-Kontingents ist nicht im Irak selbst, sondern im benachbarten Jordanien stationiert.



Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.