Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de

„Wie tief kann man sinken?“ Empörung über Trump-Clip erschüttert USA

Ein von Donald Trump verbreitetes Video zeigt Barack und Michelle Obama als Affen. Die Reaktionen reichen von Entsetzen bis offener Wut – parteiübergreifend

„Widerlich“, „abscheulich“ und „rassistisch“: Ein von US-Präsident Donald Trump veröffentlichtes Video über seinen Amtsvorgänger Barack Obama und dessen Ehefrau Michelle hat in den USA heftige, parteiübergreifende Empörung ausgelöst. Der am Donnerstagabend in Trumps Onlinedienst Truth Social geteilte Clip zeigt den ersten afroamerikanischen Präsidenten der Vereinigten Staaten und seine Frau als Affen. Das Weiße Haus reagierte ausweichend und sprach von „gespielter Empörung“.

Die umstrittene Szene erscheint am Ende eines gut einminütigen Videos. Die lachenden Gesichter von Michelle und Barack Obama sind dabei auf Affenkörper montiert, die vor einer Dschungelkulisse tanzen. Im Hintergrund läuft der Song „The Lion Sleeps Tonight“.

Inhaltlich dreht sich das Video um angebliche Beweise für Manipulationen bei der Präsidentschaftswahl 2020, die Trump gegen den Demokraten Joe Biden verloren hatte. Trump behauptet bis heute wahrheitswidrig, der Wahlsieg sei ihm „gestohlen“ worden.

Der demokratische Gouverneur von Kalifornien und Trump-Kritiker Gavin Newsom sprach von „widerlichem Verhalten“ und forderte führende Republikaner auf, das Video unverzüglich zu verurteilen. Newsom gilt als möglicher Präsidentschaftskandidat für die Wahl 2028.

Der Minderheitsführer der Demokraten im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, schrieb, Trump sei ein „abscheulicher, gestörter und bösartiger W iderling“. Jeder Republikaner müsse diesen „widerlichen Fanatismus“ sofort verurteilen, forderte Jeffries.

Tatsächlich kam Kritik auch aus den eigenen Reihen. Der republikanische Senator Tim Scott aus South Carolina erklärte: „Das ist die rassistischste Sache, die ich je aus diesem Weißen Haus gesehen habe.“ Der Präsident solle das Video umgehend entfernen.

Auch die Gruppe „Republikaner gegen Trump“ verurteilte den Clip scharf. „Tiefer geht es nicht“, hieß es in einer Stellungnahme.

Die Bürgerrechtsorganisation NAACP kritisierte, dass Trump das Video ausgerechnet während des „Black History Month“ veröffentlicht habe. Dies sei „eine eindringliche Erinnerung daran, wie Trump und seine Anhänger Menschen wirklich sehen“. Mit Blick auf die anstehenden Wahlen kündigte die Organisation an: „Daran werden wir uns im November erinnern.“

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, wies die Kritik zurück. Die Medien sollten „mit der gespielten Empörung aufhören“ und über Themen berichten, „die für die amerikanische Öffentlichkeit tatsächlich relevant sind“. Der Ausschnitt stamme aus einem Internetvideo, das Trump als „König des Dschungels“ und die Demokraten als Figuren aus „Der König der Löwen“ darstelle. Warum gerade diese Szene verwendet wurde, ließ sie offen.

Trump betrachtet die Obamas seit Jahren als politische Erzfeinde und überzog sie immer wieder mit Schmähungen. Unter anderem stellte er einst die US-Staatsbürgerschaft Obamas infrage, der in Hawaii geboren wurde.

Barack Obama wiederum kritisiert Trump regelmäßig scharf. Ende Januar bezeichnete er tödliche Schüsse auf einen US-Bürger durch Bundesbedienstete als „Weckruf für jeden Amerikaner“.

Während seiner Amtszeit von 2009 bis 2017 sah sich Obama immer wieder rassistischen Darstellungen ausgesetzt. Die Verunglimpfung Schwarzer als Affen reicht historisch bis in die Zeit der Sklaverei zurück und wurde später von Befürwortern der Rassentrennung verbreitet.

Trump ist der erste US-Präsident, der in großem Umfang mit Künstlicher Intelligenz erstellte Bilder und Videos verbreitet. Er nutzt diese Technik regelmäßig, um politische Gegner herabzuwürdigen und sich selbst zu inszenieren.

OZD / ©AFP


OZD-Kommentar – Wie tief kann ein Mensch sinken?
Dieses Video markiert einen neuen Tiefpunkt. Wer politische Gegner rassistisch entmenschlicht, überschreitet eine Grenze, die selbst im rauen US-Wahlkampf lange als unantastbar galt. Dass ein amtierender Präsident so agiert, wirft eine erschütternde Frage auf: Wie tief kann ein Mensch sinken, wenn Macht, Kränkung und Kalkül jede moralische Schranke niederreißen? Die Gefahr liegt nicht nur im Bild selbst, sondern darin, dass solche Entgleisungen Schule machen könnten.


Mini-Infobox
– Trump teilt rassistisches KI-Video
– Barack und Michelle Obama als Affen dargestellt
– Massive parteiübergreifende Kritik
– Selbst Republikaner fordern Entfernung


OZD-Analyse

Politische Dimension
a) Eskalation der persönlichen Angriffe
b) Rassistische Codes als Mobilisierungsinstrument
c) Weitere Verrohung des politischen Diskurses

Rolle von KI
a) Bewusste Nutzung manipulativer Bilder
b) Vermischung von Satire und Hetze
c) Fehlende rechtliche Grenzen

Gesellschaftliche Folgen
a) Normalisierung rassistischer Darstellungen
b) Vertrauensverlust in demokratische Institutionen
c) Zuspitzung gesellschaftlicher Spannungen


Wer ist Donald Trump?
Donald Trump ist amtierender Präsident der Vereinigten Staaten. Er gilt als polarisierende Figur, die wiederholt mit rassistischen und demokratiefeindlichen Aussagen aufgefallen ist.

Wer ist Barack Obama?
Barack Obama war von 2009 bis 2017 Präsident der USA und ist der erste afroamerikanische Präsident des Landes. Er wurde während seiner Amtszeit häufig Ziel rassistischer Angriffe.


Historischer Hintergrund
Die Darstellung Schwarzer Menschen als Affen ist ein jahrhundertealtes rassistisches Stereotyp aus der Zeit der Sklaverei. Es wurde genutzt, um Entmenschlichung und Unterdrückung zu rechtfertigen.


Prognose
Der Vorfall dürfte Trumps Polarisierung weiter verschärfen. Im Wahljahr droht eine weitere Eskalation der politischen Sprache – mit unkalkulierbaren Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.


Gewinnspiel (Pflichtbestandteil)
Wie wurden Barack und Michelle Obama in dem Trump-Video dargestellt?
A) Als Löwen
B) Als Politikerfiguren
C) Als Affen
D) Als Comic-Helden

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen


OZD-Extra – KI als politische Waffe
Noch nie zuvor hat ein US-Präsident KI so offensiv zur persönlichen Diffamierung politischer Gegner eingesetzt.



Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild: AFP