Mit einer symbolisch aufgeladenen Geste hat die venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado bei einem Besuch in Washington für internationales Aufsehen gesorgt. Die 58-Jährige überreichte dem US-Präsidenten Donald Trump ihre Nobelpreis-Medaille – zumindest symbolisch. Trump bedankte sich öffentlich auf Truth Social und sprach von einer „wundervollen Geste gegenseitigen Respekts“.
Machado erklärte vor Journalisten, sie habe Trump die Medaille „präsentiert“, als Zeichen der Anerkennung für sein „einzigartiges Engagement für unsere Freiheit“. Gemeint war die Gefangennahme des langjährigen venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte Anfang Januar. Ob Trump die Medaille tatsächlich behielt, ließ Machado offen.
Das Nobelkomitee in Oslo reagierte umgehend und stellte klar, dass der Friedensnobelpreis weder übertragbar noch teilbar sei. Die Regeln seien seit mehr als 125 Jahren eindeutig und unveränderlich. Ungeachtet dessen bekräftigte Machado später in einem Interview mit Fox News ihre Entscheidung: Trump habe die Geste „verdient“, es sei ein „emotionaler Moment“ gewesen.
Trump hatte die Oppositionspolitikerin zu einem nicht öffentlichen Mittagessen im Weißen Haus empfangen. Schon zuvor hatte Machado öffentlich erklärt, der Preis gehöre dem venezolanischen Volk – und solle mit Trump „geteilt“ werden. Der US-Präsident reagierte damals prompt, schrieb jedoch irrtümlich vom „Noble Prize“.
Parallel zu dem Treffen mit Trump sprach Machado im US-Kongress mit Abgeordneten beider Parteien. Vor dem Kapitol kam es zu chaotischen Szenen, Unterstützer skandierten Freiheitsparolen, zahlreiche Reporter konnten sich keinen Zugang verschaffen.
Politisch bleibt die Lage in Venezuela hochgradig unklar. Trotz der Absetzung Maduros sind weder Neuwahlen noch demokratische Reformen in Sicht. Die USA setzen inzwischen auf Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez, mit der Trump kurz vor dem Treffen mit Machado telefonierte. Der US-Präsident sprach anschließend von „enormen Fortschritten“ und machte deutlich, dass Erdöl, Mineralien und nationale Sicherheit im Fokus stünden.

OZD-Kommentar
Diese Medaillen-Übergabe ist weniger Friedenssymbol als politisches
Schauspiel. Machado sucht Nähe zur Macht, Trump liebt große Gesten –
Regeln spielen dabei nur eine Nebenrolle. Der Friedensnobelpreis wird
hier instrumentalisiert, um geopolitische Narrative zu stärken. Für
Venezuela bedeutet das vorerst keine Demokratie, sondern neue
Abhängigkeiten. Symbolik ersetzt keine Reformen – und Freiheit lässt
sich nicht überreichen wie eine Medaille.
Historischer Hintergrund
Der Friedensnobelpreis wird seit 1901 vergeben und darf laut Statut
weder widerrufen noch übertragen werden. Venezuela befindet sich seit
Jahren in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Die
Präsidentschaftswahl 2024 gilt international als umstritten, große Teile
der Bevölkerung leben in Armut.
Zukunftsprognose
Die symbolische Annäherung Machados an Trump dürfte ihre internationale
Sichtbarkeit erhöhen, im eigenen Land jedoch polarisieren. Solange die
USA wirtschaftliche Interessen über demokratische Reformen stellen,
bleibt ein echter politischer Neuanfang in Venezuela unwahrscheinlich.
Die Gefahr besteht, dass Machtwechsel ohne Systemwechsel erfolgen.

Erklärungen
Wer ist María Corina Machado?
María Corina Machado ist eine venezolanische Oppositionspolitikerin und
Friedensnobelpreisträgerin. Sie gilt als scharfe Kritikerin des
Maduro-Regimes, durfte jedoch bei der Präsidentschaftswahl 2024 nicht
antreten.
Was ist der Friedensnobelpreis?
Der Friedensnobelpreis ist eine internationale Auszeichnung für
besondere Verdienste um Frieden, Menschenrechte und Völkerverständigung.
Er ist persönlich und nicht übertragbar.
Quizfrage & Gewinnspiel
Quizfrage:
In welcher US-Stadt übergab María Corina Machado die Nobelpreis-Medaille symbolisch an Donald Trump?
Jetzt hier teilnehmen und gewinnen!
OZD-Extras
Fun Fact: Donald Trump hat den Friedensnobelpreis mehrfach öffentlich gefordert – bisher jedoch nie offiziell erhalten.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
