Angesichts der Luftangriffe Israels und der USA auf den Iran sieht Reza Pahlavi das Ende der Islamischen Republik nahen. „Wir sind nahe an einem endgültigen Sieg“, sagte Pahlavi, der in den USA im Exil lebt, am Samstag in einer im Internet veröffentlichten Video-Botschaft.
„Ich möchte so bald wie möglich an Eurer Seite sein, damit wir zusammen uns den Iran zurückholen und wiederaufbauen können“, fügte der Schah-Sohn hinzu. Vorerst solle die iranische Bevölkerung aber nicht auf die Straße gehen. „Ich rufe Euch auf, in Euren Häusern zu bleiben und Eure Sicherheit zu schützen“, sagte Pahlavi in seiner Ansprache. „Bleibt wachsam und bereit, so dass Ihr zur gegebenen Zeit, die ich Euch genau mitteilen werde, für die endgültige Aktion wieder auf die Straße gehen könnt.“
Zuvor hatten am Samstagmorgen Israel und die USA nach eigenen Angaben Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Aus Teheran und mehreren anderen Städten des Landes wurden Explosionen gemeldet. US-Präsident Donald Trump sagte, Ziel sei es, die „unmittelbare Bedrohungen durch das iranische Regime“ auszuschalten. Die iranische Raketenindustrie solle „dem Erdboden“ gleichgemacht und die Marine vernichtet werden. Zugleich rief Trump alle iranischen Soldaten und Sicherheitskräfte auf, sich zu ergeben. Die Bevölkerung des Landes rief er in einer Ansprache auf, die Regierung in Teheran im Anschluss an den Einsatz zu stürzen.
Die Spannungen zwischen Israel und den USA mit dem Iran hatten in den vergangenen Wochen und vor allem seit der blutigen Niederschlagung der regierungskritischen Proteste im Iran im Januar deutlich zugenommen. Bei den damaligen Protesten hatten einige Demonstrierende auch eine Rückkehr zur Monarchie gefordert.
Pahlavi hat sich für eine säkulare Demokratie im Iran ausgesprochen. In jüngster Zeit hatte er US-Präsident Trump wiederholt aufgefordert, im Iran einzuschreiten.
Die iranische Opposition ist gespalten, Teile davon kritisieren Pahlavi wegen seiner Unterstützung für Israel. Zudem distanzierte er sich nie von der autokratischen Herrschaft seines Vaters.
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OZD-Kommentar – Der gefährliche Moment der Illusion
Reza Pahlavi nutzt die militärische Eskalation für eine historische Ansage. Doch zwischen Hoffnung und Realität klafft eine gewaltige Lücke. Wer aus dem Exil zum „endgültigen Sieg“ aufruft, muss mehr liefern als symbolische Worte. Die iranische Gesellschaft ist tief gespalten, die Opposition fragmentiert, das Regime brutal erfahren im Machterhalt. Sollte sich die militärische Lage nicht rasch und eindeutig zugunsten eines Machtwechsels entwickeln, droht das Gegenteil: nationale Geschlossenheit hinter der Führung in Teheran. Der kommende Monat entscheidet, ob Pahlavi als Visionär oder als politischer Spieler ohne Basis in die Geschichte eingeht.
Mini-Infobox
– Reza Pahlavi lebt seit Jahrzehnten im US-Exil
– Er fordert eine säkulare Demokratie im Iran
– USA und Israel meldeten Luftangriffe gegen iranische Ziele
– Donald Trump rief iranische Soldaten zur Kapitulation auf
OZD-Analyse
Militärische Dimension
a) Ziel der Angriffe ist laut Washington die Schwächung strategischer Infrastruktur
b) Genannt wurden Raketenindustrie und Marine
c) Die tatsächlichen Schäden sind bislang unklar
Politische Dynamik im Iran
a) Die Proteste im Januar zeigten gesellschaftliche Unzufriedenheit
b) Teile der Demonstrierenden forderten eine Rückkehr zur Monarchie
c) Die Opposition bleibt organisatorisch und ideologisch zersplittert
Internationale Folgen
a) Eine weitere Eskalation könnte die gesamte Region destabilisieren
b) Ölpreise und globale Märkte reagieren sensibel
c) Diplomatische Kanäle zwischen Teheran und dem Westen dürften weiter einfrieren
Erklärungen / Wissensblock
Wer ist Reza Pahlavi?
Reza Pahlavi ist der Sohn des letzten iranischen Schahs, Mohammad Reza Pahlavi. Nach der Islamischen Revolution 1979 verließ er das Land. Seitdem lebt er im Exil und tritt als prominenter Gegner der Islamischen Republik auf.
Wer ist Donald Trump?
Donald Trump ist US-Politiker und ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten. Er vertritt eine harte Linie gegenüber dem Iran und setzte bereits während seiner Amtszeit auf massiven wirtschaftlichen und politischen Druck.
Historischer Hintergrund
1979 wurde der Schah von einer islamischen Revolution gestürzt. Seither regiert eine religiös geprägte Führung das Land. Die Beziehungen zu den USA sind seit Jahrzehnten schwer belastet. Sanktionen, Atomstreit und regionale Konflikte verschärften die Spannungen immer wieder. Die jüngsten Proteste und die militärische Eskalation markieren einen neuen Höhepunkt dieser Entwicklung.
Prognose
Sollten die militärischen Operationen anhalten, könnte der innenpolitische Druck auf die Führung in Teheran steigen. Gleichzeitig besteht die Gefahr einer nationalen Mobilisierung gegen äußere Feinde. Entscheidend wird sein, ob sich Teile der Sicherheitskräfte tatsächlich von der Führung abwenden. Ohne inneren Machtbruch bleibt ein rascher Systemwechsel unwahrscheinlich.
Gewinnspiel
Wie lebt Reza Pahlavi derzeit?
A) In Teheran
B) In Paris
C) In den USA
D) In London
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OZD-Extra
Schon während der Proteste im Januar tauchten vereinzelt Bilder mit Monarchie-Symbolen auf – ein Zeichen, wie tief die Sehnsucht nach politischer Alternative in Teilen der Bevölkerung sitzt.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild: AFP