Für Rennrodler Felix Loch scheint der Traum von der dritten olympischen Goldmedaille im Einsitzer bereits nach dem ersten Wettkampftag in weite Ferne gerückt zu sein. Nach einem schweren Patzer am Start des ersten Laufes liegt der 36-Jährige aus Berchtesgaden nach zwei von vier Durchgängen nur auf Rang acht – 0,919 Sekunden hinter dem führenden Weltmeister Max Langenhan. Der setzte im neu gebauten Cortina Sliding Centre mit zwei Bahnrekorden ein klares Ausrufezeichen.
„Es wollte einfach nicht“, sagte Loch und räumte einen Fehler beim Setup seines Schlittens ein. „Es ist bitter, wenn es bei Olympia passiert. Aber es geht morgen weiter, da müssen alle noch zweimal runter.“ Anerkennend fügte er hinzu, Langenhan sei „stark gefahren“ – nun werde er ihm „die Daumen drücken“.
Langenhan selbst zeigte sich trotz der Führung nicht vollends zufrieden. „Die Startzeiten nerven mich schon ein bisschen. Das Resultat ist okay, aber es hätte besser sein können. Ich wollte vier perfekte Läufe fahren, jetzt habe ich nur noch die Chance auf zwei“, sagte der 24-Jährige, der zudem von Nackenschmerzen beeinträchtigt ist.
Hinter Langenhan liegt der Österreicher Jonas Müller mit 0,162 Sekunden Rückstand auf Rang zwei. Dritter ist der Italiener Dominik Fischnaller (+0,298). Der Chemnitzer Timon Grancagnolo belegt Rang neun (+1,018). Die Entscheidung fällt nach den beiden abschließenden Läufen am Sonntag.
Für Loch droht bei Olympischen Spielen damit die dritte große Enttäuschung in Serie. 2018 in Pyeongchang hatte er Gold im vierten Lauf verspielt, 2022 in Peking landete er auf dem undankbaren vierten Platz. Seine Einsitzer-Olympiasiege feierte er 2010 und 2014. Langenhan hingegen peilt sein erstes olympisches Edelmetall an – bei seiner Premiere 2022 wurde er Sechster. OZD
OZD-Kommentar – Zeiten ändern sich auf der Eisbahn
Felix Lochs Karriere ist eine der größten Erfolgsgeschichten des Rodelsports – doch Olympia kennt keine Vergangenheit. Ein Startfehler genügt, um Träume platzen zu lassen. Max Langenhan steht sinnbildlich für den Generationenwechsel: mutig, schnell, kompromisslos. Noch ist nichts entschieden, aber die Botschaft des ersten Tages ist klar. Wer in Cortina Gold will, darf sich keinen Wackler leisten.
Historischer HintergrundFelix Loch prägte den Einsitzer über mehr als ein Jahrzehnt. Mit Olympiagold 2010 und 2014 gehört er zu den erfolgreichsten Rodlern der Geschichte. Seitdem ist die Konkurrenz dichter geworden, die Bahnen schneller – und Fehler werden härter bestraft.
ZukunftsprognoseLangenhan hat beste Chancen auf sein erstes Olympiagold, muss die Führung jedoch über zwei weitere Läufe absichern. Für Loch geht es nun vor allem darum, Schadensbegrenzung zu betreiben – und vielleicht doch noch ein letztes großes Comeback zu starten.
OZD-Gewinnspiel
Frage:
Wer führt nach zwei Läufen im olympischen Einsitzer-Rodeln?
A) Felix Loch
B) Jonas Müller
C) Max Langenhan
D) Dominik Fischnaller
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Mini-Infobox
– Wettbewerb: Einsitzer Männer
– Führender: Max Langenhan
– Rang Felix Loch: 8
– Austragungsort: Cortina Sliding Centre
– Entscheidung: Sonntag
Schlüssel zum Zwischenstand
a) Startfehler von Loch
b) Bahnrekorde durch Langenhan
c) Enge Abstände im Spitzenfeld
Rolle der Favoriten
a) Loch unter Druck
b) Langenhan souverän
c) Heimvorteil für Fischnaller
Entscheidungsfaktoren für Sonntag
a) Startzeiten
b) Nervenstärke
c) Materialabstimmung
Wer ist Max Langenhan?
Max Langenhan ist ein deutscher Rennrodler und amtierender Weltmeister.
In Cortina greift er nach seinem ersten olympischen Edelmetall und
bestätigt seine Rolle als neuer Fixstern im deutschen Rodelsport.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
OZD-ExtrasRekordfahrt: Zwei Bahnrekorde an einem Tag unterstreichen Langenhans Gold-Ambitionen eindrucksvoll.
