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Nach Gespräch mit Coventry: Akkreditierung wieder gültig

Der Wettkampf bleibt verloren – doch der Ausschluss ist aufgehoben: Das IOC gibt Wladyslaw Heraskewytsch seine Akkreditierung zurück. Nach einem „äußerst respektvollen Gespräch“ kommt es zur überraschenden Kehrtwende.

Das Internationales Olympisches Komitee (IOC) hat im Fall von Wladyslaw Heraskewytsch einen bemerkenswerten Schritt zurück gemacht. Zwar bleibt die Disqualifikation vom Skeleton-Wettkampf bestehen, doch der vollständige Olympia-Ausschluss ist aufgehoben: Der 27-Jährige erhält seine Akkreditierung für die Winterspiele 2026 zurück.

Wie das IOC am Donnerstagmittag mitteilte, habe Präsidentin Kirsty Coventry „nach einem äußerst respektvollen Gespräch mit dem Athleten“ den Vorsitzenden der Disziplinarkommission „ausnahmsweise“ gebeten, den Entzug der Akkreditierung zu überdenken. Dem Antrag sei stattgegeben worden. Heraskewytsch darf nun weiterhin im Olympischen Dorf wohnen und Wettkämpfe der laufenden Spiele in Norditalien verfolgen.

Am Morgen war der Ukrainer noch vom Wettbewerb ausgeschlossen worden, weil er weiter auf dem Tragen seines „Helms des Gedenkens“ beharrt hatte. Auf dem Helm sind Porträts von im Krieg von russischen Soldaten getöteten ukrainischen Sportlern zu sehen. Das IOC wertet dies als Verstoß gegen Regel 50.2 der Olympischen Charta, die Meinungsäußerungen auf dem sogenannten „field of play“ untersagt.

Heraskewytsch hatte nach der Disqualifikation angekündigt, den Court of Arbitration for Sport (CAS) anzurufen. Er zeigte sich „tief enttäuscht“ und sprach von einer „ungleichen Behandlung“. Die juristische Auseinandersetzung dürfte nun folgen – auch wenn sein Startrecht nicht mehr wiederhergestellt werden kann.

Damit sendet das IOC ein zweigeteiltes Signal: Regelverstoß sanktioniert – persönliche Präsenz erlaubt. Der Konflikt ist sportlich entschieden, politisch aber keineswegs beendet.

OZD

OZD-Kommentar – Ein Schritt zurück, zwei Fragen nach vorn

Das IOC korrigiert – aber nur halb. Die Disqualifikation bleibt, die Verbannung wird zurückgenommen. Das wirkt wie ein Versuch, Härte und Menschlichkeit miteinander zu verbinden. Doch es zeigt auch: Der Druck war spürbar.

Kirsty Coventry suchte das Gespräch – und offenbar eine Lösung, die das Gesicht wahrt. Das IOC will Neutralität verteidigen, aber nicht als herzlos gelten. Diese Balance ist heikel.

Die größere Frage bleibt: Wird der CAS die Linie des IOC bestätigen – oder die Tür für eine neue Auslegung von Regel 50.2 öffnen? Der Fall Heraskewytsch könnte noch weitreichendere Folgen haben, als eine einzelne Disqualifikation.

Historischer Hintergrund

Regel 50.2 der Olympischen Charta untersagt politische oder andere Botschaften auf dem Wettkampffeld. In der Vergangenheit kam es mehrfach zu Konflikten um symbolische Gesten von Athleten bei Olympischen Spielen.

Zukunftsprognose

Der Gang vor den CAS dürfte die juristische Dimension des Falls klären. Selbst wenn der Wettkampf verloren bleibt, könnte eine Entscheidung langfristige Auswirkungen auf die Auslegung der Meinungsfreiheit bei Olympia haben. Das IOC steht unter Beobachtung – weltweit.


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Mini-Infobox

Entscheidung: Disqualifikation bleibt bestehen

Neuer Status: Akkreditierung wieder gültig

Grund: Verstoß gegen Regel 50.2 („field of play“)

Gespräch: Kirsty Coventry und Heraskewytsch

Nächster Schritt: Gang vor den CAS angekündigt

OZD-Analyse

Juristische Lage
a) Disqualifikation bleibt wirksam –
b) Akkreditierung als separate Sanktion –
c) CAS als nächste Instanz –

Politische Wirkung
a) IOC zeigt begrenzte Flexibilität –
b) Öffentliches Signal der Deeskalation –
c) Neutralitätsprinzip bleibt unangetastet –

Strategische Folgen
a) Präzedenzfall für künftige Konflikte –
b) Reformdebatte um Regel 50.2 –
c) Internationale Aufmerksamkeit für IOC-Entscheidungen –

Was ist das Internationale Olympische Komitee (IOC)?

Das Internationale Olympische Komitee mit Sitz in Lausanne organisiert die Olympischen Spiele und überwacht die Einhaltung der Olympischen Charta. Es versteht sich als politisch neutrale Instanz des Weltsports und entscheidet über Disziplinarmaßnahmen gegenüber Athleten.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.

OZD-Extras

Schon in früheren Olympia-Debatten zeigte sich: Das IOC greift in besonders sensiblen Fällen gelegentlich zu Einzelfalllösungen – ohne die zugrunde liegenden Regeln grundsätzlich zu verändern.