Mit jeder Entscheidung wächst die Sorge. Vier Medaillen – einmal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze – stehen für den Deutschen Skiverband bei den Winterspielen von Mailand und Cortina bislang zu Buche. Emma Aicher, Philipp Raimund und die Mixed-Staffel im Biathlon sorgten für Lichtblicke. Doch im Gesamtbild wirkt die Bilanz ernüchternd.
Das bisher schwächste Abschneiden seit der Wiedervereinigung datiert aus dem Jahr 1992. Damals gewann der DSV in Albertville acht Medaillen in 33 Wettbewerben – sieben davon im Biathlon, eine im alpinen Skisport. Heute, 34 Jahre später, stehen allein in den sechs klassischen DSV-Sportarten bereits 57 Wettbewerbe im Programm. Die Chancen sind also gewachsen – die Ausbeute bislang nicht.
Nach 1992 war die Medaillenbilanz stets zweistellig. 1994 und 1998 gab es jeweils 13 Podestplätze, 2002 folgte mit 19 Medaillen der bis heute gültige Rekord. Selbst in schwächeren Jahren wie 2014 oder 2022 lag die Zahl im zweistelligen Bereich. Nun droht erstmals seit Jahrzehnten wieder eine einstellige Gesamtzahl.
Die verbleibenden Hoffnungen sind klar verteilt. Im Biathlon ruhen sie auf der Frauen-Staffel und Franziska Preuß im Massenstart. Im Langlauf und in der Nordischen Kombination setzen die Verantwortlichen auf die Teamsprints. Die Alpinen vertrauen auf Emma Aicher und Lena Dürr im Slalom. Im Ski-Freestyle sollen die Crosser noch zuschlagen.
Doch die Zeit läuft. Und die Konkurrenz ist stärker denn je.
OZD

OZD-Kommentar – Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander
Vier Medaillen bei dieser Wettkampfanzahl sind kein Ausrutscher – sie sind ein strukturelles Warnsignal. Der internationale Wettbewerb ist professioneller, breiter, aggressiver geworden. Während andere Nationen investieren, wirkt der DSV in manchen Disziplinen verwaltet statt visionär. Natürlich sind Einzelschicksale und Wetterkapriolen Teil des Sports. Doch eine historische Negativbilanz wäre mehr als Pech – sie wäre ein Weckruf. Wenn jetzt keine ehrliche Analyse folgt, droht mittelfristig der sportliche Bedeutungsverlust.
Historischer Hintergrund
1992 in Albertville markierte den bisherigen Tiefpunkt nach der Wiedervereinigung. Damals acht Medaillen in 33 Wettbewerben – der Maßstab für das aktuelle Negativszenario.
Zukunftsprognose
Sollte der DSV unter zehn Medaillen bleiben, wird eine strukturelle Reformdiskussion unausweichlich. Nachwuchsförderung, Trainerstrukturen und internationale Wettbewerbsfähigkeit dürften auf den Prüfstand kommen.
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Wie viele Medaillen gewann der DSV 2002 bei den Winterspielen?
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Mini-Infobox – DSV-Bilanz seit 1992
1992: 8 Medaillen
2002: 19 Medaillen (Rekord)
2014: 11 Medaillen
2022: 11 Medaillen
2026 (aktuell): 4 Medaillen
OZD-Analyse
Ursachen der schwachen Bilanz
– a) Stärkere internationale Konkurrenz
– b) Mehr Wettbewerbe, höhere Leistungsdichte
– c) Fehlende Dominanzfiguren in mehreren Disziplinen
Verbleibende Chancen
– a) Biathlon-Staffel und Massenstart
– b) Teamsprints im Langlauf und in der Kombi
– c) Slalom und Ski-Cross
Strukturelle Fragen
– a) Nachwuchsförderung
– b) Trainingskonzepte
– c) Internationale Vergleichbarkeit

Was ist der Deutsche Skiverband (DSV)?
Der Deutsche Skiverband ist der Dachverband für Skisportarten in Deutschland. Er verantwortet unter anderem Biathlon, Ski alpin, Skilanglauf, Skispringen, Nordische Kombination und Ski-Freestyle. Der Verband organisiert den Leistungssport, Nachwuchsprogramme sowie internationale Wettkämpfe.
OZD-Extras
Mit inzwischen 57 Wettbewerben in den klassischen DSV-Disziplinen sind die Medaillenchancen größer denn je – gleichzeitig steigt aber auch der internationale Druck durch neue Wintersportnationen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
