Im Goldkleid und mit elektrisierender Energie hat Alysa Liu ihr Comeback perfekt gemacht. Die Weltmeisterin gewann in der Milano Ice Skating Arena mit 226,79 Punkten Olympiagold und setzte sich in einer hochklassigen Entscheidung vor Kaori Sakamoto (224,90) und Ami Nakai (219,16) durch.
Mit ihrer mitreißenden Kür zur „MacArthur Suite“ von Donna Summer verzauberte die 20-Jährige Fans und Jury gleichermaßen. Nach Platz drei im Kurzprogramm hatte sie nur minimalen Rückstand – doch in der Kür zündete sie ein Feuerwerk aus Technik, Ausdruck und Leichtigkeit.
Auf der Tribüne fieberte ihr Landsmann Ilia Malinin mit. Der hohe Favorit bei den Männern war wenige Tage zuvor überraschend abgestürzt – nun jubelte er umso lauter für Liu. Das einstige Wunderkind, das mit 13 Jahren als jüngste Läuferin den dreifachen Axel stand, ist endgültig auf dem Gipfel angekommen.
„Sie ist eine absolute Rebellin, das tut dem Sport sehr gut“, sagte die zweimalige Olympiasiegerin Katarina Witt in der ARD. „Ihre Art, leichter mit allem umzugehen, ein bisschen entspannter zu sein. Es war so schön, ihre Freude und Unbeschwertheit zu sehen.“
Hinter Liu lieferten sich die Japanerinnen ein enges Duell um Silber und Bronze. Die als neutrale Einzelathletin zugelassene Russin Adelija Petrossjan war von Rang fünf aussichtsreich in die Kür gestartet, stürzte jedoch beim dreifachen Toeloop und wurde mit 214,53 Punkten Sechste.
Julia Sauter, die für Rumänien startet, belegte bei ihrer Olympia-Premiere mit 190,93 Punkten Rang 17. Die gebürtige Baden-Württembergerin war einst aus dem Förderprogramm der Deutschen Eislauf-Union ausgeschieden und wechselte später den Verband. Für Rumänien gewann sie zehn nationale Titel und führte die 29-köpfige Delegation bei der Eröffnungsfeier als Fahnenträgerin an.
Eine deutsche Einzelläuferin war nicht qualifiziert. Im Paarlauf hatten Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin zuvor Bronze gewonnen.
Vier Jahre nach dem Doping-Wirbel um Kamila Walijewa in Peking verlief der Frauen-Wettbewerb diesmal ohne Skandal – und mit einer strahlenden Siegerin.
OZD

OZD-Kommentar – Leichtigkeit als Revolution
Alysa Liu hat nicht nur Gold gewonnen – sie hat ein Statement gesetzt. In einer Disziplin, die oft von Druck, Drill und Perfektionismus dominiert wird, bringt sie Unbeschwertheit zurück aufs Eis. Ihr Sieg ist ein Triumph der Eigenständigkeit. Kein kalkuliertes Programm, kein angstgetriebener Lauf – sondern pure Freude. Genau das braucht dieser Sport nach Jahren der Skandale und Debatten. Liu steht für eine neue Ära: weniger Furcht, mehr Persönlichkeit.
Historischer Hintergrund
Das olympische Damen-Einzel im Eiskunstlauf stand 2022 im Schatten des Dopingfalls um Kamila Walijewa. Die Diskussion um Druck, Minderjährige im Spitzensport und Trainingsmethoden prägte den Sport nachhaltig.
Zukunftsprognose
Mit Liu an der Spitze und einer starken japanischen Generation dürfte das internationale Damenfeld in den kommenden Jahren offener und vielfältiger werden. Die Frage wird sein, ob sich Lius entspannter Ansatz dauerhaft durchsetzt.

OZD-Gewinnspiel 2026
Mit wie vielen Punkten gewann Alysa Liu Olympiagold?
A) 219,16
B) 224,90
C) 226,79
D) 231,24
Jetzt teilnehmen und gewinnen:
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Mini-Infobox – Olympia-Finale der Frauen
Gold: Alysa Liu (USA) – 226,79
Silber: Kaori Sakamoto (Japan) – 224,90
Bronze: Ami Nakai (Japan) – 219,16
Beste Rumänin: Julia Sauter – Rang 17

OZD-Analyse
Technische Qualität
– a) Hohe Schwierigkeit mit stabiler Ausführung
– b) Persönliche Bestleistung im entscheidenden Moment
– c) Ausdrucksstärke als Differenzierungsmerkmal
Psychologischer Faktor
– a) Comeback nach Karrierepause
– b) Gelassener Umgang mit Medaillendruck
– c) Positive Ausstrahlung auf Jury und Publikum
Sportpolitische Dimension
– a) Wettbewerb ohne russische Dominanz
– b) Neutrale Einzelstarter als Sonderlösung
– c) Imagewandel nach Peking 2022
Wer ist Alysa Liu?
Alysa Liu ist eine US-amerikanische Eiskunstläuferin und frühere Weltmeisterin. Nach einem überraschenden Karriereende kehrte sie 2024 zurück und gewann bei den Winterspielen in Mailand Olympiagold.
OZD-Extras
Die „MacArthur Suite“ von Donna Summer verlieh Lius Kür eine fast tänzerische Leichtigkeit – ein bewusst gewähltes Statement gegen die oft düstere Dramaturgie im Damen-Eiskunstlauf.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.