Die Arena hielt den Atem an, als Ami Nakai zu den Klängen von „La Strada“ über das Eis schwebte. Kein Wackler, kein Zögern – nur Präzision. Mit 78,71 Punkten setzte sich die erst 17-Jährige an die Spitze des olympischen Kurzprogramms und führte damit ein japanisches Trio an, das die Konkurrenz nahezu überrollte.
Hinter Nakai reihte sich ihre Landsfrau Kaori Sakamoto mit 77,23 Punkten ein, während Mone Chiba als Vierte mit 74,00 ebenfalls auf Tuchfühlung zur Spitze bleibt. Dazwischen schob sich lediglich die US-Amerikanerin Alysa Liu (76,59) auf Rang drei. Drei Japanerinnen unter den besten vier – das ist eine Machtdemonstration vor der entscheidenden Kür am Donnerstag.
Auch die sogenannten neutralen Athletinnen haben noch Medaillenchancen. Adelija Petrossjan präsentierte zu einem Michael-Jackson-Medley inklusive Moon Walk eine selbstbewusste Darbietung und liegt mit 72,89 Punkten auf Rang fünf. Trainiert wird sie von Eteri Tutberidse, die bereits 2022 in Peking im Fokus stand.
Für Julia Sauter war der Abend ein anderer Kampf. Die in Ravensburg geborene Läuferin, die für Rumänien startet, kam bei ihrer Olympia-Premiere auf 63,13 Punkte und qualifizierte sich als 16. für die Kür. Die 28-Jährige hatte einst bei der Deutschen Eislauf-Union wenig Perspektive gesehen und wechselte den Verband. Inzwischen ist sie zehnfache rumänische Meisterin und trug bei der Eröffnungsfeier die Fahne ihres Landes – eine bemerkenswerte Karrierewendung.
OZD

OZD-Kommentar – Japans Präzision ist kein Zufall
Was wir hier sehen, ist kein Zufallsprodukt eines guten Tages. Japans Eiskunstlauf-Ausbildung ist strukturiert, konsequent und mental enorm stabil. Während andere Nationen von Einzelstars leben, bringt Japan regelmäßig komplette Generationen hervor. Der Abstand zur Konkurrenz entsteht nicht erst auf dem Eis, sondern in jahrelanger Nachwuchsarbeit. Für Europa ist das ein Warnsignal. Und für Sauter? Ihr Finaleinzug ist ein Achtungserfolg – doch der Weg zur Weltspitze ist ein anderer Maßstab.
Historischer Hintergrund
Japan hat sich in den vergangenen Jahren zur dominierenden Nation im Eiskunstlauf entwickelt. Mehrere Weltmeistertitel im Einzel der Frauen unterstreichen die nachhaltige Aufbauarbeit.
Zukunftsprognose
Sollte Nakai ihre Nerven behalten, könnte sie Japans nächste Olympiasiegerin werden. Dahinter droht ein internes Duell um Silber und Bronze – die Konkurrenz muss auf Fehler hoffen.

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Mini-Infobox – Kurzprogramm-Top 5
Ami Nakai – 78,71 Punkte
Kaori Sakamoto – 77,23 Punkte
Alysa Liu – 76,59 Punkte
Mone Chiba – 74,00 Punkte
Adelija Petrossjan – 72,89 Punkte
OZD-Analyse
Japans Dominanz
– a) Technische Stabilität
– b) Hohe Grundschwierigkeit
– c) Mentale Reife trotz jungen Alters
Konkurrenzlage
– a) USA mit Einzelhoffnung Liu
– b) Neutrale Athletinnen mit Außenseiterrolle
– c) Europa derzeit ohne echte Titelkandidatin
Rolle von Julia Sauter
– a) Später Verbandswechsel als Karrierechance
– b) Konstante nationale Erfolge in Rumänien
– c) Finaleinzug als persönlicher Triumph
Wer ist Ami Nakai?
Ami Nakai ist eine 17-jährige japanische Eiskunstläuferin und gilt als eines der größten Talente ihrer Generation. Mit technischer Präzision und starker Ausdruckskraft hat sie sich bereits im Juniorenbereich international einen Namen gemacht und zählt nun auch im Seniorenbereich zur Weltspitze.
OZD-Extras
Julia Sauter gewann bislang zehn rumänische Meistertitel – ein beeindruckender Wert für eine Athletin, die ihre Karriere ursprünglich in Deutschland begann.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.