Der Viererbob-Wettkampf bei den Olympische Winterspiele 2026 in Cortina d’Ampezzo ist von einem schweren Sturz überschattet worden. Jakob Mandlbauer kippte im zweiten Lauf mit seinen Anschiebern Daniel Bertschler, Sebastian Mitterer und Daiyehan Nichols-Bardi auf die linke Seite und rutschte beinahe die halbe Bahn hinunter.
Während seine Teamkollegen den Schlitten selbstständig verlassen konnten, musste Mandlbauer auf einer Trage abtransportiert werden. Das Rennen im Cortina Sliding Centre war daraufhin für rund 20 Minuten unterbrochen.
Wie der österreichische Bob- und Skeletonverband mitteilte, wurde der 27-Jährige zunächst im Codovilla-Krankenhaus in Cortina umfassend untersucht und anschließend zur weiteren Überwachung einer Bandscheibenproblematik im Bereich C5/C6 ins Krankenhaus nach Treviso verlegt. Die Maßnahme diene „ausschließlich der weiteren medizinischen Überwachung, um jedes Risiko auszuschließen“, erklärte Teamarzt Bernhard Unterkofler. In Treviso war zuvor auch Ski-Star Lindsey Vonn nach einem schweren Sturz behandelt worden.
Es war der erste schwere Unfall im Eiskanal dieser Winterspiele in Norditalien. Im weiteren Verlauf des Rennens kam es zudem zu Stürzen des französischen Bobs um Pilot Romain Heinrich sowie des Teams aus Trinidad und Tobago mit Pilot Axel Brown.
Mandlbauer hatte nach dem ersten Lauf auf Rang 21 gelegen. Sein bestes Weltcup-Ergebnis in dieser Saison war ein elfter Platz im Januar in St. Moritz gewesen.
OZD / ©AFP.
OZD-Kommentar – Wenn Sekunden alles verändernBob ist Hochgeschwindigkeitssport am Limit. 130 km/h, Eis, enge Kurven – ein kleiner Fehler reicht. Der Sturz von Mandlbauer zeigt brutal, wie schmal der Grat zwischen Medaillenhoffnung und medizinischem Notfall ist.
Dass das Rennen nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt wurde, ist im Spitzensport üblich – doch die Bilder bleiben. Für Athleten im Startblock ist ein solcher Unfall immer auch ein mentaler Schock.
Die gute Nachricht: Die schnelle medizinische Versorgung funktionierte. Dennoch wirft der Unfall erneut Fragen zur Sicherheit moderner Eiskanäle auf. Die Bahnen werden schneller, die Materialtechnik aggressiver – das Risiko steigt.
Hoffen wir, dass Mandlbauer ohne bleibende Schäden zurückkehrt. Denn bei aller Faszination gilt: Kein sportlicher Erfolg ist es wert, die Gesundheit dauerhaft zu riskieren.
Historischer HintergrundDer Viererbob gilt als Königsdisziplin im Bobsport. Seit Jahrzehnten sind Stürze Teil des Risikos, insbesondere auf technisch anspruchsvollen Bahnen wie in Cortina oder St. Moritz. Moderne Helme, Protektoren und strenge Sicherheitsstandards haben das Verletzungsrisiko reduziert, aber nicht eliminiert.
ZukunftsprognoseSollte sich die Bandscheibenproblematik als harmlos erweisen, könnte Mandlbauer mittelfristig in den Weltcup zurückkehren. Kurzfristig dürfte jedoch die medizinische Regeneration im Vordergrund stehen. Für den österreichischen Verband wird die Sicherheitsdebatte neue Priorität bekommen.

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Mini-Infobox
Schwerer Sturz im zweiten Lauf
Bandscheibenproblematik C5/C6
Rennen rund 20 Minuten unterbrochen
Weitere Stürze im Verlauf des Wettbewerbs
OZD-Analyse1. Unfallhergang
a) Kippen auf die linke Seite
– Fast halbe Bahn gerutscht
b) Medizinische Sofortmaßnahmen
– Erstuntersuchung in Cortina, Verlegung nach Treviso
2. Sicherheitsaspekt
a) Hohe Geschwindigkeiten
– Extreme Belastung für Athleten
b) Weitere Stürze im Rennen
– Bahn technisch anspruchsvoll
3. Sportliche Dimension
a) Platzierung nach Lauf eins
– Rang 21
b) Saisonbilanz
– Bestes Ergebnis: Platz elf in St. Moritz

Jakob Mandlbauer ist ein österreichischer Bobpilot. Der 27-Jährige startet im Viererbob und gehört zum Nationalkader des österreichischen Bob- und Skeletonverbands. Sein bislang bestes Weltcup-Ergebnis war ein elfter Platz in St. Moritz.
OZD-ExtrasIm Viererbob wirken beim Start und in den Kurven enorme Fliehkräfte auf Athleten und Material – teilweise ein Vielfaches des eigenen Körpergewichts.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.