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Massive Angriffe auf Kiew – Aber Ungarn blockiert Sanktionen

Kurz vor dem vierten Jahrestag des Kriegsbeginns überzieht Russland die Ukraine mit Raketen und Drohnen. Während Kiew um Strom und Leben kämpft, kündigt Ungarn die Blockade des 20. EU-Sanktionspakets an.

Kurz vor dem vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs hat Moskau die Ukraine erneut massiv attackiert. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj setzte Russland in der Nacht rund 50 Raketen und 300 Drohnen ein. Ziel war vor allem die Energie-Infrastruktur, doch auch Wohnhäuser und Bahnstrecken wurden getroffen.

In Kiew erschütterten Explosionen die Nacht, landesweit wurde Luftalarm ausgelöst. Ein Mensch wurde getötet, mindestens zwölf weitere verletzt. In sechs Regionen im Osten und Südosten fiel nach Angaben des Energieministeriums zeitweise der Strom aus – bei Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt.

Die russische Armee erklärte wie üblich, die Angriffe hätten militärischen Zielen gegolten. Tatsächlich sind seit Wochen vor allem Energieanlagen im Visier. Immer wieder stehen Hunderttausende Menschen ohne Heizung und Strom da.

Parallel eskalierte der politische Streit in der Europäischen Union. Ungarns Außenminister Peter Szijjarto kündigte an, das geplante 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland zu blockieren. Regierungschef Viktor Orban schrieb, das Paket werde abgelehnt. Budapest verlangt die Wiederaufnahme russischer Öllieferungen über die durch die Ukraine verlaufende Druschba-Pipeline. Diese war nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt worden.

Die EU plant neue Strafmaßnahmen gegen den Banken- und Energiesektor Russlands sowie weitere Handelsbeschränkungen. Für die Verabschiedung müssen alle 27 Mitgliedstaaten zustimmen – Ungarn stellt sich nun quer.

Auch im Westen der Ukraine kam es zu dramatischen Szenen. In Lwiw wurde bei Explosionen eine Polizistin getötet, 25 Menschen wurden verletzt. Bürgermeister Andrij Sadowyj sprach von einem „Terrorakt“. Eine Verdächtige wurde festgenommen.

Am 24. Februar jährt sich der Beginn des russischen Angriffskrieges zum vierten Mal. Seit 2022 hält Russland rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt. Hunderttausende Soldaten und zehntausende Zivilisten wurden getötet – die schwersten Kampfhandlungen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump drängt auf ein rasches Kriegsende und fordert Zugeständnisse von Kiew. Selenskyj kündigte Beratungen mit europäischen Staats- und Regierungschefs an. Zum Jahrestag ist zudem ein Treffen der sogenannten „Koalition der Willigen“ geplant, zu der neben europäischen Staaten auch Australien, Neuseeland und Japan zählen.

OZD



OZD-Kommentar – Krieg im Schatten der Diplomatie

Während Raketen einschlagen, wird in Brüssel über Sanktionen gerungen. Ungarns Blockade offenbart die wachsenden Spannungen innerhalb der EU. Ein gemeinsamer Kurs wird schwieriger – und genau das spielt Moskau in die Karten.

Die Angriffe auf Energieanlagen sind kalkuliert. Sie zielen auf Moral und Durchhaltevermögen der Bevölkerung. Im vierten Kriegsjahr ist der Konflikt längst zu einem Abnutzungskrieg geworden.

Politisch droht eine neue Phase. Wenn Washington auf schnelle Verhandlungen drängt und einzelne EU-Staaten bremsen, wächst der Druck auf Kiew. Doch jede diplomatische Initiative steht unter dem Schatten weiterer nächtlicher Angriffe. Ungarn Geld zu geben ist genauso falsch, wie Ungarn in die EU geholt zu haben. das recht sich jetzt, wo Geschlossenheit gebraucht wird. 

Der Jahrestag wird nicht nur ein Gedenktag sein – sondern ein Test für Europas Geschlossenheit.

Historischer Hintergrund

Am 24. Februar 2022 begann Russland mit dem großangelegten Angriff auf die Ukraine. Seitdem verhängte die Europäische Union in mehreren Paketen Sanktionen gegen Moskau. Diese richten sich unter anderem gegen Banken, Energieexporte, Einzelpersonen und Handelsströme.

Zukunftsprognose

Sollte Ungarn an seiner Blockade festhalten, könnte das 20. Sanktionspaket verzögert oder abgeschwächt werden. Gleichzeitig dürfte Russland seine Angriffe auf die Energie-Infrastruktur fortsetzen, um politischen Druck zu erhöhen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die EU ihre Geschlossenheit bewahren kann.



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Mini-Infobox

Rund 50 Raketen und 300 Drohnen eingesetzt

Stromausfälle in sechs Regionen

EU-Sanktionspaket geplant

Ungarn kündigt Blockade an

OZD-Analyse

1. Militärische Eskalation
a) Schwerpunkt Energie-Infrastruktur
– Ziel: Druck auf Bevölkerung
b) Hohe Intensität
– Kombination aus Raketen und Drohnen

2. Politische Spaltung in der EU
a) Ungarns Blockade
– Zustimmung aller 27 Staaten erforderlich
b) Energieabhängigkeit als Hebel
– Druschba-Pipeline im Zentrum

3. Internationale Dimension
a) US-Druck auf schnelle Verhandlungen
– Forderung nach Zugeständnissen
b) „Koalition der Willigen“
– Fortgesetzte Unterstützung für Kiew

Wer ist Viktor Orban?

Viktor Orban ist seit Jahren Ministerpräsident Ungarns und verfolgt eine Russland-freundlichere Linie als viele andere EU-Staaten. In Sanktionsfragen hat seine Regierung wiederholt mit Blockaden gedroht.

OZD-Extras

Die Druschba-Pipeline zählt zu den ältesten und längsten Ölpipelines der Welt – sie verbindet Russland mit mehreren osteuropäischen Staaten.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.