Mindestens 25 Schiffe deutscher Reedereien halten sich derzeit in den Gewässern des Persischen Golfs und damit in oder in unmittelbarer Nähe zum Kriegsgebiet auf. Das teilte der Verband Deutscher Reeder (VDR) am Montag in Hamburg mit. „Darunter sind zwei Kreuzfahrtschiffe mit zusammen etwa 7000 Passagieren an Bord, die die Region durch die Straße von Hormus aus Sicherheitsgründen derzeit nicht verlassen können“, erklärte der Verband.
Bislang seien deutsche Schiffe und Seeleute „nach aktueller Kenntnislage“ nicht angegriffen worden. Es gebe jedoch bereits Berichte über Angriffe auf die zivile Schifffahrt mit Verletzten und Toten, so der Verband weiter. „Die Entwicklungen unterstreichen die zunehmende Gefährdung entlang einer der wichtigsten globalen Energie- und Handelsrouten.“ Die Lage sei „sehr volatil“.
Neben den Einheiten im Persischen Golf seien noch deutlich mehr Schiffe deutscher Reedereien in der Großregion unterwegs – unter anderem im Arabischen Meer und im Roten Meer. Eine physische Blockade der Straße von Hormus bestehe derzeit zwar nicht. „Es liegen jedoch Warnungen und Funksprüche iranischer Stellen vor, wonach Schiffe aufgefordert werden, die Passage nicht zu nutzen“, hieß es.
Die Straße von Hormus gilt als einer der strategisch wichtigsten Seewege der Welt. Ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Gastransports wird über diese Route abgewickelt.
OZD / ©AFP
OZD-Kommentar – Verwundbare Lebensader
Die Zahlen sind alarmierend: 25 deutsche Schiffe im unmittelbaren Krisengebiet, Tausende Passagiere an Bord zweier Kreuzfahrtschiffe – und eine Lage, die als „sehr volatil“ beschrieben wird. Die Straße von Hormus ist nicht nur ein geografischer Engpass, sondern eine wirtschaftliche Lebensader. Jede Störung dort trifft Energiepreise, Lieferketten und Versicherungsprämien weltweit. Noch gibt es keine Blockade – doch Warnungen aus Teheran reichen, um Märkte nervös zu machen. Sollte sich die Sicherheitslage weiter verschärfen, drohen massive wirtschaftliche Turbulenzen auch in Europa.
Mini-Infobox
– Mindestens 25 deutsche Schiffe im Persischen Golf
– Zwei Kreuzfahrtschiffe mit rund 7000 Passagieren betroffen
– Keine bestätigten Angriffe auf deutsche Schiffe
– Warnungen vor Nutzung der Straße von Hormus
OZD-Analyse
Strategische Bedeutung
a) Straße von Hormus als zentrale Energie-Route
b) Verbindung zwischen Persischem Golf und Indischem Ozean
c) Hoher Anteil weltweiter Öltransporte
Wirtschaftliche Auswirkungen
a) Risiko steigender Energiepreise
b) Höhere Versicherungs- und Transportkosten
c) Belastung globaler Lieferketten
Sicherheitslage
a) Keine offizielle Blockade
b) Warnungen iranischer Stellen
c) Berichte über Angriffe auf zivile Schifffahrt
Erklärungen / Wissensblock
Was ist der Verband Deutscher Reeder (VDR)?
Der Verband Deutscher Reeder ist die Interessenvertretung der deutschen Seeschifffahrt. Er vertritt die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Anliegen deutscher Reedereien.
Was ist die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Oman und dem Iran. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und ist eine der wichtigsten Öl-Transportrouten weltweit.
Historischer Hintergrund
Die Straße von Hormus war bereits mehrfach Schauplatz geopolitischer Spannungen. In früheren Krisen drohte der Iran wiederholt mit einer Sperrung der Passage als Reaktion auf internationale Sanktionen oder militärische Aktionen.
Prognose
Sollte es zu einer tatsächlichen Blockade oder zu weiteren Angriffen kommen, wären nicht nur Reedereien betroffen. Energiepreise könnten sprunghaft steigen, Lieferketten erneut ins Stocken geraten und die wirtschaftlichen Folgen bis nach Europa reichen. Die Entwicklung im Golf wird damit auch zur Belastungsprobe für die globale Wirtschaft.
Gewinnspiel
Wie viele deutsche Schiffe befinden sich laut Verband Deutscher Reeder mindestens im Persischen Golf?
A) 10
B) 15
C) 25
D) 40
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OZD-Extra
Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls passiert täglich die Straße von Hormus – ein Engpass mit enormer Hebelwirkung auf die Weltwirtschaft.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild: AFP