Die Übersicht
USA greifen rund 140 Ziele im Iran an.
Iran meldet Sperrung der Straße von Hormus.
Angriffe auf Katar und weitere Golfstaaten.
Luftabwehr in mehreren Ländern aktiviert.
Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran ist erneut massiv eskaliert und hat den Nahen Osten in eine der gefährlichsten Sicherheitskrisen der vergangenen Jahre geführt. Nach neuen US-Luftangriffen auf militärische Einrichtungen im Iran reagierte Teheran mit Vergeltungsangriffen gegen mehrere Golfstaaten und kündigte die Sperrung der strategisch bedeutenden Straße von Hormus an.
Nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom griffen die Streitkräfte der Vereinigten Staaten auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump rund 140 militärische Ziele im Iran an. Ziel der Angriffe seien Raketenstellungen, Drohnenbasen sowie Munitionslager gewesen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte: "Der Iran hat eine schlechte Entscheidung getroffen. Jetzt muss er dafür bezahlen."
Iranische Medien berichteten von Explosionen unter anderem in Bandar Abbas, Sirik, Dschask, auf der Insel Keschm sowie in der Provinz Chusestan. Offizielle Angaben über Opfer lagen zunächst nicht vor.
Auslöser der jüngsten Angriffe war nach US-Darstellung ein Zwischenfall in der Straße von Hormus. Die iranischen Revolutionsgarden sollen ein unter zyprischer Flagge fahrendes Containerschiff beschossen haben. Nach Angaben der britischen Seesicherheitsbehörde UKMTO brach an Bord ein Feuer aus, woraufhin die Besatzung das Schiff verlassen musste.
Die Revolutionsgarden erklärten dagegen, lediglich Warnschüsse abgegeben zu haben, weil das Schiff eine "nicht genehmigte Route" benutzt habe. Später meldete Teheran einen weiteren Einsatz gegen ein zweites Schiff. Gleichzeitig verkündeten die Revolutionsgarden die Sperrung der Straße von Hormus. "Bis auf Weiteres und bis zum Ende der amerikanischen Interventionen in dieser Region" werde kein Schiff die Meerenge passieren dürfen.
Kurz darauf weitete sich der Konflikt auf weitere Staaten der Golfregion aus. Der Iran bekannte sich zu Angriffen auf einen US-Luftwaffenstützpunkt in Katar. In Doha waren Explosionen und Abfangmanöver der Luftverteidigung zu beobachten. Auch Kuwait meldete Einsätze seiner Luftabwehr gegen feindliche Angriffe. Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten ebenfalls, Raketen abgefangen zu haben. In Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst.
Die erneute Eskalation folgt auf das Scheitern der zuvor vereinbarten Feuerpause zwischen Washington und Teheran. Nach Angaben der US-Regierung waren Angriffe auf Handelsschiffe Auslöser für die Wiederaufnahme militärischer Operationen. Gleichzeitig hatten Berichte amerikanischer Medien zufolge die USA dem Iran ultimativ gefordert, die Angriffe auf den Schiffsverkehr einzustellen und die freie Passage durch die Straße von Hormus zu garantieren.
Die politische Lage verschärfte sich zusätzlich durch jüngste Drohungen beider Seiten. Modschtaba Chamenei kündigte Vergeltung für die Tötung seines Vaters Ali Chamenei an. Donald Trump wiederum drohte dem Iran mit der "vollständigen" Vernichtung, sollte ein Anschlag auf ihn verübt werden.
Mit der Schließung der Straße von Hormus erreicht die Krise nun eine neue wirtschaftliche Dimension. Über die Meerenge wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggasexports transportiert. Eine längere Sperrung könnte erhebliche Auswirkungen auf Energiepreise, Lieferketten und die Weltwirtschaft haben.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Die Eskalationsspirale dreht sich immer schneller
Die jüngsten Entwicklungen markieren einen gefährlichen Wendepunkt. Mit Angriffen auf mehrere Staaten der Golfregion und der angekündigten Sperrung der Straße von Hormus weitet sich der Konflikt weit über einen bilateralen Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran hinaus aus.
Besonders kritisch ist die wirtschaftliche Dimension. Sollte die Schifffahrt durch Hormus länger beeinträchtigt werden, wären steigende Energiepreise, neue Inflationsrisiken und erhebliche Belastungen für den Welthandel wahrscheinlich. Diplomatische Lösungen erscheinen derzeit schwieriger denn je.
Historischer Hintergrund
Die Straße von Hormus zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman zählt zu den wichtigsten Seewegen der Welt. Ein erheblicher Teil der globalen Öl- und Flüssiggasexporte passiert täglich diese Meerenge. Seit Jahrzehnten sorgen Spannungen zwischen dem Iran und den USA immer wieder für Sicherheitskrisen in der Region. Nach dem Tod des früheren iranischen Obersten Führers Ali Chamenei verschärfte sich der Konflikt zusätzlich und entwickelte sich zu einer offenen militärischen Konfrontation.
Zukunftsprognose
Sollte die Sperrung der Straße von Hormus anhalten, dürfte der internationale Druck auf beide Seiten erheblich steigen. Weitere militärische Auseinandersetzungen im Persischen Golf könnten auch andere Staaten in den Konflikt hineinziehen. Gleichzeitig wären deutliche Auswirkungen auf den Ölmarkt, den Welthandel und die globale Konjunktur zu erwarten. Eine diplomatische Vermittlung durch internationale Akteure könnte an Bedeutung gewinnen.
Gewinnspiel
Frage: Welche strategisch wichtige Meerenge hat der Iran nach eigenen Angaben gesperrt?
A) Suezkanal
B) Bosporus
C) Straße von Hormus
D) Straße von Malakka
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OZD-Analyse
Militärische Eskalation
– Die USA und der Iran intensivieren ihre direkten militärischen Auseinandersetzungen.
Regionale Ausweitung
– a) Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus.
– b) Vergeltungsangriffe auf Golfstaaten.
– c) Aktivierung der Luftabwehr in mehreren Ländern.
Folgen
– Die Krise entwickelt sich zunehmend zu einem regionalen Konflikt mit
globalen wirtschaftlichen Auswirkungen. Besonders Energieversorgung,
Schifffahrt und internationale Finanzmärkte könnten erheblich belastet
werden.
Erklärungen
Was ist die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus ist eine strategisch bedeutende Meerenge zwischen dem Iran und Oman. Über sie wird ein großer Teil der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte transportiert. Jede Einschränkung des Schiffsverkehrs kann erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben.
Wer ist Donald Trump?
Donald Trump ist Präsident der Vereinigten Staaten. In der aktuellen Nahostkrise ordnete er erneut militärische Angriffe gegen iranische Ziele an und verfolgt gegenüber Teheran einen konfrontativen außenpolitischen Kurs.
OZD-Extras
Bereits kurzfristige Störungen in der Straße von Hormus haben in der Vergangenheit weltweit zu deutlichen Preissprüngen bei Rohöl, Erdgas und Transportversicherungen geführt. Deshalb beobachten Regierungen und Finanzmärkte jede Entwicklung in der Region mit besonderer Aufmerksamkeit.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.